Wilfried Scharmüller und das CXP räumen auf im Gesäuse. Die Idee ist ebenso einfach wie universell einsetzbar: wer Müll in der Natur findet, nimmt ihn mit und entsorgt ihn. Fotos der Ausbeute im Netz sollen mehr Wanderer animieren, mitzumachen.

Wer wandern geht oder viel in der Natur unterwegs ist, kennt die Situation bestimmt: man folgt einem Pfad und plötzlich liegen da ein paar leere, zerknitterte Bierdosen oder eine zerbrochene Flasche. „Jemand müsste das wegräumen“, denkt man da vielleicht.

Nur: es ist keiner da.

Denn eine Straßenreinigung gibt es nur auf den Straßen.

Clean Xeis

An dieser Stelle setzt das von Wilfried Scharmüller im Nationalpark Gesäuse in der Obersteiermark gegründete CleanXeisProject (oder kurz CXP) an. Wenn er auf den Berg geht, dann nimmt er Müllbeutel mit – weil man Flaschenscherben und scharfkantiges Blech nun mal nicht einfach in den Rucksack stecken kann – aber weil mitnehmen trotzdem der einzig richtige Weg ist.

Das ist das Prinzip des CXP:

Wandern – Müll sammeln – Foto von der Ausbeute schießen – Menschen übers WWW darauf aufmerksam machen!

Und was hat man selbst davon?

Man tut der Umwelt und der Freude am Wandern Gutes und kann das süße Gefühl des Erfolgs gleich doppelt genießen! Einmal für die erfolgreiche Sammelaktion, und einmal für den Gipfelsturm.

Wenn schließlich genügend Wanderfreunde mitmachen, erledigt sich das Problem Müll praktisch von selbst. Das Zauberwort dafür heißt: selbst anpacken.

Gemeinsam sammeln

Das CXP veranstaltet einmal im Monat eine gemeinsame Müllsammel-Aktion und ermutigt alle Wanderer, auch zwischendurch selbst Hand anzulegen, wenn auf dem Weg Abfall gefunden wird, der in den Bergen ganz einfach nichts verloren hat. Die Aktion CXP ist auch eine Partnerinitiative des Österreichischen Alpenschutzverbandes, dem es ebenfalls ein Anliegen ist, die Bergwelt und die Natur rein zu halten.

Mitmachen ist ganz leicht: einfach ein Foto vom gesammelten Müll einer Tour und ein Foto der braven Müllsammler an das CleanXeisProject unter cleanxeisproject@gmail.com schicken. Mehr braucht es nicht – aber mehr freiwillige Helfer, die unsere Umwelt von Müll befreien, können wir immer vertragen. Und zwar am besten überall.

Saubere Stadt

Die Idee ist nämlich nicht aufs Gesäuse beschränkt: aufräumen kann man an jedem Ort, an dem es sinnvoll ist. Müll auf Kinderspielplätzen oder im Stiegenhaus, auf der Donauinsel oder im Wienerwald, am See oder im Wald. Und das allerwichtigste: selbst nichts einfach irgendwo wegwerfen, sondern bis zum nächsten Mistkübel mitnehmen. Aber das versteht sich ja eigentlich von selbst.

Foto: Osi / wikimedia CC

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