Während Wasserreserven schwinden, füllt Nestlé weiterhin Wasser ab.

Kalifornien geht durch ein zähe Dürreperiode. 2013 war das trockenste Jahr seit dem Beginn der Aufzeichnungen. Im laufenden Jahr 2014 könnte der Rekord erneut gebrochen werden. Der Gouverneur Kaliforniens, Jery Brown, hat im Jänner den Dürre-Notstand für den US-Bundesstaat ausgerufen. Die Bevölkerung ist dringend angehalten, Wasser zu sparen. Der Wasserverbrauch im Freien ist mittlerweile unter Strafe gestellt. Die neuen Regeln scheinen aber nicht für alle zu gelten, denn Nestlé füllt weiterhin kalifornisches Wasser in Flaschen ab.

Das Werk des Nahrungsmittelkonzerns ist in Cabazon beheimatet. Nestlés Getränke-Marke „Pure Life“ wird dort abgefüllt. Das Land gehört den Morongo, ein Stamm US-amerikanischer Ureinwohner, die souverän darüber verfügen können und damit regionalen Wasserbehörden nicht Bericht erstatten müssen. Nestlé will keine Auskunft über die bisher abgezapfte Wasser-Menge geben und die lokale Verwaltung stellt sich hinter das Unternehmen, das Arbeitsplätze in der Region schafft.

Bei dem Reservat der Morongo handelt es sich um ein Wüsten-Ökosystem. Peter Gleick vom Pacific Institute schreibt in seinem Buch „Bottled and Sold“, dass das Nestlé-Werk in Cabazon rund eine Milliarde Flaschen mit Grundwasser befüllt. In einem wasserreichen Gebiet wäre das kein grobes Problem, aber im kalifornischen Becken könnte das Abzapfen in solchen Dimensionen schon in wenigen Jahre zu einer totalen Dürre führen. „Pure Life“ wird es dann dort nicht mehr geben.

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