Im Norden Finnlands wurden neue Metallvorkommen entdeckt. Wirtschaft und Lokalregierung freuen sich über die Chance, denn Profite und Arbeitsplätze winken. Problem: Das Vorkommen liegt in einem Naturschutzgebiet. Das britische Bergbauunternehmen…

Im Norden Finnlands wurden neue Metallvorkommen entdeckt. Wirtschaft und Lokalregierung freuen sich über die Chance, denn Profite und Arbeitsplätze winken. Problem: Das Vorkommen liegt in einem Naturschutzgebiet.

Das britische Bergbauunternehmen Anglo American hat im Norden Finnlands, in der Gegend der Ortschaft Sodankylä, Nickel und Kupfervorkommen entdeckt – möglicherweise die reichhaltigsten Vorkommen Europas. Eine Nachricht, die von offiziellen Stellen in der Gegend mit Freude aufgenommen wurde, auch wenn Anglo-American-Chef Jim Coppard davon ausgeht, dass es noch einige Jahre dauern könnte, bis der Abbau beginnen wird.

Nickel

Nickelmetall wird in fein verteilter Form als Katalysator bei der Hydrierung ungesättigter Fettsäuren verwendet.
Seine chemische Beständigkeit macht Nickel zu einem idealen Stoff für Apparate im chemischen Labor und der chemischen Industrie. Nickellegierungen kommen bei der Münzprägung zum Einsatz – und bei der Herstellung von Batterien.
Außerdem dient Nickel als Überzugsmetall zum Korrosionsschutz, zum „Vernickeln“ von Metallgegenständen.

Kupfer

Kupfer besitzt nach Silber und noch vor Gold die höchste Spezifische Leitfähigkeit für Elektrischen Strom. Es wird in der Elektro- und Installationstechnik ebenso eingesetzt wie für Präzisionsteile, Münzen, Essbesteck, Kunstgegenstände, Musikinstrumente und vieles, vieles mehr. Kuper ist ein teuer: der Preis auf dem Weltmarkt betrug im August 2011 ca. 9.200 US-Dollar/Tonne.

Naturschutz

150 Arbeiter sollen nun zusätzlich zu den bestehenden Probebohrungen weitere Arbeiten vornehmen, um genau zu erheben, wie viel Nickel und Kupfer im Boden Lapplands lagern. Womöglich würde es sich sogar auszahlen, direkt in der Nähe der Fundstelle metallverarbeitende Betriebe anzusiedeln. Ein wirtschaftlicher Aufschwung für Sodankylä wird greifbar.

In Sodankylä liegen freilich Teile des Urho-Kekkonen- und des Pyhä-Luosto-Nationalparks, ebenso wie der Naturpark Sompio. In der Wildnis der Umgebung kommen vier Großraubtierarten Finnlands vor: Braunbären, Wölfe, Luchse und Vielfraße. 28 % der Fläche Sodankyläs stehen unter Naturschutz, teils unter strengerem, teils unter weniger strengem.

Naturschutzorganisationen warnen jetzt vor weiterer Zerstörung der Natur in der ökologisch empfindlichen Region. Umweltminister Ville Niinistö von der Grün-Partei rief in seinem Blog zu einer öffentlichen Diskussion auf.
Schon bisher gab es in der Gegend Meinungsverschiedenheiten zwischen Naturschützern und der Forstindustrie, weil auch unter den ungeschützten Flächen bislang unberührte Urwälder sind.

Bild: Stanley Almqvist, SXC

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