Precycling bedeutet Abfall zu vermeiden, bevor er entsteht. So könnten wir unseren geschundenen Planeten schonen und nicht sinnlos Ressourcen verschwenden für Verpackung, die gar nicht notwendig ist.

Klar ist und bleibt Recycling wichtig, doch die größte Entlastung für unseren geplagten Planeten ist natürlich Abfall schon im Vorfeld zu vermeiden oder zumindest stark einzuschränken.

Für die Herstellung von Verpackungsmaterial werden Rohstoffe verschwendet und Energie verbraucht, damit es nach seinem kurzlebigen Einsatz dann Jahre braucht um zu verrotten.

Abfallvermeidung wird einem nicht leicht gemacht

In vielen Bioläden oder auch auf Wochenmärkten kann man verpackungsfrei einkaufen. Hauptsächlich handelt es sich dabei aber um Obst und Gemüse. Wollen Sie Mehl, Linsen oder Waschmittel im mitgebrachten Container nach Hause tragen, werden Sie bald auf Schwierigkeiten stoßen. Kaum eine Möglichkeit, solche Waren selbst abzufüllen. Die “Greißler” in Wien sind ausgestorben und und ich vermisse die alten Zuckerlgeschäfte, in denen man Süßigkeiten nach Stück oder Gramm kaufen konnte.

Verpackungsfreies Geschäft in London

Der Londoner Laden Unpackaged betreibt Precycling vom Feinsten. Fast alle Produkte werden offen verkauft. Konsumenten müssen Ihre Behälter selbst mitbringen. Abgesehen von der vorrangigen Tatsache, dass man so die Umwelt schont, hat man auch den ganz persönlichen Vorteil, nicht an Verpackungseinheiten gebunden zu sein und so auch nur jene Menge einkaufen zu können, die man tatsächlich benötigt.

Eigeninitiative kann viel bewirken

Wenn Sie sich der Problematik bewusst sind, die durch die Unmengen an Verpackungsmüll entsteht, wird Ihnen der neue Gedanke des Precyclings gefallen. Wobei es in Wirklichkeit ja nur eine Renaissance alter Einkaufsgewohnheiten ist, wo noch nicht alles foliert, eingewickelt, verschweißt, geblistert oder sonstwie verpackt verkauft wurde.

In Österreich ist mir kein solcher Laden bekannt. Schade eigentlich. Denn Mega-Supermärkte und Zeitdruck haben den Lebensmitteleinkauf leider zu einem notwendigen Übel gemacht, anstatt diesen mit Vorfreude auf das Kochen und Essen bei herrlichen Gerüchen und Farben zu genießen.

Wer sich selbst und der Umwelt etwas Gutes tun will, der bevorzugt kleinere Geschäfte oder Bauernmärkte, wo man noch offen einkaufen kann. Bringen Sie wiederverwendbare Behälter und Taschen mit ins Geschäft und lassen Sie unangemessene Vielfachverpackung demonstrativ im Supermarkt zurück. Vieles an Verpackung ist überhaupt nicht notwendig – wir haben uns nur daran gewöhnt…  Jeder kann etwas gegen die Unmengen an Verpackungsmüll tun!

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Bildrechte: Plastikmüll in gelben Säcken © Moni Sertel, pixelio.de – beide Bilder unverpackter Lebensmittel © Unpackaged.com

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