7 Milliarden Menschen werden im Jahr 2050 in Städten leben. Wird es ein gutes Leben sein? Sicher? Komfortabel? Menschenwürdig? Voraussichtlich ja. Den Unterschied werden Technologien machen, die schon heute in der Testphase sind…


Ein Portrait der nahen Zukunft in vier Teilen – Teil 4: Schon bald könnten Erdbeeren in Hochhäusern wachsen, Simultandolmetscher in Handtaschen stecken, Wegweiser mit Menschen reden – und wenn wir wollen, werden sie uns sogar mit unserem Namen ansprechen. Weltweit experimentiert man z.B. mit Landwirtschaft in der Stadt, um Transportwege abzukürzen und wetterunabhängig rund ums Jahr zu produzieren: Die Vertikal-Farm steht vor der Tür, und wer Mühe hat, sich das vorzustellen: Übereinander gestapelte Glashäuser kommen der Idee am nächsten.

Am Simultandolmetsch in der Brusttasche brütet derzeit die Smartphone-Industrie: Schon gibt es erste Apps, die einen fremdsprachigen Text fotografieren und dann übersetzen. Bald werden wir mit hundertsprachigen Simultanübersetzern im Smartphone in multikulturellen Metropolen überall in der Welt zuhause sein.
Stichwort Smartphone: NFC-fähige Smartphones begannen ihre Karriere als tragbare digitale Geldbörsen. In Zukunft werden wir sie als papierlose Eintrittskarten, Fahrkarten, Zugangsausweise und Wegweiser nützen: Dass man sein Gerät an ein Straßenschild hält und von ihm erfährt, wie man auf dem kürzesten Weg zur nächsten U-Bahnstation kommt, ist keine Zukunftmusik mehr.

Dass man dabei mit seinem Namen angesprochen wird, auch nicht: Überwachungstechnik wird in den Städten der Zukunft allgegenwärtig sein. Dass in Riesenmetropolen flächendeckende Überwachung öffentlicher Räume durch Videokameras, Gesichtserkennung und Smartphone-Ortung die Polizeiarbeit rationalisiert, ist die eine Seite. Die andere ist die Sorge, dass Städte, die der Sicherheit zuliebe Bürgerrechte preisgeben, mit dem Recht auch ihre Sicherheit verlieren. So wie das Spannungsfeld zwischen Wachstum und Nachhaltigkeit wird uns auch die Balance von Sicherheit und Freiheit künftig ständig beschäftigen. Es bleibt spannend in den Städten. Auch in unserer.

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