Durch den Klimawandel überleben immer weniger Rehkitze, so eine Studie der Universität Lyon. Über 27 Jahre beobachteten die Forscher im Nordosten Frankreichs die Entwicklung des immer früheren Pflanzenaustriebes und den…

Durch den Klimawandel überleben immer weniger Rehkitze, so eine Studie der Universität Lyon. Über 27 Jahre beobachteten die Forscher im Nordosten Frankreichs die Entwicklung des immer früheren Pflanzenaustriebes und den Geburtszeitpunkt der Rehkitze. Die Frühlingstemperatur stieg zwischen 1985 und 2011 um etwa 1,5 Grad. Die Pflanzen treiben in der Folge um etwa zwei Wochen früher aus. Der durchschnittliche Geburtszeitpunkt von Rehkitzen hat sich derweil jedoch nicht verändert.

Kein ausreichendes Nahrungsangebot mehr

Die Rehe schaffen es nicht, den Geburtszeitpunkt dem früheren Frühlingsbeginn anzupassen. Dies wäre jedoch überlebenswichtig, denn die reichhaltigste Vegetation und somit das energiereichste Nahrungsangebot für Rehmütter gibt es zu Beginn des Frühlings. Dieses bräuchten sie, um ihren erhöhten Energiebedarf für die Milchproduktion zu decken. Mittlerweile können die Rehe ihre Kitze nicht mehr richtig versorgen, da sie dieses Angebot meist verpassen.

Andere Tiere, wie z. B. die Kohlmeise, passen sich den Veränderten klimatischen Bedingungen an. Sie haben die Fortpflanzung auf einen früheren Zeitpunkt des Jahres „verlegt“. Allerdings hängt die Fortpflanzung bei der Kohlmeise von der Lufttemperatur ab, während sie bei den Rehen von der Tageslänge bestimmt wird. Und da diese sich nicht verändert, findet keine evolutionäre Veränderung statt.

Rehe suchen neue Lebensräume

Laut Evolutionsbiologe Dr. Jean-Michel Gaillard seien die Rehe noch keine bedrohte Art, die Anzahl der Jungtiere liege immer noch über der Sterberate. Den Rehe bleibt als Anpassungs-Strategie nur die Möglichkeit, in andere Lebensräume abzuwandern. In Ost- und Westeuropa beobachte man seit einiger Zeit, dass immer mehr Rehe außerhalb der Wälder zu finden sind. im offenen Land suchen sie neue energiereiche Nahrungsquellen. Wissenschaftler in Deutschland fanden heraus, dass sie beispielsweise auch auf Wiesen satt werden könnten, vor allem, wenn diese besonders artenreich seien.

Das Beispiel der Rehe zeigt exemplarisch, dass nicht alle Arten sich evolutionär an den Klimawandel anpassen können. Die Folgen für unsere Ökosysteme sind noch nicht absehbar.

Originalveröffentlichung (engl.) unter:

http://www.plosbiology.org/article/info:doi/10.1371/journal.pbio.1001828

Quellen:

http://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article126470609/Warum-der-Klimawandel-Rehe-vor-Probleme-stellt.html

http://www.swr.de/swr2/wissen/rehe-und-der-klimawandel/-/id=661224/did=13297608/nid=661224/uh7o00/

http://www.sueddeutsche.de/news/wissen/wissenschaft-forscher-rehkitze-werden-opfer-des-klimawandels-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-140401-99-03876

Bildquelle Titelbild: pixabay.com/http://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de

Bild Rehe/Hirsch: © Martina Liel

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