Eine kleine britische Firma entwickelt ein Verfahren zur Herstellung konventioneller Treibstoffe direkt aus Wasser und Luft.

Die Idee ist so einfach wie brillant: Man nehme CO2 aus der Luft, man nehme Wasser aus der Luft, und füge beides über eine Serie aus chemischen Reaktionen zu kurzkettigen Kohlenwasserstoff-Molekülen zusammen. Letztere sind besser bekannt als Benzin, Diesel oder Heizöl leicht.

Wahrscheinlich hätten die Idee auch schon einige gehabt. Die kleine britische Firma Air Fuel Synthesis Ltd hat das Konzept jetzt im Laborrahmen umgesetzt und erste kleine Mengen CO2-neutralen Treibstoff produziert, der an einem Moped getestet wurde.

Durch die Abhängigkeit des entwickelten Prozesses von mehreren Elektrolyse-Schritten wird bei der Erzeugung des Treibstoffes Strom verbraucht, der aus erneuerbaren Quellen stammen soll. Die Elektrolyse wird zur Aufspaltung von Kohlendioxid und Wasser in seine chemischen Bestandteile eingesetzt. So konvertiert man schlecht speicherbaren Strom aus erneuerbaren Quellen in eine Form, für die wir gigantische Speicherkapazitäten weltweit vorweisen können.

Zwar ist die Technologie in Summe klimaneutral – sobald der gewonnene Treibstoff wieder verbrannt ist – bis dahin entzieht sie der Luft aber das für die Produktion gebrauchte CO2. Während die meisten  aktuellen Technologien das Ziel haben, weniger CO2 zu emittieren – damit aber CO2 zur bestehenden Menge – präsentiert sich hier eine Möglichkeit, CO2 effektiv wieder aus der Luft zu entfernen – wenn auch nur vorübergehend.

Ein wesentlicher Kritikpunkt ist die Unklarheit darüber, ob das Projekt wirtschaftlich in großem Maßstab zu betreiben ist und wenn ja, unter welchem Energieaufwand das der Fall ist. Ein weiterer Punkt ist der noch nicht näher bestimmte Wirkungsgrad: Wie viel der eingesetzten elektrischen Energie kann in chemische Energie umgewandelt werden?

Als erste Anwendung wird von Air Fuel Synthesis der Motorsport angepeilt, dananch der Ersatz von Flugtreibstoffen mit einer klimaneutralen Alternative.

Die Vorstellung, dass hinter jeder Tankstelle auch gleich die hauseigene Raffinierie steht, hat aber schon etwas: Dezentrale Energieproduktion at it’s best?

Artikelbild: Prozess-Diagramm © Air Fuel Synthesis Ltd.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*