Erderwärmung und Extremwetterlagen machen Russland zu schaffen. Die Winter werden wärmer und der Permafrost-Boden läuft Gefahr aufzutauen. Wenn das passiert, beginnt ein unaufhaltbarer Prozess, der Milliarden Kubikmeter von zur Zeit im ewigen Eis gebundenem Methan freigibt. Und zur Info: Methan ist 22-mal aggressiver als Kohlendioxid!
Dieser Artikel wurde am 26. Mai 2014 veröffentlicht
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Die Häufung der Naturkatastrophen ist allgegenwärtig. Überschwemmungen, Dürren und schwere Stürme wechseln sich ab. Insgesamt 545 Extremwettersituationen wurden im letzten Jahr in Russland registriert. Das sind doppelt so viele als noch vor etwa 20 Jahren.

Angestrebtes Zwei-Grad-Ziel bereits überschritten

Das Zwei-Grad-Ziel beschreibt den Vorsatz, die globale Erderwärmung, gerechnet seit Beginn der Industrialisierung, nicht über 2 Grad Celsius steigen zu lassen. Schaffen wir das nicht, so beginnen laut Klimaforschern spätestens dann unaufhaltbare und unabsehbare Prozesse auf unsere Erde. Leider ist die Entwicklung global immer noch gegenläufig.

Im russischen Winter ist dieses Ziel sogar schon längst überschritten. Mit einer Erhöhung von 0,9 Grad pro Dekade, liegen die durchschnittlichen Wintertemperaturen in Russland etwa um 2,7 Grad höher als noch 1980.

Permafrost-Boden droht aufzutauen

Ein weiteres Problem stellt auch das drohende Auftauen des Permafrostbodens dar. Vor allem in Sibirien und anderen ständig kalten Gebieten Russlands werden Häuser ohne Fundament gebaut, da der Boden 365 Tage im Jahr gefroren und somit ausreichend stabil ist. Nun steigen die Temperaturen und gefährden die Stabilität der Gebäude.

Doch das Tauwetter bringt noch ein weit größeres Problem: In den Tiefen der gefrorenen Erde sind Milliarden von Kubikmetern Methan gebunden – ein Klimagift, welches 22fach stärker als das gefürchtete Kohlendioxid ist. Wird es erstmal freigesetzt, brauchen wir uns um unsere CO2 Bilanz keine Gedanken mehr machen…

Der Countdown läuft!

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