Fotocredit: unsplash.com/Chris Lawton
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Sich von sich aus zu verändern, wenn man nicht von Außen gezwungen wird, braucht oft sehr viel Energie.

Wir müssen vor allem die Motivation suchen, und unser Umfeld ist sehr häufig nicht unterstützend sondern eher hindernd. Aber wie können wir unser System austricksen, und uns trotzdem verändern?

Was bedeutet Veränderung?

Veränderung bedeutet für das menschliche System Unsicherheit und Ungewissheit. Selbst wenn unser Verstand das Risiko einschätzt oder Informationen hat, die klar für eine Veränderung sprechen würde, stellen sich andere Aspekte unseres Systems oft dagegen. Veränderung bedeutet für das Reptilienhirn nämlich Gefahr. Und diesen Teil des Gehirns können wir nicht bewusst steuern.

An der Entwicklung eines Schmetterlings können wir sehr gut sehen, dass Veränderung sehr viele Stufen hat. - Fotocredit: unsplash.com/Hakon Grimstad
An der Entwicklung eines Schmetterlings können wir sehr gut sehen, dass Veränderung sehr viele Stufen hat. – Fotocredit: unsplash.com/Hakon Grimstad

Wir können es aber mit Erfahrungen füttern, und auf emotionaler Ebene darauf fokussieren, wie groß der Schmerz ist, wenn wir nichts ändern. Zusätzlich hilft es, die Freude und das emotionale Bild zu stärken, was wir durch die Veränderung potentiell gewinnen.

Die 21-Tage Regel

Oft werden für diverse Veränderungprozesse 21-Tage, oder manchmal auch 30-Tage Programme erwähnt. Egal ob es darum geht, mehr Sport zu machen, mit dem Rauchen aufzuhören, oder sein Leben grundlegend zu verändern. Sie besagt dann, wenn wir 21 Tage lang jeden Tag an der Veränderung arbeiten, dass sich eine neue Routine entwickelt und etabliert. Aus eigener Erfahrung braucht es aber mehr als nur das. Und wenn man dem Ursprung dieser Regel glauben schenken kann, war dies auch eher als minimale Zeit gedacht, und nicht als fixes Beispiel.

Es braucht mehr

Durch beobachten und ausprobieren diverser Systeme und Methoden, konnte ich ein paar Eckpfeiler identifizieren.

Erst wenn wir genauer hinschauen und beobachten, können wir die Details sehen, wo wir gerade überhaupt stehen, und wo wir hin wollen. - Fotocredit: unsplash.com/Bud Helisson
Erst wenn wir genauer hinschauen und beobachten, können wir die Details sehen, wo wir gerade überhaupt stehen, und wo wir hin wollen. – Fotocredit: unsplash.com/Bud Helisson

Beobachtung

Wie auch in der Permakultur ist es relevant, mal zu beobachten, was alles da ist, wie es zusammen spielt, und wie wir es nutzen können. Beim Beispiel der Ernährungsumstellung zu gesunder, regionaler und nachhaltiger Ernährung bedeutet das etwa, die eigenen Essensroutinen genau zu beobachten. Wann essen wir was? Wann fallen wir in alte Muster zurück?

Vision

Dann braucht es ein klares, starkes, mitreißendes Bild. Wofür machen wir diese Veränderung? Wie wird sich unser Leben oder das von anderen dadurch verändern?

Um beim Beispiel der Ernährung zu bleiben, können wir uns vorstellen, wie wir mit regionalen Bauern tolle Gespräche führen, wie wir mehr Freude am Essen und am Kochen haben, weil wir wissen, wo es herkommt und weil es so viel besser schmeckt.

Je stärker und beeindruckender unsere Vision ist, umso eher gibt sie uns Kraft und Motivation, auch in schweren Phasen weiter zu gehen. - Fotocredit: unsplash.com/S Migaj
Je stärker und beeindruckender unsere Vision ist, umso eher gibt sie uns Kraft und Motivation, auch in schweren Phasen weiter zu gehen. – Fotocredit: unsplash.com/S Migaj

Ressourcen

Als Vorbereitung für die Umsetzung ist es dann auch relevant, genau herauszufinden, was es dafür braucht, damit wir etwas gut umsetzen können. Wenn wir etwa merken, dass es keine Märkte, keine Bioläden, oder sonst welche Angebote in der Umgebung gibt, braucht es möglicherweise weitere Schritte, bevor wir unsere Veränderung wirklich sinnvoll angehen können.

Umsetzung

Wenn wir all die Vorbereitungen geleistet haben, sollten wir genug Motivation und auch Wissen haben, um es in die Tat umzusetzen. Hier können wir die 21- Tage Challenge gezielt einsetzen, um uns an eine neue Routine zu gewöhnen und den Fokus besser zu halten. Es könnte aber helfen, die 21 Tage auf 2-3 Monate auszudehnen, um sie stetig zu verlängern.

Umgebung

Nach dieser Challenge braucht es aber auch eine Veränderung der Begleitumstände. Wenn wir etwa ständig mit Kollegen mittagessen gehen, und es uns dann nicht möglich ist, die Ernährung aufrecht zu halten, kann eine bewusste Veränderung dieser Routine unterstützend anstatt hindernd wirken. Wir können etwa in ein Lokal wechseln, das nur regionale Produkte verarbeitet. Oder wir kochen gemeinsam oder abwechselnd selbst.

Je nachdem in welcher Umgebung (sowohl räumlich als auch mit welchen Menschen) wir uns befinden ist ausschlaggebend, wie einfach oder schwer es uns fällt, die Veränderung auch nachhaltig umzusetzen. - Fotocredit: unsplash.com/Valentin Salja
Je nachdem in welcher Umgebung (sowohl räumlich als auch mit welchen Menschen) wir uns befinden ist ausschlaggebend, wie einfach oder schwer es uns fällt, die Veränderung auch nachhaltig umzusetzen. – Fotocredit: unsplash.com/Valentin Salja

Sichtbar machen

Wie schon im Beitrag Zeig deine guten Taten erwähnt, ist es für nachhaltige Veränderung außerdem wichtig, davon zu erzählen. Vielleicht sogar die eigenen Erfahrungen zu teilen. Das ermöglicht uns, Feedback und möglicherweise Anerkennung zu bekommen, was uns die Kraft gibt weiter zu machen.

Jede Veränderung steht nicht für sich alleine, sondern sendet auch Impulse aus. - Fotocredit: unsplash.com/Linus Nylund
Jede Veränderung steht nicht für sich alleine, sondern sendet auch Impulse aus. – Fotocredit: unsplash.com/Linus Nylund

bewusstes Wahrnehmen

Wenn wir nun diese Veränderung eine Zeit lang leben, ist es auch wichtig, uns Zeit zu nehmen um zu reflektieren, und bewusst wahrzunehmen, wie sich unser Leben dadurch verändert hat. Es ist relevant, dass wir vergleichen, wie wir uns damals gefühlt haben, und wie jetzt.

Vorleben

Wenn wir all dies umgesetzt haben, geht es auch noch darum, all das vorzuleben, und als gutes Beispiel voranzugehen. Vielleicht können wir sogar andere bei ihren Umstellungen und Veränderungen zu unterstützen.

Sich Zeit zum reflektieren nehmen, und zwar nach jeder Veränderung, hilft uns, die Erfahrungen noch besser zu integrieren. - Fotocredit: unsplash.com/Sage Friedman
Sich Zeit zum reflektieren nehmen, und zwar nach jeder Veränderung, hilft uns, die Erfahrungen noch besser zu integrieren. – Fotocredit: unsplash.com/Sage Friedman

Fazit

Auch wenn sich all diese Schritte nach sehr viel Arbeit anhören könnten, bieten sie einen hilfreichen Rahmen dafür, zu erkennen, wo es bisher gehakt haben könnte. Warum wir die Veränderung bisher nie geschafft haben, auch wenn wir uns so bemüht haben.

Vor allem das starke Bild und das Verändern der Umgebung können oft wahre Wunder bewirken. Für mich hat dieser Prozess in Jedem Fall mein Leben grundlegend verändert.

Quellen

Lean By Nature
routiniert.com: Gewohnheit ändern