Fotocredit: Energieleben Redaktion
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E-Autos spielen eine wichtige Rolle bei der Reduktion der CO2-Emissionen. Doch in Sachen Nachhaltigkeit und Recycling-Fähigkeit werfen sie Fragen auf.

Elektrisch betriebene Fahrzeuge sind ein Schlüsselfaktor, wenn es darum geht, die Treibhausgase zu reduzieren und die Klimaziele zu erreichen. Sie erzeugen keine Abgase und selbst wenn sie mit den heute verfügbaren Energiequellen betrieben werden, dann erzeugen sie auf ihren Lebenszyklus gerechnet signifikant weniger Emissionen, die zur Klimaerwärmung beitragen, als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Wenn es um die Verfügbarkeit von Rohstoffen, die Recyclingfähigkeit und die Nachhaltigkeit der Akkus geht, werfen E-Fahrzeuge allerdings einige Fragen auf. Diesen sind Forscher, die der Union of Concerned Scientists angehören, in einer

Verfügbarkeit der Rohstoffe

Akkus für E-Fahrzeuge bestehen aus tausenden einzelnen Lithium-Ionen-Batterien, die in Modulen aufgebaut sind. Für deren Erzeugung sind viele Rohstoffe nötig, die die US-Regierung als „kritisch“ einstuft – entweder, weil der Rohstoff rar ist oder weil er in nur einem einzigen Land abgebaut werden kann. Für die Erzeugung der Kathoden der Batterien sind Metalle wie Nickel, Mangan, Kobalt, Aluminium oder Eisen nötig. Die Anoden bestehen meist aus Graphite und Kupfer.

Obwohl die Rohstoffe in vielen Teilen der Welt vorkommen, verfügen einige wenige Länder über die Reserven, die technisch, wirtschaftlich und rechtlich am einfachsten abbaubar sind. Weltweit werden jährlich ungefähr zwei Prozent der gesamten Reserven an Kobalt, Nickel und Mangan abgebaut. Innerhalb von 50 Jahren werden die Reserven also erschöpft sein. Einige der Länder, die über wichtige Reserven verfügen, sind leider dafür bekannt, dass sie die Menschenrechte und den Umweltschutz missachten. Zum Glück lassen sich viele der Rohstoffe, die in Lithium-Ionen-Batterien verwendet werden, recyclen.

Nachfrage und Recycling

Um die negativen Auswirkungen des Klimawandels einzudämmen, werden wir deutlich mehr E-Fahrzeuge benötigen. Allein in den USA dürfte sich die Anzahl an E-Fahrzeugen von heute einer Million auf 43 Millionen im Jahr 2035 erhöhen. Dadurch wird auch die Nachfrage an Rohstoffen steigen, die in den Akkus verbaut sind – und zwar innerhalb der nächsten 20 Jahre um das das Fünf- bis Siebzehnfache. Das könnte die Minen an ihre Kapazitätsgrenze bringen. Durch Recycling kann in Zukunft ein Großteil des Bedarfs an Rohstoffen gedeckt werden.

Akkus und Emissionen bei der Erzeugung von E-Fahrzeugen

Bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren entstehen die meisten Emissionen, während die Fahrzeuge in Gebrauch sind. Bei E-Fahrzeugen hingegen entstehen die Emissionen bei der Herstellung der Fahrzeuge und bei der Erzeugung der Energie, die sie antreiben. Laut Studien der Union of Concerned Scientists und anderer Forscher sind die Emissionen bei E-Fahrzeugen um 55 Prozent niedriger als bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren. Je mehr Energie aus erneuerbaren Quellen stammt, desto niedriger werden längerfristig auch die Emissionen bei E-Fahrzeugen.

Poltische Ansätze zum Batteriemanagement

Die Politik spielt eine große Rolle beim Recycling der Akkus von E-Fahrzeugen und ihrer Bestandteile. Zur Zeit fallen diese Themen noch unter den Tisch, da zum Zeitpunkt, als die politischen Entscheidungen getroffen wurden, der Markt für E-Fahrzeuge noch recht marginal war. Dies wird sich ändern müssen.

Die vollständige Analyse (auf englisch) inklusive aller Tabellen kannst du hier als Pdf herunterladen.

Quelle: Ambrose, Hanjiro and Jimmy O’Dea. 2021. Electric Vehicle Batteries: Addressing Questions about Critical Materials and Recycling. Cambridge, MA: Union of Concerned Scientists.

Foto: Energieleben Redaktion


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