Ein internationales Forscherteam hat unter Mitwirkung des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI), über dem tropischen Westpazifik ein mehrere tausend Kilometer großes Atmosphären-Loch entdeckt. Die Prozesse, die hier stattfinden,…

Ein internationales Forscherteam hat unter Mitwirkung des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI), über dem tropischen Westpazifik ein mehrere tausend Kilometer großes Atmosphären-Loch entdeckt. Die Prozesse, die hier stattfinden, verstärken den Ozonabbau in den Polarregionen und beeinflussen unser Klima sehr wahrscheinlich erheblich. Die Forschungsergebnisse zeigen, wie komplex die Mechanismen von Klimaereignissen sind. Sie lassen erahnen, wie viel wir in diesen Zusammenhängen noch nicht wissen, und werfen neue Fragen für die Klimapolitik auf, denen man im EU geförderten Forschungsprojekt „StratoClim“ nachgehen möchte.

Schadstoffe gelangen ungefiltert in die Stratosphäre

Im unteren Bereich unserer Atmosphäre, der Troposphäre, gibt es die sogenannte OH-Schicht. Diese wirkt wie ein Filter, in dem fast alle natürlich vorkommenden chemischen Substanzen durch eine Reaktion mit sogenannten OH-Radikalen abgebaut werden. Da somit viele Schadstoffe entfernt werden, nennt man die OH-Moleküle auch das „Waschmittel der Atmosphäre“. Es gibt einige besonders langlebige chemische Verbindungen, die durch diese Waschmittelschicht ungehindert durchkommen und weiter aufsteigen, u. a. das Klimagas Methan oder das Ozon auflösende FCKW. Und diese Substanzen, die bis in die Stratosphäre gelangen, entfalten ihre Wirkung global.

Zu viele unbekannte Faktoren im Klimageschehen

Durch das natürlich vorkommende Atmosphären-Loch über dem Pazifik gelangen nun alle chemischen Verbindungen wie über einen „riesigen Fahrstuhl“ ungefiltert durch die OH-Schicht. Die Forscher fanden heraus, dass dieses Phänomen den Ozonabbau in den Polarregionen begünstigt. Sie befürchten, dass es zudem mit der steigenden Luftverschmutzung in Südostasien das Klima insgesamt erheblich beeinflussen könnte. Denn beispielsweise Schwefelpartikel, die andernorts in der OH-Schicht gefiltert werden, gelangen hier direkt in die Stratosphäre. Und die Emission an Schwefelpartikeln steigt in Südostasien derzeit stark an. Weltweit ist ein Anstieg an Schwefelpartikeln in der Stratosphäre zu verzeichnen. Ob hier direkte Zusammenhänge vorliegen, ist noch unklar. Auch sind die Folgen eines weiteren Anstiegs der Partikel ungewiss. Wir wissen einfach noch zu wenig über die Zusammenhänge im Klimageschehen unseres Planeten, um die Folgen unserer Emissionen unter Kontrolle zu haben.

http://www.awi.de/de/aktuelles_und_presse/pressemitteilungen/detail/item/pm_rex_englisch/?cHash=59a96f88d0c51b566b34370f5bdb4114

Bildquelle:

Foto – Der „Fahrstuhl“ in die Stratosphäre – Markus Rex, Alfred-Wegener-Institut.

Grafik – Die OH-Schicht – Markus Rex, Alfred-Wegener-Institut.

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