Cloudfactory II | © quakquak / Flickr
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Peabody Energy, die größte private Firma im Kohle-Abbau, hat Insolvenz angemeldet.

Kohle war der dreckige Kraftstoff der industriellen Revolution. Im 21. Jahrhundert hat er endgültig ausgedient, abgelöst durch die Vielfalt erneuerbarer Energien. Selbst die günstigen Rohstoffpreise des letzten Jahres konnten deren Siegeszug nicht stoppen: 2015 wurde weltweit mehr in Erneuerbare investiert als jemals zuvor, insgesamt 285,9 Milliarden Dollar, wie eine UN-Studie aufzeigt. Das ist mehr als doppelt so viel, als im gleichen Zeitraum in neue Kohle- und Gaskraftwerke investiert wurde.

Konsequenz ist, dass es für die Kohleindustrie schön langsam eng wird: Peabody Energy, die weltweit größte private Firma im Kohleabbau, hat in den USA nach Chapter 11 freiwillig Insolvenz angemeldet und wird nun reorganisiert und neu aufgestellt. Die Firma wird nicht aufgelöst, kann sich im Rahmen der gängigen Regeln entschulden und seinen Betrieb zukunftssicher gestalten.

Laut oben verlinkter Presseaussendung ist es das Ziel der Firma, den Grad der Verschuldung zu senken und Kredite umzustrukturieren, um langfristig besser aufgestellt zu sein. Verschuldung senken heißt: die Gläubiger der Firma werden nicht in vollem Ausmaß ihr Geld erhalten, sondern finanzieren das Überleben Peabody Energys. Die Firma geht davon aus, dass sich der weltweite Kohlebedarf stabilisieren wird, und Kohle noch auf Jahrzehnte hinaus eine wesentliche Energiequelle in der Strom- und Stahlproduktion darstellt, in völliger Ignoranz des sich vollziehenden Wandels und der sich ändernden politischen Rahmenbedingungen nach der Abkommen von Paris am COP21. Selbst China bremst bei neuen Kohlekraftwerken und Kohleminen: die Umweltprobleme haben längst ein untragbares Niveau erreicht.

Noch werden fossile Brennstoffe mit erheblichen Förderungen subventioniert: 493 Milliarden Dollar waren das 2014. Das ist noch immer nahezu das Doppelte aller Investitionen in Erneuerbare Energien. Gäbe es nicht seit 2009 umfangreiche Reformen innerhalb dieser Subventionen, läge dieser Betrag bei 610 Milliarden Dollar. Nahezu 40% dieser Subventionen konzentriert sich auf die Ölexporteure des Mittleren Ostens, während sie in den OECD-Ländern rascher zurückgehen.

Selbst im Rahmen dieser positiven Ausgangssituation war es für die Öl- und Kohleindustrie schwierig bis unmöglich, den Siegeszug der Erneuerbaren zu bremsen, geschweige denn aufzuhalten.

Foto: Cloudfactory II © quakquak / Flickr

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