Wann der Mensch begonnen hat, Feuer kontrollieren zu können, ist in der Wissenschaft weiterhin umstritten. Eine neue Entdeckung zeigt jedoch, dass der Mensch seit mindestens 92.000 Jahren brandrodet.

Eindeutig nachgewiesen ist, dass Menschen schon lange mit Feuer Lebensraum geschaffen und gestaltet haben. Kamen Menschen in neue, zuvor nicht erschlossene Gegenden, haben sie Feuer benutzt, um sie an ihre Bedürfnisse anzupassen. Dadurch wurden Umgebungen geschaffen, die besser für die Jagd geeignet waren. Zusätzlich wurde durch die Brandrodung die Wahrscheinlichkeit verheerender Großbrände verringert.

Anthropologen versuchen nun herauszufinden, wann diese frühe Technologie beherrscht wurde. Die Schwierigkeit bei der Lösung dieser Frage besteht darin, dass die durch menschliche Brände verursachten Veränderungen Tausende von Jahren später denen ähnlich sehen, die durch Blitze ausgelöst wurden. Jessica Thompson von der US-amerikanische Yale Universität hat in Sedimenten am Rande des Malawisees, einem der größten Seen Afrikas, einen markanten Hinweis gefunden. Über einen Zeitraum von 600.000 Jahren zeigen diese Sedimente Veränderungen in der Fülle und Vielfalt von Pollen auf, da sich das Pflanzenleben, mit dem sich ändernden Klima verändert hat. Vor etwa 92.000 Jahren fand Thompson eine Zunahme der Holzkohleablagerungen, was auf häufigere Brände im Einzugsgebiet des Sees hinweist, wie sie im Fachmagazin Science Advances berichtet. Zudem wurden mehr von Menschenhand geschaffene Artefakte gefunden. Alles weist darauf hin, dass die Feuerbenutzer ein Ökosystem geschaffen hatten, das für große Beutetiere attraktiver war.

Dies war sicherlich nicht der erste Einsatz von Feuer durch die Menschheit. Es gibt Beweise für ein Feuer vor mehr als einer Million Jahren in einer südafrikanischen Höhle, für das Menschen sowohl Funken als auch Brennstoff mitbringen mussten. Homo Sapiens hatte sich damals noch nicht einmal entwickelt. Darüber hinaus legt unsere Biologie nahe, dass die Arten der Vorfahren seit etwa zwei Millionen Jahren gekochte Nahrung zu sich nehmen. Dies hinterlässt eine lange Lücke zwischen der Nutzung von Feuer zum Wärmen und Kochen bis hin zu seiner Nutzung, um die umliegenden Ökosysteme zu verändern. Menschen könnten möglicherweise schon viel früher Feuer benutzt haben, um die Landschaft zu verändern. Wenn dies jedoch außerhalb der Region der Großen Seen passierte, zum Beispiel im südlichen Afrika, ist die Wahrscheinlichkeit eines deutlichen Signals sehr gering.


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