Photocredit: pexels.com/Leah Kelley
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Mein Weg zum Haare waschen nur mit Wasser.

Vor etwa viereinhalb Jahren habe ich begonnen, mit alternativen Haarpflegeprodukten zu experimentieren. Das ging von Lavaerde – zunächst mit Wasser gemischt, später dann als Trockenshampoo – über Maisstärke als Trockenshampoo zu Experimenten mit Natron- und Essigwasser.

Bisherige Erfahrungen

Bei Trockenshampoo verwendet man das trockene Pulver, verteilt es in die trockenen Haare, und kämmt diese dann langwierig aus. Das Pulver soll den Talg aufnehmen, und dann leichter aus dem Haar entfernt werden können. Da jedoch meine Geduld gewisse Grenzen hat, war es sehr häufig so, dass ich nicht ausreichend lange meine Haare gekämmt habe. Daher blieben immer Reste des „Shampoos“ in den Haaren. Das war zwar meist nicht sichtbar, aber die Haare selbst fühlten sich irgendwie „speckig“ und auf jeden Fall nicht wirklich sauber an.

Ein Vorteil war jedoch, dass sich die Lavaerde bzw. die Maisstärke wie ein Haarfestiger verhielt. Meine sonst sehr dünnen Haare wurden stabilisiert, und es sah nach viel mehr Volumen aus, als sie tatsächlich hatten.

Jedes Mal wenn wieder Wasser auf die Haare kam, und noch Maisstärke-Reste vorhanden waren, haben sich meine Haare jedoch sehr unangenehm zusammengeklebt. Daher wechselte ich zu Natron- und Essigwasser, das ich ebenfalls irgendwo als Empfehlung entdeckt hatte. Das Problem hierbei war jedoch, dass das Natron in Wasser aufgelöst zwar die Haare gut vom Talg befreit hat, dadurch aber sowohl die Haare als auch die Kopfhaut sehr stark ausgetrocknet wurden. Das wurde zwar durch die Essig-Spülung (etwa 1:20 Essig auf Wasser) etwas ausgeglichen, führte aber dennoch bereits nach kurzer Zeit zu einer trockenen und juckenden Kopfhaut.

Ich habe sehr gute Erfahrungen mit Apfelessig als Glanz-Spülung gemacht. - Photocredit: pixabay.com/rawpixel
Ich habe sehr gute Erfahrungen mit Apfelessig als Glanz-Spülung gemacht. – Photocredit: pixabay.com/rawpixel

Roggenmehl-Shampoo wollte ich gar nicht ausprobieren, weil ich befürchtete, dass es sich ähnlich wie die Maisstärke in die Haare kleben würde, und ich es nie wieder herauswaschen kann. Daher begann ich mit reinem Wasser zu experimentieren. Und es funktionierte!

Mein Umstieg

Vermutlich weil ich bereits davor schon durch meine Experimente etwa ein halbes Jahr kein herkömmliches Shampoo mehr benutzt hatte (und dabei schon ein paar Wochen Probleme mit fettigen Haaren hatte), ging hier der Umstieg wesentlich unspektakulärer. Wenn meine Haare bzw. Kopfhaut zu jucken begann, wusch ich sie mit kaltem, klaren Wasser aus. Mehr nicht. Und es funktionierte! Sie wurden nicht wieder fettig, und keiner in meiner Umgebung hatte auch nur irgendwas bemerkt.

Die Lösung zusätzlich zum Wasser war, die Haare täglich sehr gründlich zu bürsten oder zu kämmen. Von allen Seiten. Um den Talg überall gleichmäßig zu verteilen. Das benötigte zu Beginn etwas Gewöhnung, weil ich eine neue Routine in meinen Alltag einführen musste. Aber mein Wunsch, dass das wirklich funktioniert, war so groß, dass ich diese Aufgabe dankend annahm.

Ergänzungen

Nachdem ich mehrere Monate nur mit Kämmen und reinem Wasser meine Haare gewaschen hatte, merkte ich, dass sie – auch wenn es generell funktionierte – doch immer trockener und matter wurden. Etwa alle 2 Monate nutzte ich daher wieder die Essig-Spülung (aus Apfelessig), die das Haar zum glänzen brachte, jedoch dafür etwas an Volumen reduzierte.

Diverse Öle, wie etwa auch Lavendelöl können als zusätzliche Pflege für die Haare verwendet werden. - Photocredit: pixabay.com/Couleur
Diverse Öle, wie etwa auch Lavendelöl können als zusätzliche Pflege für die Haare verwendet werden. – Photocredit: pixabay.com/Couleur

Außerdem bekamen die Spitzen, sowie die stärker beanspruchten Teile meiner Haarpracht in unregelmäßigen Abständen etwas Haaröl (Klettenwurzel-, Lavendel-, oder auch eine Mischung aus Mandel- und Argan-Öl). Man würde zwar meinen, dass wenn man seine Haare nur mehr mit Wasser wäscht, dass sie durch das Öl ja wieder fettig werden. Dem ist jedoch zumindest bei meinen Haaren definitiv nicht so.

Weiters habe ich sowohl mit warmem als auch mit kaltem Wasser experimentiert. Hier konnte ich feststellen, dass mit warmem Wasser gefühlt die Haare sauberer wurden, jedoch auch schneller austrockneten. Da muss jedoch jeder selbst ein wenig ausprobieren.

Fazit

Seit etwa drei Jahren verwende ich also nur noch Wasser, und teilweise Essig-Spülung oder Haaröl. Und ich bin so zufrieden wie noch nie mit meinen Haaren. Sie fühlen sich sauber, glatt und schön an. Ich habe so gut wie keine Ausgaben für die Haarpflege, und auch weniger Sorgen wenn ich unvorbereitet unterwegs bin, und keine entsprechenden Pflegeprodukte mitnehmen konnte.

Ich möchte jedoch auch betonen, dass jeder Mensch anders ist, und sowohl die Umstellung als auch die Pflege danach sich sehr unterschiedlich gestalten kann. Es ist daher in den meisten Fällen sehr wohl ein bisschen experimentieren notwendig. Diese ist es jedoch meiner Meinung nach auf jeden Fall wert.

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