Deutschland hat 2025 einen neuen Meilenstein erreicht: 62 Prozent des erzeugten Stroms stammten aus erneuerbaren Energien. Mit rund 278 Terawattstunden war der Anteil so hoch wie nie zuvor. Besonders bemerkenswert: Solarenergie überholte erstmals die Braunkohle und wurde damit zu einer der wichtigsten Säulen im deutschen Stromsystem. Fossile Energieträger kamen insgesamt noch auf 28,3 Prozent.
Diese Entwicklung zeigt, dass der Umbau des Energiesystems vorankommt, auch wenn der Weg zum politischen Ziel von 80 Prozent erneuerbarem Strom bis 2030 weiterhin ambitioniert bleibt.
Starke Schwankungen im Tagesverlauf
Wie dynamisch der Strommix inzwischen ist, zeigt ein Blick auf einzelne Tage. An einem exemplarischen Sonntag lag der Anteil erneuerbarer Energien bei 71,3 Prozent, getragen vor allem von Wind- und Solarstrom. An windstillen oder wolkenreichen Tagen fällt der Anteil dagegen deutlich niedriger aus. Die Herausforderung bleibt daher, Erzeugung und Verbrauch besser auszubalancieren Speicher, flexible Verbraucher oder Netzausbau.

Importe spielen eine wachsende Rolle
Ein weiterer Faktor im deutschen Strommix sind Stromimporte. Deutschland importiert zunehmend Strom, wenn dieser günstiger ist als der Betrieb eigener Gas- oder Kohlekraftwerke. Im April 2025 stammte ein Teil dieser Importe ebenfalls aus erneuerbaren Quellen, ein großer Anteil jedoch weiterhin aus Atomkraft und fossilen Energieträgern.
Langfristig ist der Trend dennoch klar: Die fossile Stromerzeugung sinkt seit Jahren kontinuierlich – seit 2002 um mehr als die Hälfte. Gleichzeitig wächst der Anteil von Wind- und Solarenergie, allerdings noch nicht schnell genug, um die Ausbauziele sicher zu erreichen.
Bevölkerung wünscht sich mehr Tempo beim Ökostrom
Eine aktuelle Umfrage des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW) zeigt, dass die Bevölkerung den Kurswechsel klar unterstützt. Mehr als 80 Prozent der Befragten wünschen sich einen schnelleren Ausbau erneuerbarer Energien, um die Abhängigkeit von fossilen Importen zu reduzieren. Besonders hoch ist die Zustimmung bei jüngeren Menschen und in urbanen Regionen.
Fazit
Deutschland hat 2025 einen historischen Rekord bei erneuerbaren Energien erreicht und gleichzeitig deutlich gemacht, wie komplex der Umbau des Stromsystems bleibt. Der Anteil von Wind und Sonne steigt, fossile Energien verlieren an Bedeutung, und die Bevölkerung fordert mehr Tempo. Doch um das 2030‑Ziel zu erreichen, müssen Ausbau, Netzinfrastruktur und Speicherlösungen künftig noch enger zusammenspielen.
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Bild: Andreas Franke/LEAG