Wer offenen Auges durch Wien geht, entdeckt sie schnell: Baumscheiben. Das ist der offizielle Name für die kleinen grünen Oasen, auf denen Stadtbäume zwischen Fahrbahn und Gehsteig wurzeln. Diese Baumscheiben liegen oft brach. Doch man kann sie auch aktiv bewirtschaften – wie einen kleinen Garten.

Das grüne Wien… für die Stadt und vor allem die Stadtbewohner ist Lebensqualität ungeheuer wertvoll. In Wien hat das Grün, das in Parks, in Innenhöfen und auch auf den Straßen herrscht, einigen Anteil daran, das Leben mit und unter so vielen Menschen angenehm zu gestalten.

Baumscheiben

Neben Parks und Fassadenbegrünungen, neben Blumenkisteln und „Grünstreifen“, zählen die so genannten „Baumscheiben“ zu den wichtigsten städtischen Grünflächen.

Baumscheiben?

Baumscheiben sind jene Flecken Erde, die zwischen Parkplätzen oder neben Bus- und Straßenbahnhaltestellen von einem kleinen Randstein umgeben angelegt sind und die in erster Linie eines beinhalten: einen Baum. Auf einer Baumscheibe wurzelt der Baum einer Allee oder auch nur einer lockeren Baumreihe.

Aber nicht nur!

Rund um den Baum ist einiges an Platz, für Gras, für Blumen, aber auch für allerlei anderes, was auch in einem Garten wachsen könnte.

Wie das geht?

Man meldet sich bei der Wiener Gebietsbetreuung und erhält eine Baumscheibe als gärtnerische Spielwiese!

Wie wird aus einer Baumscheibe ein Garten?

  • Verbessern Sie die Bodenqualität durch Einarbeiten von Erde und Kompost!
  • Vorsicht, damit Sie Baumwurzeln und Stamm nicht beschädigen! Lockern Sie nur die oberste Schicht (ca. 25 cm) vorsichtig.
  • Entfernen Sie eventuelle Steine, aber achten Sie darauf, dass die Baumscheibe auf gleichem Oberflächenniveau bleibt.
  • Der Baum wird jährlich kontrolliert: verdecken Sie daher den Stammfuß nicht.

  • Setzen Sie möglichst anspruchslose Arten, die es auch mit viel Sonneneinstrahlung oder mit viel Schatten aushalten – je nach Standort.
  • Wählen Sie zwischen Samen oder vorgezogenen Kübelpflanzen. Ein Vorziehen in der Wohnung beschleunigt den Blühprozess.
  • Nicht vergessen: Rund um die Baumscheibe ist öffentlicher Raum. Wählen Sie Pflanzen, die den Verkehr nicht beeinträchtigen, möglichst einjährige Blühpflanzen, ein- und mehrjährige Stauden und kleinbleibende Gehölze.
  • Beispiele: Tulpen- und Narzissenzwiebeln zum Start in den Frühling, Farne und Bergenien für Schattenstandorte, Rosen und Lavendel für sonnigen Plätze
  • Bitte nicht: Giftpflanzen; Pflanzen über 1 Meter Höhe; Kletterpflanzen; Pflanzen, die aus der Baumscheibe herauswachsen.
  • Um die Baumscheiben in eine kleine „blühende Insel“ zu verwandeln ist regelmäßige Pflege erforderlich.
  • Gießen Sie einmal kräftig und durchdringend, im Sommer am besten frühmorgens, nicht laufend ein klein wenig.
  • Planen Sie eine Urlaubsvertretung für die Pflege, wenn Sie verreisen.
  • Entfernen Sie unerwünschte Beikräuter zeitig, bevor sie aussamen.

Sicher: Vandalismus, Müll und Hundstrümmerl sind tägliche Realität für Baumscheiben-Pfleger. Doch auf der anderen Seite winkt das Wissen, dass man persönlich einen wertvollen Beitrag leisten kann, um die Stadt schöner zu machen.

Haben Sie Lust, einer Baumscheibe in Ihrer Nähe zur vollen Blüte zu verhelfen?

Das geht ganz einfach.

Schritt für Schritt:

  • Senden Sie an die Gebietsbetreuung für Ihren Bezirk ein Foto von dem Plätzchen, das Sie gerne bepflanzen und pflegen möchten. Geben Sie dazu die am Baum angeschlagene Nummer an, und/oder die Adresse des nächstliegenden Hauseingangs.
  • Die E-Mail-Adressen dafür lauten auf gb[Bezirksnummer]@gbstern.at bzw für den 1., 4., 13., 19. und 22. Bezirk gbmobil@gbstern.at
  • Die „GB*-Teams“ der Stadt prüfen mit dem Gartenbezirk, ob nichts dagegen spricht.
  • Wenn von daher alles passt, unterzeichnen Sie die Nutzungsvereinbarung. Fertig! Sie sind „Baumpate“ und können loslegen.

Gute Tipps und gute Erde gibt es kostenlos bei der MA 42 (Wiener Stadtgärten).

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