Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner hat Anfang des Jahres 2012 eine neue Tarifverordnung für Ökostrom erlassen: Die „Ausbauoffensive“ für erneuerbare Energie geht weiter, Atomstrom steht vor dem komplett-Aus in Österreich. Basis für…

Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner hat Anfang des Jahres 2012 eine neue Tarifverordnung für Ökostrom erlassen: Die „Ausbauoffensive“ für erneuerbare Energie geht weiter, Atomstrom steht vor dem komplett-Aus in Österreich.

Basis für die neue Ökostrom-Tarifverordnung ist ein Gutachten der E-Control. Umgesetzt wurde diesmal besonders zügig: die Verordnung für das Jahr 2012 ist bereits mit 30. Dezember 2011 in Kraft getreten. Ein positives Signal, denn in früheren Jahren kam die Verordnung oft erst mehrere Monate nach Beginn des Jahres.

Mitterlehner: „Wir setzen damit die Ausbauoffensive bei Erneuerbaren Energien weiter fort. Unser Ziel ist es, wirtschaftlich sinnvolle Projekte und Standorte auf dem Weg zur Marktreife effizient zu fördern, ohne dass unnötige Zusatzkosten für Haushalte, Gewerbe und Industrie entstehen.“

  • Für neue Windkraft-Anlagen werden in der Verordnung jene Tarife herangezogen, die schon im Rahmen des erfolgreichen Wartelistenabbaus bezahlt wurden.
  • Die Tarife für rohstoffabhängige Anlagen bleiben auf Vorjahresniveau.
  • Bei der Photovoltaik empfiehlt das Experten-Gutachten aufgrund der deutlich gesunkenen Errichtungskosten Anpassung. Überhöhte Tarife bremsen die technologische Weiterentwicklung der Anlagen-Technologien.

Unabhängigkeit vom Atomstrom

Der Anteil des geförderten Ökostroms soll bis zum Jahr 2015 rund 17,7 Prozent betragen, womit das im Ökostromgesetz festgelegte 15-Prozent Ziel überschritten werden kann. Ein Schritt, um bis 2014 bilanziell unabhängig von Atomstrom zu werden.

79 Prozent nicht-fossile Energie in Österreich

Gemäß E-Control weist Österreich 2010 (inklusive Großwasserkraft) einen Ökostromanteil von 79 Prozent an der öffentlichen Stromabgabe auf. Im EU-Vergleich liegt Österreich damit an stolzer erster Stelle.

Die Ökostrom-Tarife im Detail:

Windkraft: Wind weist in Österreich nach der Wasserkraft das größte und wirtschaftlichste Ausbaupotenzial für erneuerbare Energie auf. Die Einspeisetarife 2012 bleiben mit 9,5 Cent/kWh auf dem Niveau des zweiten Halbjahres 2011.
Das Interesse an der Errichtung von Windkraftanlagen ist groß. Das Ziel, bis 2015 zusätzliche Windkraftanlagen im Ausmaß von 700 Megawatt Leistung zu erreichen, wird voraussichtlich sogar übererfüllt.

Photovoltaik: Bei der Photovoltaik liegt der Schwerpunkt weiter auf gebäudeintegrierten Projekten. Das ist energiewirtschaftlich sinnvoller als große Anlagen auf Freiflächen.
Bei neuen gebäudeintegrierten Projekten mit einer Spitzenleistung zwischen fünf und 20 Kilowatt wird die Kilowattstunde künftig mit 27,6 Cent gefördert, für größere Anlagen gibt es 23 Cent pro kWh. Für die Abnahme elektrischer Energie aus Photovoltaik-Anlagen auf Freiflächen mit einer Leistung zwischen fünf und 20 Kilowatt liegt der Tarif bei 25 Cent pro kWh. Darüber gibt es 19 Cent pro kWh.

Weil sich die spezifischen Investitionskosten für Anlagenbetreiber reduziert haben, können mit den jährlich verfügbaren Förderkontingenten mehr Anlagen unterstützt werden. Der Photovoltaik-Anteil am Ausbau der erneuerbaren Energien wird damit weiter steigen.

Photovoltaik ist eine wichtige Zukunftstechnologie, bisher jedoch die teuerste Form der Stromproduktion aus erneuerbaren Technologien. Sollten die Preise aber weiter sinken, könnten die Erzeugungskosten auf etwa 18 Cent/kWh reduziert werden. Bei diesem Preisniveau würde die Eigenversorgung ohne Inanspruchnahme des öffentlichen Netzes interessant (Netzparität).

Biomasse, Biogas: Bei der Biomasse (z.B. Hackschnitzel- und Pellets-Anlagen) werden mehrere Klassen von Anlagen gefördert, um die verschiedenen Leistungsstärken zu berücksichtigen. Die Einspeisetarife liegen je nach Anlagengröße zwischen zehn und 14,98 Cent pro kWh – wie bisher. Dasselbe gilt für Biogas, wo die Tarife je nach Anlagengröße weiterhin zwischen 13 und 18,5 Cent pro kWh liegen.

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