Synergien aus der Kombination von PV-Anlagen und begrünten Dächern für eine nachhaltige Stadtentwicklung.

Fläche ist eine sehr begrenzte Ressource. Wer also auf dem eigenen Grundstück die Dachfläche nutzen will, kann sich schon mal die Frage stellen, ob er sie besser begrünen oder mit Paneelen zur Energiegewinnung bestücken soll. Zum Glück müssen sich Flachdachbesitzerinnen und -besitzer diese Frage nicht wirklich stellen, denn eine Kombination ist nicht nur möglich, sondern bringt sogar einige Vorteile mit sich.

Neuer Photovoltaik-Dachgarten nutzt Gebäudedächer dreifach: Freiraum + Grünraum + PV-Strom Copyright: Houdek / PID
Neuer Photovoltaik-Dachgarten nutzt Gebäudedächer dreifach: Freiraum + Grünraum + PV-Strom
Copyright: Houdek / PID

PV-Anlagen auf dem begrünten Flachdach

Die weithin bekannte Variante ist die Errichtung von PV-Modulen zusammen mit einer extensiven Dachbegrünung. Dies hat den Vorteil, dass die PV-Paneele durch die Vegetation im Sommer gekühlt und im Winter vor der Kälte geschützt werden und sich dadurch ihre Leistungsfähigkeit erhöht. Die Biodiversität wird zusätzlich gefördert, da unter den Paneelen ein anders Mikroklima entsteht als dazwischen oder davor. Im Schatten können sich nun andere Pflanzen etablieren als in der prallen Sonne.

Die Kombination aus PV-Anlage und Gründach verlängert die Lebensdauer des Daches, da es von Wind und Wetter besser geschützt wird. Zusätzlich muss ein Dach für die Installation der PV-Anlage nicht angebohrt werden, da der begrünte Aufbau als Auflast verwendet werden kann und Punktlast vermieden wird. Langfristig gesehen ist die Kombination umweltfreundlicher und ertragreicher, als ein normales Kies- oder Bitumendach.

 

Das Projekt: PV-Dachgarten

Bei dem Projekt „PV-Dachgarten“ steht das Thema „nachhaltige Stadtentwicklung“ im Mittelpunkt. Unter der Zusammenarbeit von zehn Projektpartnern entstand auf einer Dachterrasse der Universität für Bodenkultur ein Prototyp, der Begrünung, Energiegewinnung und Nutzungsraum für den Menschen kombiniert. Grüner Strom kann über die PV-Anlage gewonnen werden, die auf einem Holzkonstrukt soweit vom Boden entfernt montiert ist, dass darunter nicht nur Pflanzen, sondern auch Menschen Platz haben. Der neu gewonnene Aufenthaltsraum kühlt demnach nicht nur die Umgebung, sondern erhöht auch den Wohlfühlfaktor für die Besucherinnen und Besucher.

Die steigende Versiegelung wird mit den Grünflächen kompensiert, dem Mangel an Freiflächen im städtischen Bereich wird ein neuer Platz für vielseitige Nutzungskonzepte geboten und dem Urban Heat Island Effect wird eine mikroklimatische Verbesserung entgegengesetzt. Mehr Synergien gibt es für die Stadt noch im Rahmen des nachhaltigen Regenwassermanagements, da die Grünflächen das Kanalnetz entlasten können. In dieser vielseitigen Kombination ist man auch nicht auf extensive Begrünungsformen beschränkt, sondern kann auch intensiv begrünte Dachflächen oder Urban Gardening Elemente einbauen.

Auch Wien Energie bietet Photovoltaikanlagen auf Mehrparteienhäusern in der Stadt an. Mehr Infos hier.

Quelle: energieleben – Gründach| Lamnatou und Chemisana, 2015| ZincoSmartCity Wien| Fillmore| PV- Dachgarten

 

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