Die Gründer von SeaChange wollen den Plastikmüll der ins Meer gelangt mittels Plasma Arc Technology deutlich reduzieren.

Carl Borgquist und Tim Nett kennen einander schon seit ihrer Kindheit. Sie sind gemeinsam in der kalifornischen Stadt Paradise aufgewachsen. In einer Brandkatastrophe im Jahr 2018 wurde ihre Heimatstadt vollkommen zerstört. Dieses tragische Ereignis hat die beiden sehr zum Nachdenken gebracht und sie wollten nicht mehr länger dabei zusehen, wie der Klimawandel unseren Planeten bedroht. So kam es dazu, dass Borgquist, der bis dahin im Bereich Erneuerbare Energie gearbeitet hatte und Nett, der in der Werbe- und Medienbranche tätig war, SeaChange gründeten.

SeaChange hat sich zum Ziel gesetzt, Flüsse von Plastik zu reinigen, bevor es ins Meer gelangt. Bojan Slat, der Gründer von Ocean Clean Up, hat vor rund einem Jahr ein ähnliches Projekt, den Interceptor, vorgestellt. Doch während Slats Interceptor das Plastik einsammelt und zur Verwertung an Land bringt, sollen die Schiffe von SeaChange das Plastik gleich auf See bearbeiten. Das eingesammelte Material soll im sogenannten Plasma Enhance Melter (PEM) geschreddert werden, dann kommt es in die Plasma Arc Zone, wo es mit Temperaturen von knapp 10.000 Grad Celsius und mittels Strahlung erwärmt wird. Die organischen Bestandteile verbrennen dabei zu Syngas, welches gleich verwendet werden kann, um die Schiffe von SeaChange zu betreiben. Anorganische Komponenten werden zu schwarzer Glasschlacke verbrannt, diese ist ungiftig und ungefährlich für im Wasser lebende Organismen.

Rund 90 Prozent des Plastiks, das überhaupt in die Meere gelangt, kommt aus den zehn meistverschmutzten Flüssen der Erde. Der Yangtse in China ist der am stärksten verschmutzte Fluss, er bringt jährlich rund 1,5 Millionen Tonnen Plastik zum Meer. An zweiter Stelle kommt dann der Indus, der von Tibet aus durch Pakistan ins Arabische Meer fließt und dabei rund 165.000 Tonnen Plastik mit sich trägt. Auf den Plätzen drei bis zehn folgen dann noch der Huang He (Gelber Fluss), Hai He, Nil, Ganges, Perlfluss, Amur, Niger und der Mekong. Die Schiffe von SeaChange sollen schon bald in diese Flüsse fahren, um dort Plastik einzusammeln und zu verbrennen. Täglich sollen dabei bis zu fünf Tonnen pro Schiff gesammelt und verarbeitet werden können, wobei nur knapp über 100 Kilo des schwarzen Glas überbleiben.


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