Elektrofahrzeuge haben bei den Automobilmessen der letzten Jahre für großes Aufsehen gesorgt. Die neueste Entwicklung in diesem Bereich ist das weltweit kleinste Auto. Es darf allerdings bezweifelt werden, dass jemand…

Elektrofahrzeuge haben bei den Automobilmessen der letzten Jahre für großes Aufsehen gesorgt. Die neueste Entwicklung in diesem Bereich ist das weltweit kleinste Auto. Es darf allerdings bezweifelt werden, dass jemand mit diesem Fahrzeug in den Urlaub oder ins Büro fahren kann. Das von Wissenschaftern der Universität Groningen kreierte Fahrzeug besteht aus einem einzigen Molekül und ist ungefähr einen Nanometer lang.

Das Nano-Elektroauto besitzt einen Vierradantrieb. An einem synthetischen Molekül brachte das Forscherteam um Ben Feringa von der Universität Groningen (Niederlande) vier molekulare Motoren an einem zentralen Träger an. Die Rotationsmotoren fungieren gleichzeitig als Antriebsräder. Es ist das erste Beispiel für eine echte Motorfunktion im Mikro-Bereich. Wird Energie zugeführt kommt wie bei einem Automotor ein Antriebsmechanismus in Gang. Ganz rund läuft das molekulare Gefährt nicht, weil die Motoren nicht ganz rund sind und eher an Paddel erinnern.

Die Energie für das Vierrad-Molekül stammt von einem Rastertunnelmikroskop, das an eine Oberleitung erinnert. Ein kurzer Spannungspuls von einem halben Volt ändert die Konfiguration der Motoren. Die Kreation hat natürlich ihre Grenzen: Die vier Antriebspaddel drehen sich nicht zuverlässig in die gleiche Richtung. Durch Versuche müssen jene Nano-Autos ausgewählt werden, die kontrolliert bewegt werden können. Das Fahrzeug konnte sich zudem nur unter niedrigen Temperaturen auf einer Kupferoberfläche bewegen und es war ein Vakuum von Nöten, um die Moleküle bis zur Aktivierung im Ruhestand zu halten.

Die Kontrolle von Bewegung ist im Nanobereich äußerst schwierig und die Bewegungen in diesem Bereich laufen auf völlig andere Art ab als im Makrobereich. Schwerkraft und Masse führen dazu, dass ein normales Auto auf dem Boden bleibt, im Nanobereich ist das aber nicht der Fall. Das niederländische Forscherteam sieht ihren Entwurf auch nur als ersten Schritt einer Entwicklung molekularer mechanischer Systeme, die kontrolliert gesteuert werden können.

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