Der Ernährungstrend Insekten hat uns wohl mittlerweile erreicht. Es gibt Aufzuchstationen für Mehlwürmer, Snacks zum Kaufen und mehr.

Ein Thema, mit dem ich sehr oft auf Abneigung stoße, ist “Insekten essen”. Dabei muss es nicht einmal ums Essen gehen! Insekten allgemein sind vielen Leuten ein Dorn im Auge. Viele meiner Freunde haben “Angst” vor Spinnen, mögen keine Käfer und finden Insekten im allgemeinen nervig. Im besten Falle sind sie ihnen egal.

Ich glaube, so geht es den meisten Menschen. Obwohl wir wissen, dass Insekten einen riesigen (meist sehr positiven) Einfluss auf unser Ökosystem haben, werden die einzelnen Vertreter dieser Gattung immer wieder als Ärgernis gesehen, nicht viel mehr. Es gibt sie (teilweise) in Hülle und Fülle, sie vermehren sich in rasendem Tempo und sind reich an Proteinen und Nährstoffen. So langsam kommen wir schon in die richtige Richtung: Was wäre, wenn man Insekten als Lebensmittel sähe?

Genau das tun schon längst Milliarden von Menschen. In Thailand wächst das Geschäft mit den krabbelnden Tieren seit 1999. Dort werden längst nahrhafte Gattungen in Tierfarmen gezüchtet, es gibt Imbissbuden auf der Straße, die Insekten anbieten und Familien verdienen sich etwas mit der Insektenzucht dazu.

Photo by Jairo Alzate

Abwegiger Gedanke?

Ist es ein so abwegiger Gedanke, Insekten als Nahrung zu sich zu nehmen? Tausende Tiere tun genau das. Insekten liefern viele Nährstoffe und stehen auch in Sachen Protein keiner anderen tierischen Nahrung nach. Eines darf nicht vergessen werden: Insekten müssen nicht “als Ganzes” konsumiert werden. Man kann beispielsweise aus Larven Proteinmehl herstellen und in leckeren Riegeln oder Proteinshakes verwenden, in denen man das Insekt nicht schmecken würde. Die Firma criknutrition beispielsweise tut das schon seit Jahren. Solltet ihr also mal ein Protein der etwas anderen Art Testen wollen, nur zu. Laut vielen Kundenmeinungen schmeckt es völlig normal. Ich glaube, in diese Richtung ist noch einiges offen und sollte auch weiterhin geplant werden. Ob Insekten aber als Snack in wenigen Jahren bei uns als Standard gelten werden, darf wohl bezweifelt werden. Und obwohl es sehr spannende Systeme zur Zucht gibt, stellen sich doch einige Probleme …

„Wenn man Insekten im industriellen Maßstab züchtet, bedeutet das Abermillionen von Tiere auf engstem Raum – was den Einsatz von Medikamenten sehr wahrscheinlich macht. Wir wissen nicht, von welchen Krankheiten diese Tiere alle befallen werden und welche Hygieneprobleme wir uns bei einer Massenproduktion einfangen“. Das sagt Professor Dr. Wilhelm Windisch vom Lehrstuhl für Tierernährung an der TU München.**

Noch dazu gibt es hierzulande nun mal einfach genug Alternativen, als dass Insekten wirklich als Lebensmittel oder Alternative wahrgenommen würden.

Photo by kazuend

Probieren geht über Studieren

Trotzdem finde ich, dass dieses Thema ein äußerst interessantes ist. Und warum nicht auch einfach mal Probieren? Es gibt über 1700 essbare Insekten weltweit.* Auf Insektenessen.at beispielsweise kann man sich gefriergetrocknete Mehlwürmer und andere Arten in moderaten Mengen zum Snacken bestellen. Die Verpackung und die Aufmachen lassen auf trendige Snacks schließen, nicht auf gruselige Würmer. Auch dort gibt es wieder Tipps zur Verarbeitung: Warum nicht als Mehl in andere Speisen mischen? Dann muss man sie nicht mal sehen, wenn es einen davor zu sehr ekelt. Aber ganz ehrlich, so einen knusprigen Mehlwurm schafft man doch, oder? 

Also selbst, wenn Insekten bei uns vermutlich nicht so bald ein großer Ersatz für gewisse Lebensmittel werden, man kann sich ja mal ein bisschen daran gewöhnen oder ihnen eine Chance geben. Vielleicht schmecken sie ja einfach nur herrlich. Mehlwürmer sollen an Popcorn oder Hühnchen erinnern .Klingt doch gar nicht so schlecht. Ich habe es leider noch immer nicht geschafft, endlich einmal welche zu kosten.

Photo by Mikhail Vasilyev

Zuhause züchten

Wer noch immer am Lesen ist und noch immer Interesse hat: auf eine spannende Kleinigkeit bin ich noch gestoßen. Livin Farms ist eine Firma, die eine kleinen Zuchtstation für Zuhause erfunden hat, in der man ganz einfach Mehlwürmer selber züchten kann. Das ganze ist recht teuer, aber sieht auf jeden Fall sehr interessant aus.

Je weiter man sich mit diesem Thema beschäftigt, desto mehr fällt auf: Das tun auch einige andere Leute. Es gibt fast so etwas wie eine kleine Community und die Nachfrage nach Snacks ist sogar halbwegs gedeckt. Man findet binnen weniger Sekunden ein paar Anbieter, die schön verpackte Insekten verschicken. Essfertig.

Ich weiß jedenfalls schon, was diesen Sommer auf meiner Bucket List steht. Und ich verfolge weiterhin gespannt die Entwicklung, die diese Bewegung machen wird. Würdet ihr Insekten essen?

Wenn du noch mehr spannende Beiträge lesen willst, findest du hier einen, in dem ich dir zeige, wie man ein ganz einfaches Deo selbst herstellen kann.

Wenn du gerne herausfinden möchtest, wie ich ganz einfach Strom spare- hier entlang.

Laurel Koeniger
Foto: Laurel Koeniger

 Laurel Koeniger

Laurel Koeniger schreibt auf seinem Blog laurelkoeniger.com über Nachhaltigkeit, faire Mode und einen schönen Lebensstil. Außerdem produziert er regelmäßig YouTube-Videos zu ähnlichen Themen. Laurel liebt es, Kolumnen und Texte jeder Art zu schreiben und arbeitet momentan an der Veröffentlichung seines ersten Romans, während seines Literaturwissenschaft-Studiums.

 

 


Quellen: **https://www.welt.de/wissenschaft/article106139107/Warum-Insekten-nicht-unser-neues-Fleisch-werden.html

*http://www.sueddeutsche.de/wissen/nahrungsmittel-mehlwuermer-zur-mahlzeit-1.1306727

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