Was steckt dahinter, dass es Gebäude gibt, die wie Fische, Hotdog oder Teekannen aussehen?

Jeder kennt diese nichtssagenden Büro- oder Amtsgebäude, an denen man regelmäßig vorbeigeht und dennoch keine Ahnung hat, was sich eigentlich darin abspielt. Ist es der Hauptsitz eines internationalen Konzerns, ein Amt oder Ministerium, vielleicht ein Verlag? Meist gibt es zumindest ein Schild, das über die Funktion des Gebäudes aufklärt, diese sind mal groß und man sieht sie von weitem, mal klein und irgendwo versteckt angebracht. Mit dem Hauptsitz des National Fisheries Development Board im indischen Hyderabad ist das ganz anders, das Aussehen des Gebäudes lässt ziemlich klar auf seine Funktion schließen, es sieht nämlich aus wie ein riesengroßer Fisch.

Der silberne Fisch hat drei Stockwerke, Schwanz- und Rückenflossen, ein geöffnetes Maul und auf der Fläche von knapp 2000 Quadratmetern haben hier die Mitarbeiter des National Fisheries Development Board ihre Büros. Das Gebäude ist ein gelungenes Beispiel für mimetische Architektur. Nach seiner Eröffnung im Jahr 2012 gingen die Bilder davon um die Welt. Aber was ist das eigentlich, mimetische Architektur? Von mimetischer Architektur spricht man, wenn das Gebäude durch seine Form und sein Design seine Funktion andeutet, wie es beim National Fisheries Development Board Gebäude der Fall ist.

Ihren Ursprung und ihre Blütezeit hat diese besondere Form der Architektur in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in den USA. Hier wurden zum Beispiel Würstelstände in Form eines Hotdogs oder Dackels (im englischen Sprachraum scherzhaft Wiener Dog oder Sausage Dog genannt) gebaut oder Coffee Shops sahen aus wie riesige Kaffeetassen. Dies war schlicht und einfach eine Form von direktem Marketing, denn diese Lokale waren – im zunehmend motorisierten Amerika – schon von weitem für Autofahrer zu sehen und es war ziemlich klar, dass in der Riesentasse Kaffee serviert wird und der große Hotdog am Straßenrand eine Stärkung für hungrige Autofahrer verkauft.

Viele Beispiele früher mimetischer Architektur zeigten Lebensmittel und warben so für Restaurants, doch es gibt auch andere Beispiele, so baute sich das Unternehmen Longaberger aus Ohio, das sein Geld mit der Herstellung von Körben und anderem Wohndekor verdiente, einen riesigen geflochtenen Korb als Hauptbüro. Die Parkgarage der städtischen Bibliothek in Kansas City sieht aus wie ein riesiges Bücherregal und es gibt noch zahlreiche andere Beispiele solcher Architektur.

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Bild: Derek JensenNational Park Service

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