Immer häufiger werden Verunreinigungen des Trinkwassers festgestellt.

Hydraulisches Fracking wird vor allem in den USA vielerorts betrieben, um Gas zu fördern, doch die Methode ist äußerst umstritten. Um Gasreserven aus tiefen Gesteinsschichten zu pumpen wird eine chemikalienhaltige Flüssigkeit in die Tiefe gepresst. Durch den hohen Wasserdruck bricht das Gestein auf, verschiedene Chemikalien und Sand sorgen dann dafür, dass die Spalten geöffnet bleiben und Gas durch das Bohrloch gefördert werden kann. Gegner warnen schon seit langem davor, dass diese Chemikalien ins Trinkwasser gelangen können.

In den letzten Jahren werden immer mehr Fälle bekannt, wo genau die Chemikalien, welche beim Fracking verwendet werden, im Trinkwasser gefunden wurden. So haben beispielsweise Geologen der Pennsylvania State University Spuren des Lösungsmittels 2-Butoxyethanol in einer Wasserprobe, die sie in der Nähe einer Frackingstätte in Bradford County genommen hatten, gefunden. Hier scheinen die Chemikalien ins Trinkwasser gelangt zu sein, weil die Förderfirma die Bohrlöcher nicht gut ausgekleidet hatte und ein Lagerbecken undicht war. Die gefundene Konzentration war zwar relativ gering und für den Menschen höchst wahrscheinlich ungefährlich, doch dies ist nur einer von vielen Fällen, bei dem Frackingchemikalien im Trinkwasser gefunden wurden.

Die US-amerikanische Umweltschutzbehörde, Environmental Protection Agency (EPA), hat letzten Sommer eine umfangreiche Studie zum Thema Fracking herausgebracht. In dieser bestätigen sie, dass Fracking in „manchen Fällen“ zu einer Verunreinigung des Trinkwassers führt. Bisher hatte die Obama-Administration, darunter auch die ehemalige Leiterin der EPA, Lisa Jackson, sowie der Energieminister Ernest Moniz, immer wieder betont, dass es keine Beweise dafür gibt, dass Fracking zur Verunreinigung von Trinkwasser führen würde. Doch nun zeigt die EPA in der Studie auf, dass Fracking in jedem Schritt des Prozesses Risiken mit sich bringt. Sowohl das Einpressen der Frackingflüssigkeit, als auch das Zurückfließen des Produktionswassers, sowie die Lagerung des Abwassers bergen Gefahren für das Trinkwasser. Die Studie zeigt außerdem auf, dass viele Firmen in viel geringerer Tiefe fracken als gedacht, teilweise führen die Bohrlöcher auch durch unterirdische Wasserreserven. Selbst wenn Bohrlöcher gut ausgekleidet sind, Lagerbecken dicht sind, kann die Gefahr, die Fracking für die Trinkwasservorkommen darstellt, nicht vollkommen gebannt werden.

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