Erdgas (Compressed Natural Gas – CNG) als Kraftstoff ist eine marktfähige und bereits jetzt einsatzbereite Technologie mit Umwelt- und Preisvorteilen. Dennoch hat sich diese Alternative noch nicht durchgesetzt. Der ÖAMTC möchte das ändern.

Der ÖAMTC und der Fachverband der Gas- und Wärmeversorgungsunternehmungen (FGW) sowie Fiat, Opel und VW wollen Erdgas als marktfähige und auch in Sachen Umwelt positive Alternative zu traditionellen Treibstoffen etablieren. Deshalb präsentierten sie am 25. Juli 2013 ein Forderungspaket dazu. Adressat: Die nächste Bundesregierung. Unterstützung dafür kommt von der Energie-Control Austria (E-Control).

Die Forderungen im Detail:

  • Keine Kraftstoff-Steuer auf Erdgas bis 2025 („Keine MÖSt auf
    Erdgas“).
  • Eine bundesweite Anschaffungs-Förderung (z.B. NoVA-Befreiung) bis
    2025, um Gleichpreisigkeit zu konventionellen Antrieben herzustellen.
  • Erdgasabgaben-Befreiung für in das Erdgasnetz eingespeistes und an
    anderer Stelle entnommenes Biomethan (in Anlehnung an die steuerliche
    Behandlung von Biodiesel und Bioethanol)
  • Weitere Anreize zum Umstieg auf Erdgas-Pkw und andere alternativ angetriebene Pkw (z.B.
    Begünstigungen bei der KfZ-Steuer).

Warum Erdgas?

Eines der wesentlichsten Argumente pro Erdgas liegt für den ÖAMTC in der hohen Wirtschaftlichkeit: Derzeit können um denselben Geldbetrag mit einem Erdgas-Pkw Strecken zurückgelegt werden, die um rund 50 Prozent (Diesel) bzw. 100 Prozent (Benzin) länger sind.

Dennoch haben laut ÖAMTC-Umfrage viele Konsumenten Vorbehalte gegenüber Erdgas-Autos. Sie fürchten ein erhöhtes Explosionsrisiko bei Unfällen und Einschränkungen bei der Einfahrt in Garagen. Bernhard Wiesinger vom ÖAMTC: „Beides ist ungerechtfertigt. Ein Crashtest des ÖAMTC bestätigte die technische Sicherheit von Erdgas-Pkw. Einfahrtsverbote in Garagen beruhen auf der in einigen Bundesländern fehlenden Unterscheidung zwischen Flüssiggas und CNG. Hier hat der Gesetzgeber Nachholbedarf.“

Um das Wissen und die Skepsis österreichischer Autokäufer bezüglich Erdgas-Pkw aufzuzeigen, hat der ÖAMTC im Mai und Juni dieses Jahres eine Telefon-Umfrage durchgeführt. „Die Umfrage zeigt, dass die Österreicher schlecht über Erdgas als Kraftstoff informiert sind. Ein Drittel hat spontan keine wirkliche Meinung zum Thema Erdgas, bis zu 70 Prozent können zu einzelnen Fragen keine Meinung abgeben“, so Wiesinger.

Am ehesten wissen die Konsumenten über die Umwelt-Vorteile von Erdgas als Kraftstoff Bescheid. „Als wichtigsten Grund, sich ein Erdgasfahrzeug zu kaufen, nennen 86 Prozent der Befragten den niedrigeren CO2-Ausstoß und die geringeren Feinstaub-Emissionen.“

21 Prozent weniger CO2

Erdgas ist nicht nur kostengünstiger, es hat auch Vorteile in der Ökobilanz. „Beim Einsatz eines Erdgas-Pkw können die CO2-Emissionen um bis zu 21 Prozent reduziert werden“, erklärte Wolfgang Altmann vom Fachverband der Gas- und Wärmeversorgungsunternehmungen (FGW).

Außerdem gibt es bei der Beimischung von Biomethan – im Gegensatz zu Benzin und Diesel – keine Beschränkungen. Neben Biomethan, das aus Abfällen und Reststoffen erzeugt werden kann, gibt es auch die Möglichkeit, Wasserstoff oder sogenanntes E-Gas aus regenerativen Quellen, wie zum Beispiel Windkraft, in das allgemeine Erdgasnetz einzuspeisen.

Der Leiter der ÖAMTC-Interessenvertretung betont die Notwendigkeit einer breiteren Diskussion und fordert eine Informationskampagne der Regierung. Denn wie sehr Wissen und Information die Entscheidung beinflussen, wird durch einen Vorher-Nachher-Vergleich der ÖAMTC-Umfrage deutlich: „Zu Beginn gaben nur 34 Prozent der Befragten an, bei der kommenden Neuanschaffung ein Erdgasfahrzeug zumindest in Erwägung zu ziehen. Am Ende der Befragung und der damit einhergehenden Beschäftigung mit Erdgas stieg dieser Wert auf 54 Prozent.“

Flächendeckende Versorgung

In Österreich besteht eine flächendeckende und krisenresistente Versorgung mit Erdgas. „Mit 175 öffentlichen CNG-Tankstellen besteht schon jetzt ein gut ausgebautes Tankstellennetz, das bei steigender Nachfrage auch weiter verdichtet werden kann. Die Versorgung der einzelnen Tankstellen erfolgt über das allgemeine Erdgasnetz. Das verringert den Lkw-Verkehr, der durch die Lieferung von Kraftstoffen entsteht, und auch die damit verbundenen CO2-Emissionen“, sagt Walter Boltz, Vorstand der Energie-Control Austria (E-Control).

Beispiel Caritas Salzburg

Erdgas nutzen bereits etliche Flottenbetreiber. Etwa die Caritas Salzburg: „Die Kosteneinsparungen im Vergleich zu einem Diesel-Pkw liegen bei 1.000 Euro im Jahr. Darüber hinaus war für uns als Klimabündnispartner der Faktor Klimaschutz ausschlaggebend für die Wahl von Erdgas-Pkw in unserer Fahrzeugflotte.“

Quelle: ÖAMTC

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