Aus Dreck kann Biodiesel gemacht werden. Ein thermochemischer Prozess ermöglicht die Produktion von Biodiesel aus Klärschlamm. Aufgrund der geringen Kosten und hohen Ausbeute könnte das eine klimaneutralere Alternative zu pflanzlichen Ölen sein, so das Ergebnis einer neuen Studie.

Biodiesel ist mit Dieselmotoren kompatibel, setzt bei der Verbrennung weniger Schadstoffe frei und kommt aus erneuerbaren Quellen. Allerdings begrenzen die hohen Kosten einen höheren Gebrauch. Soja oder Raps sind keine günstigen Rohstoffe. Auf der Suche nach Alternativen greifen Produzenten von Biodiesel auch auf Schlachtabfälle zurück.

Ein südkoreanisches Forscherteam hat einen günstigeren Rohstoff untersucht: Klärschlamm, der bei der Abwasserreinigung anfällt. Konkret geht es um die Nutzung der Lipide, wasserunlösliche Naturstoffe, die in den Bakterien des Klärschlamms zu finden sind.

Mit Hilfe von n-Hexan wurde im Rahmen der Studie den Lipiden die fettähnlichen Bestandteile entzogen. Im Vergleich zu Sojabohnen konnte aus der selben Menge Klärschlamm 2.200 Mal so viel Fett entzogen werden. Ein Liter Lipide aus Klärschlamm kostet ungefähr 2 Cent, die Produktion der selben Menge aus Sojabohnen kommt auf rund 60 Cent.

Das große Hindernis bei der Herstellung von Biodiesel aus den Fetten des Klärschlamms ist die Verunreinigung. Freie Fettsäuren durchkreuzen den konventionellen katalytischen Vorgang.

Das Team des Technologie-Instituts ging deshalb einen anderen Weg, um die für Biodiesel notwendige Reaktion der Lipide mit Methanol zu erreichen. Einem Reaktor, der Aluminium enthält, wurde im Rahmen der Studie konstant Methanol und Klärschlamm zugeführt. Die weitere Zuführung von CO2 und ein Erhitzen auf 380°C führten zu einem beeindruckenden Ergebnis: 98 Prozent der Klärschlamm-Lipide konnten zu Biodiesel umgewandelt werden.

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