Christoph Six Green City Hubs
Christoph Six Green City Hubs
Forschungsprojekt zur Machbarkeit.

Die Zustelllogistik in Städten ist nicht nur mit einem riesigen Aufwand verbunden, sondern vor allem auch mit jeder Menge CO2-Emissionen. Wie – und vor allem ob – man diese nachhaltig gestalten kann, damit befasste sich ein Projekt, an der sich ein Konsortium aus TU Wien, Raumplanern, Logistikplanern und Spediteuren beteiligten. Christoph Six von der TU Wien spricht im Interview über den ganzheitlichen Ansatz und über die Ergebnisse der Studie.

Womit hat sich das Projekt „Green City Hubs“ genau befasst?

Im „Green City Hubs“-Projekt, das mit Oktober 2014 startete, ist es um eine Machbarkeitsstudie für die nachhaltige innerstädtische Zustelllogistik gegangen. Das Problem ist, dass die Umschlagplätze für den Warenverkehr immer außerhalb des Stadtgebiets liegen, da die Flächen dort deutlich günstiger sind. Dies bedingt, dass jeden Tag sehr viele Zustellfahrzeuge in der Stadt unterwegs sind. Das Projekt hat sich mit der Frage befasst, wie und ob man Umschlagstandorte etablieren kann, die einerseits den Pendelverkehr reduzieren, andererseits auch auf Fahrzeugen mit alternativen Antrieben basieren. Dies bedingt aber, dass die gesamte Transportplanung neu konzipiert wird. Die City Hubs, also innerstädtische Umschlagpunkte oder Depots, würden die Länge der Zustellfahrten reduzieren und somit auch die Ressourcen, die für den innerstädtischen Warentransport nötig sind.

Was war das Besondere am Projekt „Green City Hubs“?

Das Besondere war, dass sich erstmals ein ganzes Konsortium an Projektpartnern interdisziplinär mit der Thematik auseinandergesetzt hat. Da Raumplaner, Logistikplaner und Spediteure gemeinsam mit der TU mitgewirkt haben, war eine ganzheitliche Betrachtung des Themas garantiert. Das Thema lässt sich nur sinnvoll bearbeiten, wenn man Logistikplanung, Standortplanung und die Leistungsfähigkeit der Fahrzeuge als Gesamtheit betrachtet.

Was war das Ziel des Projekts?

Ziel des Projekts war es, ein Tool zu entwickeln, das Spediteuren ermöglicht, die Wirtschaftlichkeit und emissionsbezogenen Effekte einer Umstellung ihrer Zustelllogistik auf City Hubs kombiniert mit alternativ angetriebenen Fahrzeugen zu bewerten, also kurz die CO2-Reduzierung und die Kostensteigerung gegeneinander abzuwiegen. Vier Wiener Logistikpartner haben bei dem Projekt mitgemacht: Einer, der temperaturgeführte Transporte mit Klein-Lkw durchführt, einer, der nicht temperatursensible Waren mit größeren Lkw durchführt, einer, der Speziallieferungen ohne regelmäßige Tourenplanung durchführt, und einer, der regelmäßige Routen befährt.

Was waren die wichtigsten Ergebnisse des Projekts?

Neben dem Tool, das Logistikpartnern bei der Entscheidung helfen soll, ob sie weiterhin konventionell ausliefern und eben einen entsprechenden CO2-Abdruck hinterlassen oder die Auslieferung grüner gestalten wollen, haben die Raumplaner auch konkrete, potenzielle Standortkandidaten in Wien unter die Lupe genommen, die von der Flächenverfügbarkeit her infrage kommen.

Wie geht es mit den gewonnen Erkenntnissen weiter?

Die Machbarkeit von Green City Hubs wurde erfolgreich geprüft, sodass nun Städteplaner, Logistiker und auch Fahrzeughersteller eine Umsetzung ins Auge fassen können. Ein nächster erforderlicher Schritt ist dabei sicher die Schaffung der nötigen Randbedingungen, insbesondere aus Raumplanungs- und Fahrzeugsicht.

 

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Quelle: Energieleben Redaktion
Foto: TU Wien

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