Auf der ganzen Welt steigen die Temperaturen. In der Südoststeiermark sogar überdurchschnittlich. Weltweit sind die Temperaturen im Vergleich zum Jahr 1971 um durchschnittlich 0,5 °C gestiegen. Nimmt man die Ozeane…


Auf der ganzen Welt steigen die Temperaturen. In der Südoststeiermark sogar überdurchschnittlich.

Weltweit sind die Temperaturen im Vergleich zum Jahr 1971 um durchschnittlich 0,5 °C gestiegen. Nimmt man die Ozeane aus, die relativ träge auf Temperaturschwankungen reagieren, dann ist es im Mittel sogar um 1°C wärmer geworden. „In der Steiermark, und ganz besonders in der Südoststeiermark, haben sich die Temperaturen stärker als im Rest Österreichs erhöht, nämlich um 2,5°C“, sagt Ulrich Foelsche vom Wegener – Zentrum für Klima und globalen Wandel in Graz.

Hotspot Steiermark
Warum gerade diese Region so stark betroffen ist, liegt an der Nähe zum Mittelmeerraum. „Der Mittelmeerraum ist einer der Hotspots des Klimawandels. Und die Südoststeiermark befindet sich an dessen Randgebiet“, sagt Foelsche. Im Sommer verstärke sich der Prozess. „Wenn es lange Zeit über warm ist, trocknet der Boden aus. Tagsüber verdunstet normalerweise Wasser. Wenn der Boden aber schon trocken ist, dann steigt die Temperatur an.“

Häufiger Gewitter und starker Regen
Dass sich in letzter Zeit Gewitter und auch Hagel häufen, muss nicht unbedingt eine direkte Folge der Klimaerwärmung sein. „Das passt natürlich ins Bild. Aber es ist schwierig, Daten zu finden, die es erlauben, exakte Aussagen zu machen“, sagt Foelsche. Denn Daten aus der Vergangenheit gebe es nur wenige. „Die Situation ist eine scheinbar paradoxe: Es gibt zwar weniger Niederschlag, aber wenn es Niederschlag gibt, dann ist dieser stärker.“

Klima-Messungen
Um genaue Daten über Wetterereignisse zu erhalten, führt das Wegener-Zentrum in der Region Feldbach ein Pionier-Experiment durch. Im Rahmen des sogenannten WegenerNet wurden 150 Klimamessstationen in einem Gitternetz angeordnet aufgestellt. Diese messen Temperatur, Luftdruck, Luftfeuchtigkeit, Niederschlag und Windgeschwindigkeit. Außerdem verfügen die Stationen auch über Hagelplatten, auf denen der Hagel Abdrücke hinterlässt. So kann man genau sehen, wie stark dieser war.

Quellen
Telefonrecherche: Telefonat mit Dr. Ulrich Foelsche vom Wegener-Zentrum für Klima und globalen Wandel