Neues Konzept für Schallschutzwände, die Lärm in verschiedenen Frequenzbereichen dämpfen können.

Forscher an der Universität Michigan haben ein zukunftsweisendes Konzept für Schallschutzwände entwickelt. Das Konzept sieht Mauern vor die aus einzelnen Röhren, welche in drei Reihen angeordnet sind, bestehen. Dadurch, dass diese Röhren auf einem Gitter montiert sind, das sich nach dem Vorbild der japanischen Origamifalttechnik bewegen lässt, kann die Anordnung der Röhren zueinander, der Abstand zwischen ihnen und ihre Höhe verändert werden. Dadurch können verschiedene Frequenzbereiche gedämpft werden. Dies ist deshalb interessant, weil der Lärm von Verkehr nicht immer dieselbe Frequenz hat, sondern je nach Anzahl und Art der Fahrzeuge unterschiedlich ist, auch die Geschwindigkeit hat Einfluss auf die Frequenz. Bei einem Verkehrsstau, bei dem die Autos nur sehr langsam fahren, breitet sich der Schall also anders aus, als wenn der Verkehr flüssig und schnell ist.

An der Universität Michigan hat man eine Versuchsanlage mit 33 PVC Röhren mit einem Durchmesser von 2cm gebaut. Dann hat man Schallwellen mit einer Frequenz zwischen 2,5 und 10,5 Kilohertz durch diese Versuchsanlage geschickt und dabei auch verschiedene Anordnungen der Röhren ausprobiert. Auf der anderen Seite der Anlage wurde ein Mikrophon installiert, das die Lautstärke aufzeichnete. Dabei stellte man fest, dass man im Frequenzbereich von 3,5 bis 7 Kilohertz eine Schalldämpfung von bis zu 90 Prozent erreichen kann.

Das Modell aus Michigan baut auf einem Produkt der niederländischen Firma Van Campen auf. Van Campen hat in Eindhoven, entlang der A2 bereits Schallschutzwände installiert, welche aus unterschiedlich hohen Röhren, die in drei Reihen angeordnet sind, bestehen. Die niederländischen Schallschutzwände können aber nur einen kleinen Frequenzbereich dämpfen, diese Problem soll mit den adaptierbaren Mauern der Forscher aus Michigan gelöst werden. Bisher weiß man aber noch nicht wie man die Veränderung der Anordnung regeln will. Manoj Thota, einer der beteiligten Forscher, meint man könnte einen Timer einsetzen und so die Anordnung der Röhren zu Stoßverkehrszeiten anpassen oder man kann die Veränderung auch auf Knopfdruck herbeiführen. Dann ist da natürlich auch noch die Kostenfrage, momentan wäre es sehr teuer solche Mauern zu produzieren und installieren, aber an der Weiterentwicklung des Konzeptes wird gearbeitet.

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Bild: PexelsUni Michigan

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