Dass es unbestritten keinen „freien Willen“ gibt, entschuldigt natürlich nicht das krass unvernünftige Handeln der Menschen des „Westens“. Es gibt dadurch natürlich zwar keine „Schuld“ im juristischen Sinne, aber eine…

Dass es unbestritten keinen „freien Willen“ gibt, entschuldigt natürlich nicht das krass unvernünftige Handeln der Menschen des „Westens“. Es gibt dadurch natürlich zwar keine „Schuld“ im juristischen Sinne, aber eine Verantwortung. Jedes Handeln hat irgendwelche Folgen. Einzelgänger tragen die Folgen oft allein, aber Gruppenwesen tragen die Verantwortung für das Wohlergehen der Gemeinschaft. Da das Wissen, das zu der Gemeinschaft jedes Wesens letztlich der gesamte Kosmos gehört selbst in jedem Molekül gespeichert ist, führt das Handeln gegen diese Gemeinschaft auch für den Akteur zu Stress, zu einem „Verantwortungsbewusstsein“, das er irgendwie verarbeiten muss. Die Physik nennt dies ein Energiegefälle. Er kann versuchen, die Verantwortung von sich zu schieben und seine „Schuldgefühle“ ertränken, zu vergessen. All das macht ihn aber zu einem getriebenen, zu einem Süchtigen nach einem Ersatz für das Gefühl, in der Gemeinschaft aufgehoben zu sein. So ein Verhalten ist gegen die Vernunft.

Der Weg zur Vernunft geht also über die Befreiung – von dem „Schuld-Gefühl“

Aus der Sicht der heutigen „Wissenschaften“, hier besonders der Psychologie, also der „Seelenschau“, sind all die „Erfolgreichen“, die „großen Gestalten der Geschichte“ ganz besonders kranke Menschen, sogenannte Psychopathen, im juristischen Sinn „Kriminelle“. Das ist besonders deutlich bei Gestalten wie John D. Rockefeller, natürlich Adolf Hitler, Josef Stalin, aber auch Margret Thatcher, Ronald Reagan, Helmut Kohl etc. Ihre „Seelengeschichten“ weisen auf einen Gemütszustand hin, der sie zu Getriebenen, zu Süchtigen macht, die völlig skrupellos versuchen müssen, für sich eine Balance herzustellen. Sie reden sich dabei ein, für „das Wohl der Allgemeinheit“ zu handeln und arbeiten doch in krasser Weise dagegen, weil sie als Süchtige nicht frei sind – nicht in „stoischer Ruhe“ fähig – die Ursache ihrer Sucht zu erkennen. Rockefeller ging, wie die anderen auch, ohne ein Gewissen zu zeigen über unzählige Leichen, verbreitete unsägliches Leid und verbarg dies – für sich und die anderen – hinter seiner Religiosität und indem er den Großteil seines – gestohlenen – Vermögens für wohltätige Zwecke verschenkte. In der stoischen Philosophie (seit ca. 300 v.Chr.) heißt es dazu: „Arbeite! Aber nicht wie ein Unglücklicher oder wie einer, der bewundert oder bemitleidet werden will. Arbeite oder ruhe, wie es das Beste für die Gemeinschaft ist“ (Mark Aurel; Selbstbetrachtungen IX, 12). Der Mensch „will gekannt werden“, fühlen, dass er Teil der Gemeinschaft ist – auch der der Umgebung. Je mehr er dieses Gefühl vermisst, desto stärker wird natürlich die Sehn-Sucht. Aus ihrer Geschichte empfinden manche Menschen eine Schuld – bei sich – und kämpfen dann ihr Leben lang dagegen an, wollen dann die Guten sein, die „Retter ihrer Gemeinschaft“, wobei diese dabei gar nicht wirklich wahrgenommen werden kann.
Wenn diese Getriebenen noch eine Ideologie finden, die ihr Handeln bestätigt und die Folgen entschuldigt, können sie zu gefährlichen Ver-Führern werden, zumal sie ja ihre Schuld stets geschickt zu verbergen suchen. Je kranker – in diesem Sinne der Sucht – eine Gesellschaft ist, desto eher finden diese Psychopathen Helfer und Mitstreiter, die so versuchen, ihre eigene Sucht zu befriedigen. Diese Menschen wurden und werden von den Menschen dann ebenso leidenschaftlich geliebt und gehasst, je nachdem, wie sucht-krank die jeweiligen Menschen selbst sind. Diese Kranken führen, beherrschen im 21. Jahrhundert noch die meisten Menschen.

Ideologie, die trügerische „Idee einer Vernunft“ der Süchtigen

Logos, also Vernunft, das Wissen um die kosmische Harmonie, wird als Ideo-Logie zu einer verzerrten Begründung, ja Entschuldigung für ein Handeln, dass eben das Wissen um die „Wahrheit“ im Sinne dessen, der seine „Schuld“ fühlt in seinem Sinn neu erklären muss. Der Süchtige muss seine Sucht vor sich und den anderen erklären. Das macht jede Ideologie (oder Religion) so starr und gefährlich. Das Wesen der Vernunft ist ja, dass die Zusammensetzung der Teile des Kosmos an jedem Ort eine andere ist und damit das harmonische Gleichgewicht immer auch ein anderes Verhalten erfordert. Das einzig allgemeingültige, also an jedem Ort des Universums geltende „Gesetz“ ist, dass jedes Energiegefälle ausgeglichen werden muss, der Energiefluss nicht aufgestaut werden darf. Dann ist ein „glückliches“ Leben an jedem Ort möglich.
Eine Idee einer anderen Vernunft muss an diesem „Weltgesetz“ scheitern und zu einem Energiestau führen, der sich letztlich irgendwann mit enormer Zerstörungskraft entlädt. Derartige Katastrophen sind Teil der menschlichen Geschichte – und zwar der „Zivilisationen“. Eine Zivilisation ist schon aus dem Selbstverständnis heraus eine – ideologische – Abkehr von der reinen Vernunft. Bisher ist jede dieser künstlichen Weltordnungen an ihrer Hybris, dem Glauben die Bedingungen des Lebens in der Mitwelt bestimmen zu können gescheitert. Unsere aktuelle – westliche – Zivilisation hat bisher die kürzeste Geschichte, aber die heftigsten Eingriffe in die Mitwelt vorgenommen, mit globalen Auswirkungen und scheint daher auch vor dem Zusammenbruch mit den weitreichendsten Folgen zu stehen.

Die Hoffnung – auf eine Rückkehr zur Vernunft – stirbt zuletzt

Die Stoa ist im Grunde nichts weiter, als das in Worte gefasste „Weltgedächtnis“ und könnte gleichlautend von jedem „Naturvolk“, also noch vernünftig lebenden Menschen unterschrieben werden, wurde und wird seit Jahrtausenden – von Primaten Jahrmillionen und allem „Sein“ in dem uns bekannten Universum seit rund 13,4 Milliarden Jahren – gelebt. Tatsächlich ist jede davon abweichende „Ideologie“ unvernünftig und ein Verstoß gegen das „Weltgesetz“.
Für die Menschen im 21. Jahrhundert bedeutet dies, dass all jene Entwicklungen, die wieder lokale und regionale Gemeinschaften fördern, die eben an ihrem Ort vernünftig handeln, eine dauerhafte Zukunft haben können. Wie sehr die Menschen die „Sehn-Sucht“ danach spüren, zeigen all die „Autonomiebestrebungen“ weltweit, auch in den angeblich so fest gefügten „Staaten“ Europas. Bei all den neuen Gemeinschaften hat so etwas wie Geld keine so dominante Bedeutung mehr, wenn es überhaupt – zumindest innerhalb der Gemeinschaft – eine hat. Damit haben die kriminellen Psychopathen, ob nun Politiker, Konzerne oder Banken kaum noch Einfluss auf diese autarken Inseln. Hier sind die Menschen wirklich befreit, frei von der Sucht auf „gekannt sein“, weil sie in ihrer Gemeinschaft gekannt, wahrgenommen und aufgenommen sind. Sie können wirklich in Ruhe arbeiten – oder ruhen – wie es das Beste für die Gemeinschaft ist.

http://www.brandeins.de/archiv/2014/scheitern/george-bonanno-im-interview-der-mensch-ist-ein-zaehes-tier/

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