Ein Anti-Euratom-Volksbegehren Anfang des Jahres 2011 hat die Hürde von 100.000 Unterschriften knapp verpasst, das Anliegen – „Raus aus Euratom“ – musste also nicht im Nationalrat behandelt werden. Aber was…

Ein Anti-Euratom-Volksbegehren Anfang des Jahres 2011 hat die Hürde von 100.000 Unterschriften knapp verpasst, das Anliegen – „Raus aus Euratom“ – musste also nicht im Nationalrat behandelt werden. Aber was ist eigentlich Euratom?

Ein kürzer Überblick:

Bereits seit 1957 besteht die Europäische Atomgemeinschaft (Euratom oder EAG). Die zivile Nutzung der Kernenergie war damals völlig neuartig und erschien als unerschöpfliche Energiequelle. Die Gründungsstaaten der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) hofften durch den Zusammenschluss, die in der Nachkriegszeit vorherrschende Energieknappheit beenden und die Abhängigkeit von Öl-Importen verringern zu können.

Mit dem Vertrag von Lissabon ging die Europäischen Gemeinschaft (EG) im Jahr 2009 in der Europäischen Union (EU) auf. Euratom besteht seitdem als eigenständige supranationale Organisation neben der EU, ist aber vollständig an die EU gebunden.

Videobeitrag zu Euratom

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Zu den Aufgaben der Euratom gehören die Entwicklung der Atomindustrie und die Förderung der kerntechnischen Forschung. Das bis Ende des Jahres geltende 7. Euratom-Forschungsrahmenprogramm (2007 – 2011) sieht dafür ein Budget von 2,7 Milliarden Euro, aufgeteilt auf fünf Jahre, vor. Im Bereich der Fusionsenergieforschung fließen die Gelder in das Projekt ITER, einem Versuchs-Fusionsreaktor in Cadarache (Südfrankreich). Dort wird die Machbarkeit von sicheren, dauerhaft tragbaren, umweltverträglichen sowie wirtschaftlichen Kernfusions-Kraftwerken erforscht.

Videobeitrag zu ITER

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Das zweite Programm umfasst die Bereiche Kernspaltung und Strahlenschutz. Neben der Förderung der sicheren Nutzung der Kernspaltung werden Einsatzmöglichkeiten von ionisierenden Strahlen in Industrie und Medizin erforscht.

Nach dem Atomunfall von Fukushima wurde Euratom mit der Durchführung der „Stresstests“ betraut, mit der die Sicherheit europäischer Kernkraftwerke überprüft werden sollte.

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