Welche anderen alternativen Naturmaterialien wir für Winterbekleidung noch nutzen können und wie.

Wenn wir an Winterbekleidung aus Naturmaterialien denken, kommt meist im ersten Gedanken Wolle, oder vielleicht noch Pelz bzw. Fell. Darüber habe ich bereits im gleichnamigen Artikel berichtet. Nun wollen wir auch noch weitere Naturmaterialien betrachten, und wie sie sich im Winter gegenüber Wolle mit ihren wärmenden und sonstigen Eigenschaften schlagen.

Federn

Federn, oder konkret meist Daunen, werden häufig als Füllmaterial für Jacken oder Decken verwendet. Sie haben gute wärmende Eigenschaften, weil sie darauf ausgelegt sind, die jungen Vögel zu wärmen. Wenn diese jedoch nass werden, verkleben sie leicht, und verlieren somit ihre wärmende Wirkung.

Sie zählen dadurch zwar zu in der Natur vorkommenden Materialien, werden aber meist unter sehr brutalen Umständen gewonnen, weshalb wir sie wo möglich vermeiden sollten, wenn wir kein unnötiges Tierleid fördern wollen.

Baumwolle

Einige denken vielleicht: Baumwolle ist doch auch Wolle, und sollte daher ähnliche Eigenschaften haben, oder? Dem ist jedoch nicht so. Während Wolle, etwa wenn sie nass wird, weiterhin wärmt, hat Baumwolle, wenn sie nass wird, eine kühlende Wirkung. Das ist im Sommer hilfreich, im Winter jedoch nicht.

Baumwolle ist bei der Kleidung schon lange beliebt, und wird auch oft in Winterkleidung eingesetzt. Sie wärmt jedoch, sobald sie nass ist, nicht mehr. – Photocredit: pixabay.com/Erbs55

Als Cord – etwa bei Cordhosen bekannt – , das meist aus 80-90% Baumwolle und dem Rest Polyester besteht, führt die Art der Verarbeitung dazu, dass das Material stabiler ist und weniger schnell die Feuchtigkeit aufnimmt. Dadurch wärmt es auch etwas besser, aber kann meist dennoch mit einer Wollhose nicht mithalten.

Leinen

Fasern aus Flachs, oder auch Leinen genannt, sind etwas rauere Fasern als beispielsweise Baumwolle. Auch wenn Leinen im trockenen Zustand wärmende Eigenschaften besitzt, so kann es bis zu 35% der Feuchtigkeit aus der Luft aufnehmen und wirkt somit je höher die Luftfeuchtigkeit, umso kühlender. Es ist daher ähnlich wie die Baumwolle vor allem für sommerliche und nicht so sehr für winterliche Kleidung geeignet.

Da es jedoch ein relativ robustes Material ist, das zusätzlich auch schmutzabweisend wirkt, könnte es als Außenschicht für Winterjacken in Regionen mit geringer Luftfeuchtigkeit dennoch geeignet sein, solange das Innenfutter wärmende Eigenschaften besitzt.

Leinen ist vor allem ideal für leichte Sommerkleidung. Auch hier gilt, dass es nur dann wirklich wärmt, wenn es nicht feucht oder nass ist. – Photocredit: pixabay.com/wilhei

Hanf

Hanffasern sind denen des Flachs sehr ähnlich. Ihnen wird jedoch nachgesagt, dass sie die längste Lebensdauer von allen Naturfasern haben. Das liegt vor allem daran, dass Hanf sehr beständig gegen Fäulnis, Schimmel und Salzwasser ist.

Sowohl Hanf als auch Flachs haben Hohlfasern, wodurch sie im Sommer kühlen und im Winter wärmen – solange sie nicht nass sind. Daher gelten viele Einsatzbereiche für Leinenkleidung auch für Kleidung aus Hanf.

Zellwolle

Auch aus Holzfaser, bzw. auch Zellwolle, oder meist Viskose genannt, kann Kleidung hergestellt werden. Obwohl sie industriell hergestellt wird , wird sie teilweise ebenfalls zu den Naturmaterialien gezählt. Betrachten wir die Eigenschaften von Zellwolle, so können wir beobachten, dass es als Dämmmaterial am alternativen Bau in Form von Zellstoff zwar gerne genutzt, die Art der Verarbeitung bei Kleidungsstücken jedoch eine sehr geringe isolierende Wirkung hat.

Speziell Hanf wurde lange Zeit vor allem für Seile oder ähnliches verwendet, wo Strapazierfähigkeit relevant ist. Aber auch in der Kleidung nimmt es immer mehr Einzug. Für Winterkleidung ist es jedoch nur für die Außenschicht mit zusätzlicher Imprägnierung wirklich geeignet. – Photocredit: pixabay.com/fotoblend

Wachsimprägnierung

Zusätzlich zur wärmenden Eigenschaft ist es speziell für Winterbekleidung relevant, dass sie Feuchtigkeit abhält. Hierzu gibt es ebenfalls Alternativen zu künstlichen, chemischen Imprägnierungen.

Einige Outdoor Kleidungsmarken bieten bereits Jacken und andere Kleidung mit Imprägnierung aus Bienenwachs und Paraffin an. Diese können dann auch bei längerer Nutzung wieder mit Wachs neu imprägniert und dadurch wasserfest gemacht werden. Auch wenn Paraffin ein Erdölprodukt ist, so ist es in seiner Verwendung in der Imprägnierung von Kleidung und anderen Stoffen nicht gesundheitsschädlich für den Menschen.

Mit Wachs imprägnierte Kleidungsstücke können es somit ermöglichen, dass wir auch etwa Leinen oder Hanf im Winter gut nutzen können, da sie im trockenen Zustand sehr wohl eine wärmende Wirkung haben.

Fazit

Viele Naturmaterialien, die für den Winter gute wärmende Eigenschaften besitzen, sind nicht vegan. Das könnte daran liegen, dass sich Pflanzen im Winter nicht im gleichen Ausmaß vor der Kälte schützen müssen, wie dies Tiere, inklusive uns Menschen notwendig haben.

Je nach Material besteht dadurch in der heutigen Zeit leider sehr häufig das Risiko, dass Tiere in der Herstellung leiden oder sogar sterben mussten. Greifen wir zu den veganen Naturmaterialien wie Hanf und Flachs, haben diese eine weniger wärmende Wirkung, und sind sie entweder bei Feuchtigkeit nicht geeignet, oder ist eine Kombination mit Kunststoffmaterialien notwendig.

Es gibt jedoch inzwischen auch einige Kleidungsangebote, die auch für den Winter geeignet sind, die zwar aus Kunststoff hergestellt, aber dennoch etwas nachhaltiger sind. Dies ist möglich, da sie aus recyceltem Polyester hergestellt werden. Es gibt beispielsweise inzwischen bereits einige Fleece-Produkte, die aus eingeschmolzenen PET Flaschen hergestellt sind. Diese sind oft für einen kalten Winter die einzig wärmende vegane Alternative.

Quellen

energieleben.at: Winterbekleidung aus Naturmaterialien
bergfreunde.de: Materialinfo Bienenwachs
lexikon.wohnen.de: Flachs
snocks.com: Sieben Stoffe die uns im Winter warm halten. versprochen
idee-fuer-mich.de: Bibbern ade. Warme Kleidung im Winter
unterwegs.biz: Hanf & Leinen
inspiration-stoffe.de: Hanf Vorteile
hempalaya.com: Der Unterschied zwischen Hanf und Leinen-fasern