Ohne Schockerleben scheinen Menschen nicht bereit zu sein, Veränderungen hinzunehmen oder gar selbst einzuleiten. Das zumindest behauptet die kanadische Publizistin Naomi Klein. Betrachtet man den Fortschritt beim Klimaschutz und die…

Ohne Schockerleben scheinen Menschen nicht bereit zu sein, Veränderungen hinzunehmen oder gar selbst einzuleiten. Das zumindest behauptet die kanadische Publizistin Naomi Klein. Betrachtet man den Fortschritt beim Klimaschutz und die aktuellen Absichtserklärungen, ja letztlich die von ihr dargestellte Weltgeschichte, muss man ihr wohl Recht geben. In den meisten Fällen wurden diese Schocks, durch unvorhersehbare Naturereignisse oder eben als künstlich herbeigeführte katastrophale Geschehen, wie Kriege oder wirtschaftliche Totalzusammenbrüche benutzt, um den Bürgern immer mehr ihre Rechte zu nehmen. Wurde dieses bis ins Mittelalter als Mittel zur Beschwörung der Götter gestaltet, wird es heute als notwendiges Übel verkauft, um zukünftigen derartigen Zusammenbrüchen vorzubeugen. In allen Fällen war und ist es ein Mittel, eine Herrschaft so absolut wie möglich zu etablieren.

Massen bewegen sich erst, wenn genügend (Antriebs-) Energie aufgebaut wurde

Schon in der Frühzeit waren die Menschen nur vom Sofa zu holen, wenn der Hunger sich bemerkbar machte oder eine ernsthafte Gefahr drohte. Gerade in den frühen Gemeinschaften war man in der Regel in einem harmonischen Verhältnis – Gleichgewicht – innerhalb der Gruppe und mit der Umgebung (Mitwelt). Die Energie konnte relativ frei fließen. Dieses ist ein universelles Gesetz, egal auf welcher Ebene es geschieht, ob zwischen zwei Elementarteilchen, lebenden Organismen oder Sternsystemen. Das Energieniveau muss in einer möglichst freien Interaktion gehalten werden. Wird an irgendeiner Stelle eine zu große Energiedifferenz aufgebaut, wird sich dieses Gefälle explosionsartig entladen. Menschen spüren, wie alle Wesen derartige „Gefahren“, ja schon kleine unterschiedlichen Ladungen. Sie fühlen sich erst unwohl, werden langsam unruhig und werden schließlich zu einer Handlung „motiviert“, also durch ein Kommando ihres Zentralorgans in Bewegung gesetzt. Diese Handlung war bisher in der Regel so geartet, dass das Wesen versucht, die Energiebalance wieder herzustellen. Dieses Gefühl stellte sich ein, wenn es der Gruppe gut ging, alle Mitglieder in Sicherheit waren und sich ruhig und gelassen verhielten.
Hinter jeder – menschlichen – Aktion steckt also der Wunsch, einen Energieüberschuss abzubauen und wieder ein Gleichgewicht, also Ruhe und Frieden, herzustellen. Dass „Problem“ der Menschen in den „Staaten“ der Neuzeit ist aber, dass sie sich nicht mehr in den Schutzraum ihrer Gemeinschaft zurückziehen können, sondern auf sich allein gestellt bleiben. Alle Wege, Zufriedenheit zu finden, werden seit der Zerschlagung dieser Gemeinschaften von „Herrschern“ vorgegeben, waren es einmal religiöse Riten, sind es heute Versprechen der Herrscher, entweder als „politische Aussagen“ oder als „Slogans der Werbung“. Je größer die Not ist, desto manipulierbarer ist der auf sich allein gestellte Mensch. Vernunft ist aber das Wissen darum, dass diese Sicherheit – so relativ sie im Spiel der „natürlichen Kräfte“ ist – nur in einer Harmonie, also Energiebalance mit der Mitwelt zu erreichen ist. Das wiederum widerspricht der aktuellen Entwicklung in jeder Hinsicht. Menschen, die das „kapitalistische“, also die Welt zerstörende System aufrechterhalten, handeln gegen jede Vernunft.

Revolutionen, Aufstände und religiöser Fanatismus sind energetische Entladungen

Jede Explosion ist eine Entladung, ein Ausbruch aufgestauter Energie. Jeder „Herrscher“ muss also versuchen, derartige Energiestaus zu vermeiden. Sind sie unvermeidlich, muss er einen „kontrollierten Energieabfluss“ herstellen. Das waren in den alten Gemeinschaften noch sogenannte Rituale – letztlich also ein gemeinsam herbeigeführter Energieaustausch mit der Mitwelt, die ja als Teil des eigenen Wesens verstanden wurde (und niemals als Götze oder derartiges) – und sind heute vorzugsweise Kriege.
Je größer die gefühlte Not der Menschen ist, desto verzweifelter suchen sie eine Gemeinschaft, desto mehr ist ihnen aber auch egal, was diese Gemeinschaft macht. Das sind dann Gruppen, wie Hooligans, die eigentlich Vereinsmitglieder z.B. eines Fußballvereins sind oder im schlimmsten Fall Kämpfer der IS, die ihnen eine sogar spirituelle Gemeinschaft. Jede Religion will in Form von Legenden, also Märchen, das sehnsüchtige Gefühl befrieden. Diese Menschen waren also zuvor in ihrer „Heimatgemeinschaft“ nicht aufgehoben.

Warum gibt es nun keinen Aufstand der Vernunft?

Die Philosophen der Antike, die anfingen, die Millionen Jahre alten Erfahrungen und Gefühle, also das kollektive Weltgewissen in Worte zu fassen, haben es bereits eindeutig beschrieben: „Der Mensch ist Teil der Natur und Aufgabe der Vernunft ist es, das Leben in die kosmische Ordnung einzufügen“. Unsere heutige Wissenschaft würde formulieren: „Das energetische Gleichgewicht zwischen allen Elementen muss hergestellt werden.“
Menschen der Industrienationen jagen allerdings ihr Leben lang – als Konsumenten – hinter Zielen her, die ihnen die Wirtschaft vorgibt, mit Hilfe der „Ausbildung“, der Medien und der Politiker. Alle diese Ziele sind aber völlig gegen die Vernunft.
Allein Menschen in Ländern, wo sie noch die Verwandtschaft zur Mitwelt und einer Gemeinschaft – die natürlich erfahrbar sein muss, also nicht zu groß und damit anonym sein darf – können noch vernünftig handeln. Das geschieht aktuell zum Beispiel in vielen Ländern, wenn diese so einen Unfug, wie Plastiktüten einfach grundsätzlich verbieten (z.B. Bangladesch, Buthan, Papua Neuguinea etc.) oder sich weigern ihre Felder mit einer industriellen Landwirtschaft zu zerstören, wie gerade Teilen von Indien. Insgesamt 770 Millionen Menschen, zumeist in solchen „Schwellen- oder Entwicklungsländern“ haben sich in Gemeinschaften zusammengeschlossen und dem Konsumzwang, dem Zwang zu Wachstum – letztlich der westlichen Banken und Konzerne – verweigert. Das ist gelebte Vernunft.
Wir Menschen des Westens (oder Nordens) der Konsumgesellschaften sollten endlich davon lernen und wieder zulassen Vernunft zu spüren, das energetische Gleichgewicht unter uns und der Mitwelt wieder herzustellen. Die nächste globale Katastrophe hat sich bereits aufgebaut, wir weigern uns nur, das zu spüren.

http://taz.de/Politisches-Buch-zum-Klimaschutz/!148693/
http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-11/eu-europaparlament-plastik-tueten-verbrauch-verringern-kompromiss
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/sigmar-gabriel-rueckt-von-klimazielen-ab-a-1001837.html
http://www.spiegel.de/thema/klimawandel/
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/klimaziel-oppermann-erinnert-bundesregierung-an-co2-versprechen-a-1003382.html
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/studie-konzerne-bekommen-milliarden-subventionen-fuer-oel-erkundung-a-1002252.html
http://www.zeit.de/zeit-magazin/2014/44/wolfgang-nowak-politik-banken

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