Bei einem Testprojekt in Stockholm konnten Autofahrer, die sich an das Tempolimit halten, Geld gewinnen.

Wenn sich Autofahrer an Geschwindigkeitsbegrenzungen halten, gewinnen wir im Endeffekt alle, denn die Straßen werden für uns alle sicherer und Emissionen und Lärmbelastung sinken. Warum ist es für den Einzelnen aber dennoch manchmal so schwer diese Vorteile zu sehen? Warum ist der Vorteil des Einzelnen, der schneller ans Ziel kommt, oft wichtiger als das Allgemeinwohl? Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten, doch es gibt Wege, bei denen sich Allgemeinwohl und Vorzüge für den Einzelnen verbinden lassen. Genau damit hat man bereits vor ein paar Jahren in Stockholm experimentiert.

Im Jahr 2010 lancierte Volkswagen eine Kampagne mit dem Titel ‚Rolighetsteorin‘, zu Deutsch Spaßtheorie. Dabei konnte man Ideen einreichen, die Spaß mit Verkehrssicherheit oder Umweltvorteilen verbinden. Kevin Richardson reichte damals seine Idee einer Geschwindigkeitslotterie ein und konnte damit die Jury überzeugen. Richardsons Projektidee ist eigentlich ziemlich einfach, eine Radarkamera misst die Geschwindigkeit aller vorbeifahrenden Autos. Wer zu schnell fährt, bekommt eine Geldstrafe verhängt, das so eingenommene Geld landet in einem Topf. Wer sich an die Höchstgeschwindigkeit hält, kann wiederum genau dieses Geld gewinnen.

Das Siegerprojekt wurde dann auf einem Straßenabschnitt in der schwedischen Hauptstadt Stockholm getestet, auf dem Tempo 30 gilt. Dass man eine 30-Zone für den Test gewählt hat, hat den Grund, dass das Risiko für Unfälle mit tödlichem Ausgang bei Geschwindigkeiten über 30 Kilometern pro Stunde um ein Vielfaches höher ist als bei einer Maximalgeschwindigkeit von 30 km/h.

Mittels Anzeige konnten Vorbeifahrende sofort sehen, ob sie über der Höchstgeschwindigkeit lagen oder nicht. Die Autofahrer, welche die Geschwindigkeitsbegrenzung nicht übertraten, sahen nicht nur einen grünen Daumen, der nach oben wies, sondern hatten auch die Chance bis zu 20.000 schwedische Kronen (ca. 2.000 Euro) zu gewinnen. Die Ergebnisse, die man nach dem dreitägigen Test sah, waren durchaus positiv. Die für korrektes Verhalten in Aussicht gestellte Belohnung vermag offensichtlich mehr Fahrer zu motivieren sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung zu halten, als es die Androhung einer Strafe kann.


Mehr zu Mobilität

In dieser Kategorie sammeln sich Innovationen rund um den Einsatz von Solarenergie, Windkraft und Elektromobilität sowie Beiträge zur Förderung der Sicherheit im Straßenverkehr. Mit folgenden Links gelangst du der Reihe nach zu mehr Artikel in diesem Themenbereich für Einsteiger bis zu Profis.

Bild: Unsplash

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*