Auf dem Kühlsee in Iffezheim (Baden‑Württemberg) entsteht derzeit eine der größten schwimmenden Photovoltaikanlagen Deutschlands. Unter der Federführung von Erdgas Südwest wird eine 6‑Megawatt‑Floating‑PV‑Anlage errichtet, die künftig direkt regionale Industriebetriebe mit Solarstrom versorgt. Die Anlage nutzt rund 3,4 Hektar Wasserfläche, was nur 3,8 Prozent des gesamten Sees entspricht.
Flächenschonende Solarenergie auf dem Wasser
Floating‑PV‑Anlagen gelten als besonders effiziente Form der Solarstromerzeugung, weil sie keine landwirtschaftlichen Flächen beanspruchen und gleichzeitig von der natürlichen Kühlung des Wassers profitieren. Das steigert die Leistung der Module und reduziert Flächenkonflikte. Ein Vorteil, den auch frühere Projekte wie die 15‑MW‑Anlage auf dem Philippsee gezeigt haben.
Die neue Anlage auf dem Kühlsee besteht aus einer zusammenhängenden Plattform, wird aber aus betrieblichen Gründen elektrisch in zwei Anlagenteile unterteilt:
- 4 MW im Eigentum von Erdgas Südwest.
- 2 MW im Eigentum einer neuen Gesellschaft aus EKS (Seeeigentümerin) und den Stadtwerken Baden‑Baden.
Direktversorgung für energieintensive Betriebe
Der erzeugte Solarstrom wird nicht ins öffentliche Netz eingespeist, sondern direkt vor Ort genutzt:
- Die 4‑MW‑Teilfläche liefert Strom über eine Direktleitung an die Kronimus AG Betonsteinwerke, ein energieintensives Unternehmen in unmittelbarer Nähe.
- Die 2‑MW‑Teilfläche speist in das werkseigene Netz der EKS ein, die am Standort ein Kieswerk betreibt.
Dieses Modell reduziert Netzbelastungen, stärkt die regionale Energieversorgung und zeigt, wie erneuerbare Energie direkt dort genutzt werden kann, wo sie entsteht.
Technisch anspruchsvolles Projekt mit regionaler Unterstützung
Die Montage der Anlage erfolgt mit Schwerlastkränen direkt am Ufer. Die Installation auf dem Wasser dauert rund zehn Wochen, die Gesamtfertigstellung etwa vier Monate. Die Gemeinde Iffezheim unterstützt das Projekt ausdrücklich.

Erdgas‑Südwest‑Geschäftsführer Michael Rimmler bezeichnet die Floating‑PV‑Anlage als „technisch herausforderndes Projekt“ und als wichtigen Schritt hin zu einer nachhaltigen Energiezukunft in der Region.
Floating‑PV: Ein Trend, der weiter wächst
Schwimmende Solaranlagen gewinnen international an Bedeutung. Energieleben hat bereits über mehrere Projekte berichtet, darunter die 15‑MW‑Floating‑PV‑Anlage auf dem Philippsee, die zeigt, wie groß das Potenzial dieser Technologie ist.
Die Anlage auf dem Kühlsee reiht sich in diese Entwicklung ein und zeigt, wie Wasserflächen sinnvoll für die Energiewende genutzt werden können, nämlich effizient, flächenschonend und direkt vor Ort.
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Bild: Kronimus, Erdgas Südwest