Elektroautos gelten als leise, schwer und damit potenziell riskanter für Fußgänger. Diese Annahme hält sich hartnäckig – doch aktuelle Forschung zeigt ein anderes Bild. Eine neue Analyse aus Großbritannien kommt zu einem klaren Ergebnis: E‑Autos sind für Fußgänger nicht gefährlicher als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor.
Warum die Sorge überhaupt entstanden ist
Zwei Punkte stehen seit Jahren im Raum:
- Leisere Motoren: Bei niedrigen Geschwindigkeiten sind E‑Autos kaum zu hören.
- Höheres Gewicht: Viele Modelle bringen mehr Masse auf die Straße als vergleichbare Verbrenner.
Beides klingt plausibel – aber die Daten zeigen: Die reale Gefahr wird oft überschätzt.
Was die Studie tatsächlich zeigt
Die Untersuchung, veröffentlicht in Nature Communications, wertete umfangreiche Unfallzahlen aus dem Vereinigten Königreich aus. Das Ergebnis:
Es gibt keinen signifikanten Unterschied in der Unfallhäufigkeit zwischen Elektrofahrzeugen und Verbrennern, wenn Fußgänger beteiligt sind.
Die wichtigsten Erkenntnisse:
- E‑Autos sind nicht häufiger in Fußgängerunfälle verwickelt.
- Die Schwere der Verletzungen unterscheidet sich nicht signifikant.
- Die geringere Geräuschkulisse führt nicht zu messbar mehr Unfällen.
Was bedeutet das für Städte wie Wien?
Für urbane Räume, die auf leisere und emissionsfreie Mobilität setzen, ist das eine gute Nachricht. Die Studie zeigt:
- Mehr E‑Autos bedeuten nicht weniger Sicherheit.
- Die Mobilitätswende kann Lärm reduzieren, ohne neue Risiken zu schaffen.
- Maßnahmen wie AVAS‑Warngeräusche bleiben sinnvoll – aber sie kompensieren ein Risiko, das in der Realität geringer ist als oft angenommen.
Sicherheit entsteht im Zusammenspiel
Die Forscher betonen, dass Verkehrssicherheit immer ein Zusammenspiel aus Infrastruktur, Sichtbarkeit, Rücksichtnahme und Technik ist. E‑Autos verändern dieses Zusammenspiel – aber sie verschlechtern es nicht.
Für die Praxis heißt das:
- Gute Beleuchtung, klare Wegeführung und sichere Querungen bleiben entscheidend.
- Die Technologie selbst ist kein Risikotreiber.
- Die Mobilitätswende kann mit Fakten statt Befürchtungen begleitet werden.
Die neue Studie liefert eine wichtige Klarstellung: Elektroautos sind für Fußgänger nicht gefährlicher als Verbrenner. Damit wird ein verbreiteter Mythos entkräftet und der Weg frei für eine sachliche Diskussion über die Chancen der Elektromobilität.
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Bild: Jacek Dylag auf Unsplash