Stachelbeeren in einem Korb
Stachelbeeren in einem Korb
Stachelbeeren oder Ogrosln sind gar nicht so stachelig wie der Name vermuten lässt! Was sie ausserdem gesund macht plus Rezepte

Eigentlich sind sie gar nicht so stachelig, diese Stachelbeeren – dafür umso saftiger und aromatischer! Seit meiner Kindheit mag ich die Ogrosln, wie man bei uns sagt, und heute möchte ich die kleinen Beeren einmal etwas näher beleuchten.

Anbau und Saison von Stachelbeeren

Schon mein Opa hatte einen Stachelbeerstrauch in seinem Garten und ich kann mich gut an den stacheligen Busch erinnern. Die Stachelbeeren haben nämlich ihren Namen nicht wegen der Beeren an sich, sondern wegen den stacheligen Ästen an dem Strauch, an dem die Beeren wachsen. Mittlerweile gibt es übrigens auch schon nahezu stachellose Züchtungen, das heißt die Ernte ist schmerzfreier geworden. Es gibt außerdem gelbe, rote und grüne Sorten, wobei die roten weniger süß sind.

Stachelbeeren im Garten anzupflanzen ist gar nicht so schwer, wenn ihr ein paar Punkte beachtet. Sie reagieren empfindlich auf Trockenheit, sollten daher unbedingt regelmäßig gewässert werden. Außerdem sollten sie regelmäßig gedüngt werden, um optimal mit Nährstoffen versorgt zu bleiben.

Die weißen und roten Stachelbeeren haben von Mitte Juni bis August Saison. Typisch an den Beeren sind die weißen Längsstreifen in der Fruchtschale.

Je nach Verwendungszweck solltet ihr Stachelbeeren in unterschiedlichen Reifestadien ernten: Grüne, noch nicht ausgewachsene Früchte eignen sich besonders gut zum Einkochen und als Kuchenbelag. Man pflückt sie Ende Mai bis Anfang Juni. Für Konfitüren und Gelees könnt ihr die Früchte etwas länger am Strauch hängen lassen. Die Beeren sollten dann schon ihre endgültige Größe erreicht haben, aber noch fest sein. Wer die Früchte direkt verzehren will, sollte je nach Sorte bis Juli oder August warten. Dann werden sie weiß, schmecken deutlich süßer und erreichen ihr volles Aroma.

So gesund sind Stachelbeeren

Im reifen Zustand schmecken Stachelbeeren süß-säuerlich und liefern eine Reihe an Vitaminen und Mineralstoffen. Dazu gehören Vitamin C, Vitamin E und Vorstufen zu Vitamin A. Zudem enthalten sind die Mineralstoffe Kalium, Kalzium und Magnesium. Außerdem liefern Stachelbeeren Ballaststoffe, Fruchtsäuren und Pektin.

Die kleinen Beeren haben einen relativ hohen Zuckergehalt. Durch die ebenfalls enthaltenen Nährstoffe fällt dieser aber weniger ins Gewicht als von künstlichen Süßigkeiten, ihr könnt sie also bedenkenlos essen. Ihnen werden nämlich zudem einige positive Wirkungen auf die Gesundheit nachgesagt. Sie können das Blut reinigen sowie den Herz-Kreislauf stärken, Haare und Nägel können durch die enthaltenen Vitamine gesünder und kräftiger werden. Außerdem fördern sie durch die Ballaststoffe die Verdauung, haben eine entwässernde Wirkung und können auch Rheumabeschwerden lindern.

Photo von Anna Auza auf Unsplash

Stachelbeeren in der Küche

Ogrosln sind im Vergleich zu anderen Beeren relativ gut lagerfähig. Sie halten im Gemüsefach im Kühlschrank bis zu einer Woche. Ihr könnt sie alternativ auch als Ganzes oder als Fruchtmus einfrieren.

Zu den beliebtesten Rezepten zählen Marmelade oder Mus. Ihr könnt aber auch Chutney zubereiten (Rezept siehe hier) oder die Stachelbeeren als fruchtigen Tortenbelag verwenden. Ich mache damit gerne folgende Galette:

Galette mit Stachelbeeren

Den Quicheteig mit Buttermilch mache ich immer gleich, das Rezept findet ihr hier.

Für den Belag benötigt ihr in diesem Fall:

350g Stachelbeeren
1 Vanilleschote
2 EL Kristallzucker
1 EL Staubzucker

Das Backrohr auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Den Teig zubereiten und ausrollen. Die Stachelbeeren mit dem Mark aus der Vanilleschote und dem Kristallzucker mischen. Dann die Beerenmischung auf dem Teig verteilen, dabei ca. 4cm Rand freilassen. Teigränder zur Mitte einschlagen und andrücken. Die Galette auf unterster Schiene ca. 30 Minuten goldbraun backen. Mit Staubzucker bestreut servieren.

Ich habe nun also noch mehr Gründe die fruchtigen Beeren zu genießen und überlege schon, einen Strauch in meinem Naturgarten anzupflanzen.

Quellen:
Mein schöner Garten, Folkert Siemens, 08.02.2016, „Stachelbeere
Gesundheit.gv.at, „Stachelbeeren