Weintrauben, Photo von David Köhler auf Unsplash
Weintrauben, Photo von David Köhler auf Unsplash
Wieso Rosinen in Maßen so gesund sind und worauf man beim Kauf achten muss

Meine Kinder lieben Rosinen über alles und nachdem die süßen Weinbeeren so viel Sonne getankt haben sind sie auch sehr gesund! Doch konventionelle Rosinen sind außerdem sehr stark mit Pestiziden belastet, daher greife ich immer zu Bio-Produkten. Was Rosinen so gesund macht und worauf man beim Kauf achten muss, hab ich heute für euch zusammen gefasst.

Was sind Rosinen eigentlich?

„Rosine“ ist eigentlich der umgangssprachliche Begriff für getrocknete Weintrauben, wobei man für ein Kilogramm Rosinen rund sieben Kilogramm frische Weintrauben benötigt. Sie werden getrocknet bis die Beeren nur noch einen Feuchtigkeitsgehalt von 15 bis 18 Prozent enthalten. 

Bio-Rosinen haben oft Rohkostqualität, denn sie trocknen bei Temperaturen unter 42 Grad Celsius, meist in der Sonne. Ob Trockenfrüchte tatsächlich „roh“ sind muss immer auf der Packung stehen. Die meisten Bio-Rosinen stammen aus warmen Anbauländern – etwa aus der Türkei, Griechenland, Argentinien oder China. Sie haben also jede Menge Sonne getankt, zuerst am Weinstock, später beim Trocknen. 

Der kleine Unterschied zu Sultanine und Korinthe

Kennt ihr auch die Packungen mit Sultaninen und Korinthen, die den Rosinen zum Verwechseln ähnlich sind? Ich hab mich schon manchmal gefragt wo genau der Unterschied liegt und mich dazu schlau gemacht:

Kurz gesagt: sowohl Sultaninen als auch Korinthen sind eine bestimmte Sorte von Rosinen.

Grundlage für Sultaninen sind die saftig-süßen, sehr hellen und kernlosen Sultane-Trauben. Sie werden kurz mit einer Lösung aus Pottasche und Olivenöl besprüht, bevor sie in der Sonne trocknen. Das ist gesundheitlich völlig unbedenklich und löst die äußere Wachsschicht der Haut auf. Sie wird durchlässig und die Trauben müssen nur etwa fünf Tage lang trocknen. Rosinen aus anderen Sorten trocknen oft länger und sind darum auch dunkler. Grüne Rosinen trocknen sogar mehrere Wochen lang in schattigen, gut durchlüfteten Trockenhäusern, damit sie ihre grüne Farbe behalten und ganz viel Aroma entwickeln.

Die Korinthe ist die kleinste in der Familie der Rosinen. Sie wird aus violetten Weintrauben gewonnen, die vor allem rund um die griechische Stadt Korinth angebaut werden (daher auch der Name). Sie sind etwas fester als Rosinen und schmecken herb-süß. 

Gesunde Rosinen

Vor allem in der obstarmen Jahreszeit kann man mit einer kleinen Portion Rosinen gleich eine Vielzahl an wichtigen Nährstoffen aufnehmen. Die in der Rosine enthaltenen Nähr- und Inhaltsstoffe sind vielfältig, wobei der Ursprung natürlich immer die Inhaltsstoffe der reifen Weinbeeren ist. Durch die Trocknung tritt Wasser bei den Nährstoffen in den Hintergrund, die Kohlenhydrate treten durch die Konzentration des Zuckers klar in den Vordergrund. Enthalten sind zudem Vitamine und diverse Mineralstoffe: Rosinen sind reich an Kalium, Magnesium, Vitamin A und B-Vitaminen. Ballaststoffe sorgen außerdem dafür, dass die Verdauung rund läuft. Auch für eine basenreiche Ernährung sind Rosinen perfekt geeignet, denn sie haben einen besonders günstigen Effekt auf den Säure-Basen-Haushalt. 

Rosinen, Fotocredit: Ulrike Göbl
Rosinen, Fotocredit: Ulrike Göbl

Worauf achten

Das Loblied auf Rosinen singt man allerdings lieber nur auf Bio-Rosinen. Im Unterschied zu Rosinen aus konventionellem Weinbau sind Bio-Rosinen immer ungeschwefelt, also frei vom Zusatzstoff E220. Schwefel ist an sich nicht ungesund, aber vor allem für Allergiker und Asthmatiker heikel. Er kann Kopfschmerzen verursachen und zerstört gesunde B-Vitamine. Sie werden zur Verbesserung der Haltbarkeit geschwefelt, was erst ab einem Zusatz von 10mg Sulfat pro kg auf der Packung angegeben werden muss. Ab 500 mg Sulfit pro kg muss die Angabe lauten: „stark geschwefelt“. Der Höchstgehalt ist 1000 mg/kg. Rosinen dürfen auch mit Speiseöl oder Glyceriden von Speisefettsäuren (E 472a) behandelt werden, um ein Zusammenkleben zu verhindern. 

Konventionell angebaute Weintrauben tanken am Weinstock außerdem nicht nur Sonne, sondern auch jede Menge synthetischer Pflanzenschutzmittel. Sie gelten als besonders belastet (worüber ich hier schon einmal geschrieben habe). Bio-Weinbauern verzichten bekannterweise auf heikle synthetische Düngemittel und Pestizide und produzieren so die gesünder Rosinen. 

Kühl und trocken gelagert sind Rosinen gut ein Jahr haltbar. Findet sich nach einer Weile ein weißer Belag auf den Früchten ist das in der Regel auskristallisierter Zucker und die Beeren können problemlos gegessen werden.

So lecker sie auch sind: Trockenfrüchte enthalten viel Zucker. Eine Portion Rosinen (30 Gramm) liefert etwa 20 Gramm Zucker. Das entspricht etwa sieben Stück Würfelzucker. Die Hälfte dieses Zuckers ist Fruktose, die in der Leber gespeichert wird, wenn wir zu viel davon essen. Also Rosinen, wie fast alles, besser in Maßen genießen. (Es gibt auch die sogenannte Fruktose-Malabsorption, bei der Fruktose nicht vertragen wird. Teile des Zuckers gelangen dabei unverdaut in tiefere Darmabschnitte und verursachen so Durchfall und Blähungen. Eltern sollten also unbedingt ausprobieren, ob ihr Nachwuchs Trockenfrüchte auch gut verträgt. Abhilfe bringt ein gemeinsamer Verzehr mit anderen Lebensmitteln, zum Beispiel Nüssen im klassischen Studentenfutter.)

Was man mit Rosinen alles machen kann

Solo eignen sich Rosinen als leckerer Snack, wie schon erwähnt am besten zusammen mit Nüssen. Außerdem süßen sie als Zutat Müslis, Desserts, Waffeln und Kuchen. Sie schmecken in Smoothies und können herbe Rohkostsalate verfeinern (zum Beispiel mit Sellerie). Viele herzhafte orientalische Gerichte mit Gemüse, Getreide oder sogar Fleisch schmeicheln dem Gaumen mit sonnengetrockneten Rosinen. Sehr beliebt sind auch in Rum eingelegte Rosinen.

Sind die Rosinen sehr fest können sie auch in Wasser eingeweicht werden, was sie noch bekömmlicher macht. (Generell schadet es nicht, zu Trockenobst immer viel zu trinken.)

In welcher Form auch immer, Rosinen wird es bei uns daheim wohl immer geben – bio natürlich!

Quellen:
Schrot&Korn Magazin, Print Ausgabe 01/2018, Annette Sabersky: „Pick die Bio-Rosinen!“
Focus Online, „Rosinen und Sultaninen: So unterscheiden Sie die Trockenfrüchte
Vitamine.com, „Vitamine und Nährstoffe in Rosinen
Internationale Organisation für Rebe und Wein

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