Um Lebensmittelverschwendung vorzubeugen und somit auch wichtige Ressourcen zu schonen, ist die richtige Lagerung von Obst und Gemüse das A und O.

Jedes Jahr landen in Österreich mehr als 760 000 Tonnen Lebensmittel im Müll. Mehr als die Hälfte davon sollen noch genießbare Lebensmittel, oder etwa Lebensmittel sein, deren Verderben man hätte vermeiden können. Die Lebensmittel die für uns mit wertvollen Ressourcen und viel Energie produziert wurden, haben so ihren Sinn verloren und das zur Belastung unserer Umwelt. Neben Gastronomie und Industrie, sind vor allem private Haushalte für den enormen Lebensmittel-Müll verantwortlich. In Wien wirft jeder Haushalt jährlich ungefähr 40 kg noch genießbare Lebensmittel in den Restmüll.

Um dem enormen Verlust von Lebensmittel im Haushalt entgegen zu wirken sind wir selbst gefragt und dabei ist oft die schlechte Lagerung Hauptgrund, warum Nahrungsmittel schnell verderben. Gemüse und Obst können auf Temperaturen und Licht unterschiedlich reagieren und dabei helfen gerade diese beiden Faktoren bei der Lagerung unsere Lebensmittel so lang wie möglich frisch zu halten. Wusstet ihr zum Beispiel, dass Tomaten und Gurken gar nichts im Kühlschrank zu suchen haben? Oder, dass Endiviensalat und Chinakohl über Monate hinweg ohne Kühlschrank auskommen können? Ich wusste das zum Beispiel lange Zeit nicht und habe die meistens einfach nur versucht alles in meinen unglaublich kleinen Kühlschrank zu stapeln. Wie man seinen Kühlschrank entlastet und dabei Lebensmittel retten kann, habe ich für euch zusammen gefasst. 

Es gilt:

  • Gemüse und Obst von Plastik befreien (Schimmelgefahr! Die Lebensmittel müssen Atmen können!)
  • Sobald das Produkt angeschnitten ist gehört es in den Kühlschrank (z.B.: Zitronen, Melonen, Paprika, usw.)
  • Blattgemüse hält länger, wenn man es in ein feuchtes Tuch einschlägt.

Was ist eigentlich Ethylen?

Gemüse und Obst sondern unterschiedlich viel vom Reifegas Ethylen ab. Das Gas sorgt dafür, dass Gemüse oder Obst schneller reifen und daher auch schneller verderben. Das bedeutet, Obst und Gemüse sollte nicht gemeinsam gelagert werden, also in unterschiedlichen Gefäßen. Es gibt Gemüse- und Obst-Sorten die besonders viel von diesem Gas ausstoßen, und welches das wiederum enorm sensibel darauf reagiert. Diese beiden sollte man deshalb auf gar keinen Fall in einer Schüssel nebeneinander lagern. Die Übeltäter sind vor allem Äpfel, Birnen, Avocados, Pfirsich, Marillen und Zwetschgen. Aber Auch Gemüse wie Brokkoli, Gurken, Tomaten, Lauch, Spinat und Paprika. Um also Gemüse und Obst lange am Leben zu lassen, sollte der Kontakt mit einem anderen Obst oder Gemüse dieser Sorte vermieden werden und separat gelagert werden.

Die richtige Lagerung ist bei jeder Wohnung und bei jedem Haus unterschiedlich und kommt auch ganz auf die Zimmertemperatur und die Jahreszeit an. Generell gehe ich hierbei von einer klassischen Wiener Wohnung ohne Kellerabteil aus. Man könnte schließlich auch im Keller hervorragend Gemüse lagern. Wegen der Angst vor Mäusen und dem einfachen „Aus den Augen aus dem Sinn“-Prinzip lasse ich den Keller bei meinen Überlegungen allerdings weg. Idealerweise gibt es in dieser Wohnung einen Kühlschrank mit Gemüsefach, eine Vorratskammer und eine Lagerfläche in der Wohnung (Obstkorb).

Lagerfläche in der Wohnung:

Faustregel: Exotisches Obst und Gemüse mag es gerne warm (über 16°C), daher können diese bei Zimmertemperatur in einem Obstkorb oder auf einem Regal gelagert werden. Direkte Sonneneinstrahlung sollte dabei dennoch vermieden werden.

  • Ananas, Melanzani, Bananen, Kürbis, Mangos, Melonen

  • Avocados und Gurken (Achtung: Ethylen-Obst und -Gemüse, daher in einem eigenen Gefäß lagern!)

Vorratskammer:

Eine kühler dunkler Ort, wie eine Vorratskammer kann der perfekte Ort zur Gemüse- und Obst-Lagerung werden. Idealerweise hat dieser Ort zwischen 5°-15°C. Ist also etwas kälter als die restlichen Zimmer, aber nicht so kalt wie ein Kühlschrank.

  • Äpfel, Birnen, Tomaten, Paprika, Pfefferoni (Achtung! Ethylen-Obst und -Gemüse, unbedingt separat lagern!)
  • Chinakohl, Endiviensalat (in Papier gewickelt, in Holzkisten aufrecht gelagert)
  • Erdäpfel und Zitrusfrüchte
  • Knoblauch und Zwiebel (in Körben, Keramikschalen, oder aufgehängt)

Kühlschrank:

Der Kühlschrank sollte ca. 5°C kalt sein (Stufe 1 oder 2), also nicht zu kalt!

  • Feldsalat, Fenchel, Karfiol, Karotten, Kohl, Kohlrabi, Kohlsprossen, Kraut, Kren, Mangold, Pilze, Rettich, Rotkraut, Spargel, Rote Rübe, Knollensellerie, Zucchini (in das unterste Gemüsefach)
  • Beeren (ungewaschen in einer großzügigen Schale)
  • Brokkoli, Frühlingszwiebel, Ingwer, Kirschen, Kiwi, Pfirsiche
  • Marillen, Nektarinen, Pflaumen, Ribisel, Trauben (Achtung: sehr Ethylen-empfindlich!)
  • Fisolen, Lauch, Radieschen, Rhabarber, Spargel (im feuchten Tuch eingewickelt)

Es gehört also wirklich nicht jedes Grünzeug in den Kühlschrank. Trotzdem verirrt sich auch bei mir immer wieder eine Tomate an diesen kalten Ort. In Zukunft möchte ich aber darauf achten, meinen Kühlschrank ein wenig zu entlasten und Lebensmittel länger frischer zu halten, in dem ich ihnen die richtige Dosis Temperatur und Licht gebe. Auch die Partnerwahl muss immer wieder überdenkt werden. Nicht jedes Obst teilt sich sein Plätzchen gerne mit einer Avocado, und dass muss eben auch respektiert werden. 

Quellen:

Mira Nograsek, BA

Auf dem Blog ROEDLUVAN berichtet Mira über ihre Versuche ein nachhaltiges Leben zu führen. Ihr Weg führt sie in fremde Länder, in die Welt der fair produzierten Mode, in die vegane Küche und in eine plastikfreie Zone. Nebenher studiert die grüne Lifestylebloggerin Geschichte und arbeitet als Kulturvermittlerin in Wien.

Bildrechte: Mira Nograsek

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