Strom wird immer teurer. Lohnt sich deshalb eine Kleinwindanlage im eigenen Garten? Dieser Artikel versucht ein paar Annäherungen und Hilfestellungen zu geben.

Ausgangsbasis dieses Gedankenspiels ist ein vorhandener Stromanschluss. Sollte das nicht der Fall sein, müssen auch noch die Anschaffung und Betrieb eines Generators mit einberechnet werden. Ist ein Stromanschluss also vorhanden, gilt zuallererst: Man sollte ein klares Bild hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit der Anlage haben. Einfacher gesagt: Der selbst erzeugte Strom sollte billiger sein als der zugekaufte.

In Österreich liegt der Preis für eine Kilowattstunde (kWh) Strom laut E-Control zwischen rund 18 Cent und gut 27 Cent. Dieser Preis hängt nicht nur vom Bundesland ab, sondern auch vom Verbrauch. Mit Stand 1. Jänner 2022 rechnet die E-Control vor, dass in Wien bei einem Jahresverbrauch von 2.000 Kilowattstunden der Preis von einer kWh bei 29,74 Cent liegt. Bei höherem Verbrauch sinkt der Preis sukzessive. Bei 3.500 kWh zahlt man 26,68 Cent und bei 6.000 kWh kommt eine Kilowattstunde auf 24,98 beim selben Lieferanten.

Nun gilt es die Kosten für ein Windrad zu berechnen. Eine Kleinwindkraftanlage mit einer Nennleistung von 5 kW kann einen Haushalt in Normalgröße mit Strom versorgen. Es gibt auch noch kleinere Anlagen für Hütten oder zum Campen. Das wird aber für ein Wohnhaus nicht reichen. Mit größeren Anlagen mit 10 kW kann wiederum schon einen Bauernhof betreiben werden. Pro Kilowatt Leistung kann man durchschnittlich mit 5.000 Euro Kosten rechnen. Ein Windrad mit 5 kW Leistung würde dann rund 25.000 Euro kosten. Die hohen Kosten schrecken auf den ersten Blick natürlich ab. Die Investition sollte sich aber nach spätestens 15 Jahren amortisieren, bei steigenden Strompreisen noch früher. Eine Windanlage mit ordentlicher Qualität sollte eine Lebensdauer von mindestens 20 Jahren haben.

Entscheidend ist natürlich der Standort des Windrads: Fühlt es sich ständig windig an im Garten, hat das nichts zu sagen. Es gibt turbulente und laminare Windströmungen. Beides fühlt sich wie starker Wind an, aber nur die laminare Strömung kann ordentlich in Energie umgesetzt werden. Bei Turbulenzen ist der Wind zu unregelmäßig und oft zu schwach zum Starten der Anlage und dann so stark, dass das Windrad aus Sicherheitsgründen abschaltet. Also sollte man den Wind messen lassen.

Generell gilt: Je höher der Mast desto höher die Investitionskosten, desto höher ist aber auch der Ertrag. So hoch wie man will, wird es aber nicht gehen. Denn bei allen Rechnereien: Das Windrad unterliegt den Baurechtsbestimmungen. Also muss es eine Bauverhandlung geben und die Nachbarn haben Mitspracherecht. Eine Absprache mit den lieben Nachbarn bezüglich Lärm und Schatten könnte also nicht schaden.

Ob sich ein Windrad im eigenen Garten lohnt, hängt also von mehreren Faktoren ab. Für die Meisten wird es schwer werden genügend Faktoren positiv abzuhaken. Auch sollte man bedenken, dass der Wind nicht stabil ist. Hin und wieder muss Strom zugekauft werden und manchmal gibt es Strom im Überfluss. Will man den ins Netz einspeisen, gilt es die Gebühren und den zu erzielenden Preis zu beachten.


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