Als die Deepwater Horizon im Golf von Mexiko Öl verlor, konnten mit herkömmlichen Methoden nur 3% des ausgelaufenen Öls abgeschöpft werden. Das Projekt Protei soll beim nächsten Mal deutlich mehr schaffen, deutlich billiger, und ohne Gefahr für die Gesundheit von Besatzungen. Eine unbemannte Schwimmdrohne, die Öl aufsaugt.

Die Deepwater Horizon war eine Ölbohrplattform im Golf von Mexiko. Im Auftrag von BP führte sie Bohrungen in rund 1.500 Meter tiefen Gewässern durch. Bis zum 20. April 2010. An diesem Tag kam es zu einem „Blowout“ und einem Brand. Die Plattform sank, elf Arbeiter starben, und das ausströmende Öl führte zur Ölpest im Golf von Mexiko, der schwersten Umweltkatastrophe dieser Art in der Geschichte.

Menschen in „Skimming“-Booten errichteten schwimmende Ölsperren und schöpften Verschmutzung ab – auf diese herkömmliche Art der Ölpest-Bekämpfung konnten drei (!) Prozent des BP Deepwater Horizon Oil Spill eingesammelt werden.
Nicht viel – und dazu um einen hohen Preis. Nicht nur um den Preis der vielen Arbeitsstunden der Arbeiter, sondern auch um den der Gesundheitsgefährdung. Denn das Rohöl im Salzwasser schadet nicht nur Fischen und Vögeln, sondern auch
Sogar motorgetriebenen Boote der Helfer trugen zur Verschmutzung bei.

Cesar Harada war verblüfft, als er von der geringen Erfolgsbilanz dieser Versuche hörte. Er war überzeugt, dass man das besser machen könnte – und gemeinsam mit Freiwilligen entwickelte er ein Konzept, das unglaublich klingt, aber ausgezeichnete Chancen hat, die Erfolgsbilanz bisheriger Konzepte weit zu übertreffen. Die Eckpunkte des Projekts Protei:

  • Unbemannt
  • Rund um die Uhr im Einsatz
  • Leistbar
  • Umweltfreundlich
  • Widerstandsfähig bei schwerem Wetter
  • Autonom

Die unbemannte Segeldrohne wurde als Open Source Hardware konzipiert. Das heißt, jeder Mensch kann am Design mitarbeiten und Verbesserungen einbringen. Die Drohne ist durch ihr Material unsinkbar, sie wird vom Wind angetrieben, spürt Ölpartikel über Sensoren auf und kreuzt durch eine intelligente Steuerung (inklusive einer Software zur Vermeidung von Kollisionen) als Schwarm immer wieder quer durch den Ölteppich. Dabei ziehen die Drohnen lange Schweife aus Öl absorbierendem Material hinter sich her.

So weit die vielversprechende Theorie. Um nicht nur immer bessere Prototypen, sondern eine echte Flotte zu bauen, benötigt Protei Investoren. Bis dahin kommt die Finanzierung aus Spenden.

Cesar Harada erzählt von der Idee zu „Protei“ (englisch)

Das offizielle Präsentationsvideo:

PROTEI PRESENTATION VIDEO

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