Für Dekoration, Zweckmäßiges oder als Rohstoff für 3D-Drucker? Ansätze gibt es für das Plastikproblem der Meere verschiedene. Foto: © SandraAltherr – pixabay.com
Für Dekoration, Zweckmäßiges oder als Rohstoff für 3D-Drucker? Ansätze gibt es für das Plastikproblem der Meere verschiedene. Foto: © SandraAltherr – pixabay.com
Einwohner einer kleinen Insel in Schottland machen aus der Müllnot im Meer eine Art Tugend. Die Einheimischen sammeln den Plastikmüll und verwandeln ihn auf ihre ganz eigene Weise in Nutzbares.

Die Insel Scarp ist eigentlich unbewohnt. Eigentlich – das meint, dass auf ihr noch immer einige Bewohner des Umlandes Ferienhäuser besitzen. Die etwa 1 Hektar große Insel kann an sich schon auf eine bewegte Geschichte zurück blicken. Denn unbewohnt, das war sie nicht immer. 213 Bewohner hatten sich hier im Jahr 1881 angesiedelt. Noch 1940 lebten auf Scarp 100 Personen – sie fanden ihr Einkommen durch Milchwirtschaft und Fischerei. Selbst eine Volksschule und eine Post gab es auf der kleinen Schottischen Insel – diese wurden aber letztlich geschlossen und während Anfang der 70er-Jahre zumindest noch 12 Menschen hier wohnhaft waren, sind es heute nur mehr Ferienhausbesitzer, die von den benachbarten Inseln ihrem Scarp einen Freizeitbesuch abstatten. 

Plastikmüll aus dem Meer hat zugenommen

Und dabei gehen sie einer ganz besonderen Beschäftigung nach. Früher sammelten die Einwohner nämlich das angeschwemmte Treibholz für die Reparaturen von Gebäuden oder die Herstellung von Möbeln – heute verwenden sie dafür Plastikmüll, der vom Meer an das Ufer angeschwemmt wird. Sie verarbeiten ihn zu praktischen oder dekorativen Gegenständen. Es gibt vor Ort sogar eine kleine Handwerksindustrie, in der die am Strand gefundenen Objekte zu touristischen Souvenirs weiterverarbeitet werden. So sehr dieses Engagement zu begrüßen ist, so sehr kratzt es an der Oberfläche des globalen und zunehmenden Problems von Plastikmüll im Meer: Ein Einheimischer, der bereits seit 35 Jahren auf Scarp Urlaub macht, meinte zwar, dass es seit 1994 nicht mehr so viele unterschiedliche Plastikobjekte gibt, die am Strand gefunden würden, aber gleichzeitig wäre die Menge des gefundenen Plastiks größer. Das bestätigte auch die BBC, als sie bereits 2010 berichtete, dass sich die Plastikabfälle an Stränden seit 1994 verdoppelt hätten.

Potenzial als Material für 3D-Drucker

Neben den global gesehen kleinen Bemühungen der Ferieninselbewohner gibt es allerdings noch weitere vielversprechende Überlegungen, Plastik aus dem Meer im größeren Stil wieder zu verwerten. Die Dozentin und Schmuckherstellerin Kathy Vones untersucht beispielsweise das Potenzial von Plastikmüll aus dem Meer, um ihn als Rohstoff für 3D-Drucker zu verwenden. Polypropylen kann beispielsweise leicht zerkleinert und geformt werden. Um die für den 3D-Druck gewünschte Konsistenz zu erhalten, müsse es aber derzeit im Verhältnis 50:50 mit Polylactid gemischt werden. Und genau diese Mischung von verschiedenen Kunststoffen ergebe wieder ein weiteres Problem für das zukünftige Recycling. Auch wenn es daher noch einiges an Forschungsarbeit braucht – der Ansatz klingt schon einmal vielversprechend.

Quellen: fastcompany.com, Schottlandfieber.de / Foto: © SandraAltherr – pixabay.com


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