Ein müllfreies Leben bedarf einiges an Vorbereitung. Ich verrate euch, welche Tools ihr für den Anfang wirklich braucht und, worauf ihr getrost verzichten könnt.

Auf diversen Social Media Plattformen geistern immer wieder Bilder von den Dingen, die für einen Zero Waste Lifestyle unbedingt gebraucht werden, herum. Dabei könnt ihr jederzeit mit einem müllfreien Lebensstil beginnen, ohne dabei vorher extra dafür shoppen zu gehen. 

Bereits seit einigen Jahren sage ich nun dem Verpackungsmüll den Kampf an. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es bestimmte Dinge gibt, die unverzichtbar sind, andere hingegen sind reines Marketing. 

Zero Waste Must-haves für unterwegs

Ein absolutes Muss sind to-go-Sachen. Denn der Plastikbecher für den Kaffee, das Papiersackerl für das Weckerl oder auch der Einwegplastikbehälter für die Asia-Nudeln lassen sich ganz schnell und unkompliziert vermeiden.

Kaffee und Tee to go:

Anstelle des Plastikbechers könnt ihr einen Thermobecher nehmen. Wenn ihr keinen habt, dann tut es auch ein dichtes Schraubglas (Achtung: mit einem Filzring oder einem Stofftaschentuch könnt ihr eure Finger vor Verbrennungen schützen.) Wenn ihr es nicht weit habt, könnt ihr auch von zu Hause ein Häferl mitbringen und euch euren Kaffee direkt in eurer eigenes Häferl geben lassen.

Stoffsackerl statt Papier: 

Plastik- oder Papiersackerl können durch Stoffsackerl in verschiedenen Größen ersetzt werden. Mittlerweile haben wir alle Jutebeutel zu Hause, welcher sein super Ersatz für Plastiksackerl sind. Für kleinere Sachen, wie Weckerl oder auch Gemüse eignen sich Stoffbeutel, die oben – zum Beispiel mit Hilfe einer Kordel – verschlossen werden können. 

Stoffsackerl eigenen sich perfekt um Lebensmittel aller Art zu Transportieren. Sie sind die nachhaltige Alternative zu Papier und Plastik. -Fotocredits: Ignacio F./Unsplash

 

Mehrwegdosen statt Einwegplastikbehälter:

Jede und jeder von uns hat sie zu Hause: eine Jausenbox. Vermutlich kennt ihr es noch aus der Schulzeit, aber Jausenboxen oder Tupperware-Behälter sind auch im Zero Waste Alltag nützliche Begleiter. Sie eigenen sich nicht nur als Aufbewahrung zu Hause oder zum Mitnehmen von selbst gekochten Speisen. Besonders effektiv sind sie auch, wenn ihr Essen zum Mitnehmen bestellt. 

Ihr müsst übrigens nicht unbedingt neue Boxen aus Edelstahl oder schicke Gläser aus Glas kaufen. Eure alten Plastikboxen tun es fürs erste auch – aber Vorsicht, das Essen niemals darin aufwärmen! Aber auch große Schraubgläser, zum Beispiel Gurkengläser, sind durchaus dafür geeignet.

Weck- und Einmachgläser sind nicht nur zur Lagerung, sondern auch zum Transport von Lebensmittel geeignet. -Fotocredits: Ignacio F./Unsplash

Weniger Plastik im Alltag lässt sich ganz einfach vermeiden. Wie das geht, könnt ihr hier nachlesen. 

Zero Waste zu Hause

Ich persönlich finde, dass es zu Hause gar nicht so viele Tools gibt, die für einen Zero Waste Lifestyle benötigt werden. Hier geht es vielmehr um die bewussten Kaufentscheidungen, die getroffen werden können. Diese Veränderungen können ganz unkompliziert umgesetzt werden: 

Einfache Zero Waste Swaps im Badezimmer:

Anstelle einer flüssigen Seife, die meistens in Plastik verpackt ist, greift doch einfach zu einer festen Seife. Diese reinigen genauso gut, kommen aber meistens mit weniger oder sogar gar keiner Verpackung aus. 

Feste Seifen gibt es entweder ganz ohne, oder mit deutlich weniger Verpackung als flüssige Seifen. -Fotocredits: Heather Ford/unsplash

Wenn eure Haare unkompliziert sind, könnt ihr sogar noch einen Schritt weiter gehen, und auch eure Haarpflegeprodukte in fester Form kaufen. Mittlerweile gibt es sowohl von Shampoos als auch bei Conditioner ein breites Angebot an Alternativen. 

Ein einfacher Swap sind auch Wattepads. Stattdessen könnt ihr waschbare Kosmetikpads benutze. Diese braucht ihr nicht einmal kaufen, sondern könnt sie einfach selber machen. Die Anleitung dazu findet ihr hier.

Müllfreie Alternativen in der Küche:

Eine tolle Alternative zu Schwämmen oder Tüchern aus Mikrofasern sind selbst gemachte Schwämme aus alten T-Shirts. Sie reinigen genauso gut, sind waschbar und ihr sorgt sogar dafür, dass eure alten T-Shirts noch ein zweites Leben bekommen

Anstelle von Plastik- oder Alufolie könnt ihr auf Bienenwachstücher umsteigen. Durch die Wachsschicht werden die Stofftücher wasserabweisend und eignen sich so ganz hervorragend zum Abdecken von Lebensmittel. Alternativ können sie auch als widerverwendbares Butterbrotpapier verwendet werden. 

Wie damals bei Omi

Als ich ein Kind war, hatte meine Oma ganz viele, bunte Stofftaschentücher. Diese waren entweder bestickt, oder mit Blumen- oder Tiermuster versehen. Ich habe meine Oma immer um ihre Stofftaschentücher beneidet, weil ich das sehr edel fand. Letztes Jahr habe ich mir dann auf einem Flohmarkt Spitzenstofftaschentücher gekauft und bin ganz begeistert. Omas wussten eben, was gut ist. 

Fazit und, was ihr nicht braucht

Natürlich sind das nur einige Beispiele, die sich am Anfang einfach umsetzen lassen. Die Liste ist natürlich noch viel länger und reicht von der French Press und dem Tee-Ei bis hin zu den Zahnputztabs

Gerade am Anfang ist es aber wichtig, dass ihr euch nicht zu sehr von irgendwelchen Angeboten oder auch Werbungen irritieren lässt, und in einen Kaufrausch verfällt. Denn eine Umstellung hin zu einem Zero Waste Lifestyle sollte nicht mit Konsum beginnen.

Ich habe für mich herausgefunden, dass ich keine plastikfreien Strohhalme brauche – natürlich erst, nachdem ich sie gekauft habe. Über die Jahre hat sich auch herauskristallisiert, dass ich Stainless Steel Sachen – vor allem Dosen und Flaschen – praktischer finde, als Glasbehälter. Viele Dinge lassen sich auch selber machen und müssen gar nicht zwingend gekauft werden. 

Im Endeffekt ist alles eine Geschmackssache und euch überlassen. Welche Zero Waste Swaps fallen euch besonders einfach? Was findet ihr schwieriger?