Der Kreativität, scheint es, sind im US-amerikanischen Energieministerium keine Grenzen gesetzt. Sie genießt totale Freiheit.

Ende letzten Monats erregte eine Pressemitteilung des US-amerikanischen Energieministeriums mediales Aufsehen, auch außerhalb der Landesgrenzen. Der Grund dafür, dass die Mitteilung stärker von den Medien aufgegriffen wurde als üblich, ist wohl die kreative Wortwahl. Staatssekretär Mark Menezes hat eine neue Bezeichnung für Flüssiggas, welches durch Fracking gewonnen wird, gefunden. Diese Bezeichnung lautet freedom gas, zu Deutsch Freiheitsgas. Ein weiterer Mitarbeiter, der in der Pressemitteilung zitiert wird, spricht von Molekülen der US Freiheit, molecules of U.S. freedom.

Doch was steht hinter dieser kreativen, seltsam anmutenden Wortwahl? In der Pressemitteilung gibt das U.S. Department of Energy (DOE) bekannt, dass man in Zukunft die Förderung sauberer Energie steigern, mehr Jobs schaffen und wirtschaftliches Wachstum fördern will, in dem man mehr natürliches Gas in flüssiger Form (Liquified Natural Gas, kurz LNG) in die gesamte Welt importiert. Bei diesem LNG handelt es sich um Gas, welches mittels Fracking gefördert wurde.

Das Unternehmen Freeport LNG verfügt am Golf von Mexiko bereits über drei Produktionsanlagen, in denen das Gas gekühlt und so in flüssiger Form in Schiffe geladen und um den Globus verfrachtet werden kann. Nun soll eine vierte Produktionsanlage hinzukommen, damit man eben mehr LNG in die Welt exportieren und seine eigene Rolle als Gasexporteur vergrößern kann. Diese neue Produktionsanlage soll im Jahr 2023 ihre Arbeit aufnehmen und LNG in alle Länder, die kein Freihandelsabkommen mit den USA haben und gegen die keine Handelssanktionen verhängt sind, exportieren dürfen. 

Vor dem Hintergrund, dass Fracking von vielen Seiten stark kritisiert wird, da es vielfache negative Auswirkungen auf die Umwelt hat, von den USA aber als saubere Energie promotet wird und eine große Einnahmequelle darstellt mutet die kreative Wortwahl des DOE zynisch an. Freiheit ist es nämlich bestimmt nicht was die USA mit den LNGs in die Welt exportieren.


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Bild: Aaron Burden on Unsplash

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