Eine aktuelle Auswertung von über 22.700 Elektrofahrzeugen zeigt: Moderne EV Batterien sind erstaunlich langlebig. Im Schnitt verlieren sie nur 2,3 % Kapazität pro Jahr.

Eine der meistgestellten Fragen rund um Elektromobilität lautet: Wie lange hält die Batterie? Eine aktuelle Analyse des Telematik-Anbieters Geotab liefert darauf eine datenbasierte Antwort – und zeigt, dass moderne Akkus robuster sind, als viele vermuten. Die Untersuchung von mehr als 22.700 Elektrofahrzeugen aus 21 Modellen bestätigt: EV-Batterien überdauern in der Regel die Lebensdauer des Fahrzeugs. Gleichzeitig wird deutlich, welche Faktoren die Alterung beschleunigen – und wie sich Batterien im Alltag schonen lassen.

Durchschnittlich 2,3 % Kapazitätsverlust pro Jahr

Die Auswertung zeigt einen durchschnittlichen jährlichen Kapazitätsverlust von 2,3 %. Nach acht Jahren verfügen die untersuchten Fahrzeuge im Schnitt noch über 81,6 % ihrer ursprünglichen Kapazität. Das entspricht einem Wert, der weit über den gängigen Garantiegrenzen vieler Hersteller liegt.

Interessant ist der historische Vergleich: Frühere Geotab-Analysen zeigten zeitweise niedrigere Werte (1,8 %), was auf technologische Fortschritte zurückzuführen war. Die Rückkehr zum Durchschnitt von 2,3 % erklärt sich laut Studie vor allem durch neue Fahrzeuggenerationen mit höheren Ladeleistungen und veränderten Nutzungsprofilen.

Schnellladen bleibt der größte Stressfaktor

Die Daten zeigen deutlich: Häufiges und leistungsstarkes DC-Schnellladen beschleunigt die Alterung am stärksten.

  • Fahrzeuge, die weniger als 12 % ihrer Ladevorgänge per DC-Schnellladung durchführen, verlieren im Schnitt 1,5 % Kapazität pro Jahr.
  • Bei mehr als 12 % Schnellladeanteil steigt der Wert auf 2,5 %.
  • Wird zusätzlich mit mehr als 100 kW geladen, erhöht sich die Degradation auf 3,0 % jährlich.

Damit zeigt sich: Schnellladen ist ein wertvolles Werkzeug für die Praxis – sollte aber gezielt und nicht dauerhaft als Standard eingesetzt werden.

Temperatur: Hitze schadet, Kälte weniger relevant

Auch das Klima spielt eine Rolle. Fahrzeuge in Regionen mit vielen Tagen über 25 °C verlieren 0,4 % mehr Kapazität pro Jahr als Fahrzeuge in gemäßigten Zonen. Extreme Kälte konnte mangels Daten nicht isoliert untersucht werden, doch moderne Thermomanagementsysteme mildern viele Effekte ab.

State of Charge: Die 20–80 %-Regel ist weniger kritisch als gedacht

Viele EV-Fahrer:innen orientieren sich an der Faustregel, den Akku zwischen 20 und 80 % zu halten. Die Studie zeigt jedoch: Erst wenn ein Fahrzeug mehr als 80 % seiner Zeit in extremen Ladezuständen verbringt, steigt die Degradation signifikant an – auf rund 2,0 % pro Jahr.

Für den Alltag bedeutet das:

Normale Nutzung über den gesamten Ladebereich ist unproblematisch, solange das Fahrzeug nicht dauerhaft vollgeladen oder fast leer herumsteht. Moderne Batterien verfügen über Softwarepuffer, die die Zellen schützen. 

Nutzung: Viel fahren bedeutet etwas mehr Verschleiß – aber lohnt sich

Je intensiver ein Fahrzeug genutzt wird, desto mehr Energie fließt durch die Zellen. Das erhöht die Alterung leicht:

  • Geringe Nutzung: 1,5 % pro Jahr
  • Hohe Nutzung: 2,3 % pro Jahr

Der Unterschied ist messbar, aber überschaubar. Gleichzeitig steigert hohe Nutzung die Wirtschaftlichkeit und ersetzt fossile Kilometer – ein klarer Vorteil für Flotten und Unternehmen.

Was bedeutet das für Wien?

Für die Energiewende in Städten wie Wien sind robuste Batterien ein zentraler Baustein. Die Ergebnisse zeigen:

  • Elektrofahrzeuge sind langfristig zuverlässig, auch bei intensiver Nutzung.
  • Intelligente Ladeinfrastruktur – etwa AC-Laden über Nacht und bedarfsgerechtes Schnellladen verlängert die Lebensdauer.
  • Datenbasierte Steuerung von Ladeprozessen wird immer wichtiger, um Netze zu entlasten und Batterien zu schonen.

Gerade für Städte wie Wien Energie, die Elektromobilität als Teil eines nachhaltigen Gesamtsystems denken, unterstreicht die Studie die Bedeutung von strategischem Laden und smarter Infrastrukturplanung.

Fazit: Moderne EV-Batterien sind langlebig und ihr Potenzial wächst weiter

Die Analyse zeigt ein klares Bild:
Elektroauto-Batterien halten länger, als viele befürchten. Zwar beeinflussen Schnellladen, Hitze und extreme Ladezustände die Alterung, doch mit moderner Technik und bewusster Nutzung lassen sich diese Effekte gut steuern.

Für private Nutzer:innen wie für Flotten gilt:
Wer strategisch lädt und sein Fahrzeug sinnvoll einsetzt, kann viele Jahre auf eine leistungsfähige Batterie zählen.


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