Dein Auto kann jetzt mehr als nur von A nach B fahren!

Stell dir vor, dein Auto steht in der Garage und verdient aktiv Geld für dich, während du schläfst. Was lange wie Zukunftsmusik klang, ist 2026 in Österreich Realität geworden: „Vehicle-to-Home“ (V2H) macht dein Elektroauto zum mobilen Kraftwerk für die eigenen vier Wände.

Dein Akku kann mehr als nur fahren

Die meisten Elektroautos parken rund 23 Stunden am Tag. Bisher war die riesige Batterie im Unterboden während dieser Zeit ungenutzt. Mit der neuen Generation von bidirektionalen Ladestationen ändert sich das. Dein E-Auto wird zum Zwischenspeicher für dein gesamtes Haus. Wenn abends die Sonne untergeht und deine Photovoltaik-Anlage keinen Strom mehr liefert, übernimmt einfach dein Auto. Es speist den gespeicherten Sonnenstrom vom Nachmittag direkt in dein Hausnetz ein.

Geld sparen und unabhängig werden

Warum ist das gerade jetzt so spannend? Die Strompreise schwanken, und die Einspeisevergütungen für privaten Solarstrom sind oft geringer als der Preis für den Zukauf. Indem du dein Auto als „Heimspeicher auf Rädern“ nutzt, erhöhst du deine Eigenverbrauchsquote massiv. Studien des Fraunhofer ISE und aktuelle Daten von 2025 zeigen, dass Haushalte mit V2H ihre Autarkie auf bis zu 70 % bis 90 % steigern können. Das spart im Jahr – je nach Tarif –zwischen 700 und 1.200 Euro an Stromkosten.

Welche Autos machen mit?

Die gute Nachricht: Immer mehr Hersteller haben die V2H-Funktion freigeschaltet.

  • Volkswagen: Mit der Software-Version 3.7 (verfügbar seit Ende 2024/2025) sind alle ID.-Modelle mit der 77-kWh-Batterie V2H-fähig.
  • BMW: Die „Neue Klasse“ und die BMW Wallbox Professional unterstützen V2H bereits in Österreich.
  • Asiatische Pioniere: Hyundai (IONIQ 5 & 6) und Kia (EV6 & EV9) waren bei V2H Vorreiter. Ganz neu 2025/2026: BYD hat Österreich als offiziellen Testmarkt für seine V2H-Technologie in der EU ausgewählt.
  • Standardisierung: Ab Januar 2026 wird der Kommunikationsstandard ISO 15118 schrittweise Pflicht für neue Ladepunkte in der EU, was die Kompatibilität zwischen verschiedenen Marken massiv erleichtert.

Sicher und Batterieschonend

Oft hört man die Sorge, dass das ständige Entladen den Akku stresst. Hier geben Experten Entwarnung: Die Leistungen, mit denen ein Haus versorgt wird (meist 1 bis 3 kW), sind für einen E-Auto-Akku eine minimale Belastung. Laut einer Studie von The Mobility House (2025) kann intelligentes bidirektionales Laden die Lebensdauer sogar um bis zu 9 % verlängern, weil der Akku seltener in extremen Ladezuständen (ganz voll oder ganz leer) herumsteht.

Prüfe beim Kauf deiner nächsten Wallbox unbedingt, ob sie den Standard ISO 15118-20 unterstützt. Österreichische Hersteller bieten bereits entsprechende Lösungen an, die perfekt mit deiner PV-Anlage harmonieren.


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Bild: BMW