PKW-Karossen aus Holz oder anderen nachwachsenden Rohstoffen sind keine Neuerung, sondern eine Wiederaufnahme einer möglichweise sinnvollen Art, Mobilität nachhaltig zu gestalten. Überhaupt ist das Thema „Mobilität“ eines der wichtigsten, wenn…

PKW-Karossen aus Holz oder anderen nachwachsenden Rohstoffen sind keine Neuerung, sondern eine Wiederaufnahme einer möglichweise sinnvollen Art, Mobilität nachhaltig zu gestalten. Überhaupt ist das Thema „Mobilität“ eines der wichtigsten, wenn man über eine nachhaltige Zukunft nachdenken möchte. Hier stehen sich der Wahnsinn des „egoistischen Zeitalters“, Vernunft und wirklicher Bedarf und Nutzen scheinbar unversöhnlich gegenüber. Das Automobil, als Ikone einer angeblichen Freiheit, richtet an der gesamten Mitwelt (Mensch und „Natur“) einen täglich sichtbaren Schaden an und eine vernünftige Lösung darf von den konzernabhängigen Politikern nicht erwartet werden.

Am Automobil ist die Dummheit der Menschen sichtbar geworden?

In den letzten 113 Jahren wurden weltweit etwa 2,8 Milliarden Fahrzeuge (PKW, LKW und Busse) hergestellt und jährlich kommen nun fast 100 Millionen hinzu. Der aktuelle Fahrzeugbestand wird weltweit mit 1,2 Milliarden angegeben, was bedeutet, dass etwa 1,6 Milliarden Fahrzeuge als Schrott irgendwo auf diesem Planeten herumstehen. Statistisch teilen sich 2014 also etwa 7 Erdbewohner ein Fahrzeug. Jeder Mensch in Europa, den USA und mittlerweile auch in den Städten Asiens kann täglich erfahren, welcher Wahnsinn dieses ist. Am 17.03.2014 zum Beispiel durfte in Paris nur die Hälfte der Fahrzeuge auf die Straßen, da die Luftbelastung zu hoch war. In Peking ist der Smog allgegenwärtig.

Nach Aussage der Politik – als Sprachrohr oder „Nachsprecher“ der Konzerne – muss die Fahrzeugproduktion weiter wachsen, ist sie ein – angeblich – wesentlicher Bestandteil des weltweit (?) so dringend erforderlichen Wachstums. Dieser „Bullshit“ wird ohne rot zu werden den Menschen als Naturgesetz verkauft. Gleichzeitig kommt kaum noch jemand „flüssig“ voran, der sich auf europäischen, amerikanischen und nun auch asiatischen Autobahnen und besonders zu Stoßzeiten in Städten an irgendeinen Ort bewegen möchte. Und trotzdem darf die Produktion nicht einmal gedrosselt werden, muss jedes Jahr ein neues Modell auf den Markt. Muss jeder PKW-Besitzer spätestens nach 3 Jahren einen Neuwagen erwerben?

Das Wachstum dieses Krebsgeschwürs „Industrie“ ist nicht Alternativlos

Ingenieure der PKW-Hersteller stöhnen immer wieder über den Blödsinn, ständig ein neues Modell kreieren und permanent angebliche „Verbesserungen“ erfinden zu müssen, die in Wahrheit Verschlechterungen sind. Fahrzeuge können heutzutage kaum noch repariert werden, weil das Auto längst zu einem rollenden Rechenzentrum wurde, was jede kleine Reparatur zu einer Forschungsreise durch einen Datenwust macht. „Wir wollen doch nur fahren“ möchte man den Herstellern zurufen und bitte kleine Schäden zu bezahlbaren Kosten möglichst noch selbst oder in der kleinen Werkstatt nebenan beheben können. Über all die anderen Probleme, wie die Zerstörung der Landschaft durch stets wuchernde Straßennetze, die selbst in den „reichen Ländern“ schon nicht mehr in Stand gehalten werden können gar nicht zu reden. Das Thema „Auto“ scheint ein Tabuthema zu sein und ist gleichzeitig ein Beleg für den Wahnsinn dieser „Zivilisation“, einer Kultur von Süchtigen, die sehenden Auges mit Vollgas gegen die Wand rasen.

Automobile sind in der Mehrzahl überflüssig und können grundsätzlich lebenslang halten

Es gibt keinen vernünftigen Grund Autos so zu bauen, wie sie derzeit auf den Weltmarkt geworfen werden. Ebenso unsinnig ist die aktuelle Struktur der Automobilindustrie. Auch Fahrzeuge können regional, zugeschnitten für die lokale Situation, vorwiegend aus nachwachsendem Material und unter steter Wiederverwendung tragender metallischer Teile in „kleinen“ Betrieben hergestellt und gewartet werden ( https://www.energieleben.at/fix-it-und-keep-it-%E2%80%93-lasst-uns-haltbare-dinge-herstellen/). Vernünftig hergestellte – und gewartete – Fahrzeuge lassen sich vorzüglich an neue Entwicklungen anpassen, zum Beispiel auf einen sinnvolleren Antrieb (z.B. Gas- statt Benzinmotor) umrüsten (https://www.energieleben.at/nachhaltige-mobilitat-durch-umrustung-alter-autos/). Ein Tischlerbetrieb in der Nachbarschaft macht gern aus einer Limousine einen Kombi, auf dem vorhandenen Chassis (http://www.holzkarosserie.at/index.html ; http://www.holzkarosseriebau.com/).

Die bisherige Art der Produktion hat einen unglaublichen Verbrauch an Material (Rohstoffe) zur Folge, neben dem gewaltigen Aufwand an Energie in den Betrieben und bei der Herstellung der zahllosen Bauteile.

Wenn die Menschen endlich zur Besinnung – also zur Vernunft – kommen, den Wahnsinn des Individualverkehrs, der stressigen Pendelei zwischen Wohn- und Arbeitsort, endlich unterlassen, ist einer der wesentlichen Schritte in eine mögliche, also nachhaltige Zukunft schon getan. Eine lebenswerte Zukunft kann nur mit einer radikalen Änderung dieses Verhaltens gestaltet werden.

http://www.spiegel.de/auto/aktuell/autoteile-aus-holz-vom-projekt-biofore-auf-dem-auto-salon-gezeigt-a-957102.html

http://www.n24.de/n24/Wissen/Technik/d/2825664/das-auto-der-zukunft-wird-geschnitzt.html

http://www.autobild.de/artikel/lotus-eco-elise-737509.html

http://www.lotuscars.com/gb/engineering/eco-elise

http://www.dbu.de/123artikel2071_341.html

http://www.auto.de/blog/showblog/entryId/394/Oeko-Wunder-von-innen-und-aussen-das-Bambus-Taxi

http://www.spiegel.de/auto/aktuell/holzteile-fuer-autos-vom-forschungsprojekt-hammer-entwickelt-a-838912.html