Beton ist in den letzten Jahrzehnten zum bevorzugten Baustoff geworden, für Gebäude, Brücken und Straßen, ja auch für Anlagen, die eigentlich eine nachhaltige Zukunft einläuten sollten – Energieanlagen zur Nutzung…

Beton ist in den letzten Jahrzehnten zum bevorzugten Baustoff geworden, für Gebäude, Brücken und Straßen, ja auch für Anlagen, die eigentlich eine nachhaltige Zukunft einläuten sollten – Energieanlagen zur Nutzung regenerativer Energien, wie Windräder und Biogasfermenter. Der dafür benötigte Sand allerdings ist schon nicht mehr vorhanden, wird in großem Stil meist illegal aus dem Meer gebaggert und gepumpt, wodurch dieses nun Strände und Inseln verschlingt. Es ist also höchste Zeit, Beton als Baustoff zu ersetzen.

 

Gibt es überhaupt Bedarf für neue Städte und Autobahnen?

 

Natürlich ist zuerst die Frage zu stellen, ob überhaupt all das gebaut werden muss, was aktuell wie Pilze aus dem Boden schießt. In den Staaten am arabischen Golf wachsen Städte aus der Wüste und auf künstlichen – mit importiertem Sand aufgeschütteten – Inseln, in die niemand einziehen, in denen kaum jemand arbeiten will. Bis zu 95% der Gebäude stehen leer, Wohnungen in den Wolkenkratzern sind aktuell unverkäuflich. Inselprojekte werden halbfertig abgebrochen. Eine Entwicklungspolitik wurde voll in den „Sand gesetzt“.

Genauso müssen die Staaten in der alten Welt sich fragen lassen, ob wirklich Millionen Wohnungen fehlen und Millionen Quadratmeter Büroflächen benötigt werden. Nach dem Zensus 2011 stehen gewaltige Mengen leer und die Bevölkerung in Deutschland ist um über eine Million Bürger „geschrumpft“. Es wurde vielerorts für Karteileichen geplant. Treibende Kraft für überflüssige Planungen und Bauten ist natürlich das Geld, Erwartungen hoher Renditen oder wenigstens hoher Abschreibungen. In Spanien findet man ganze Urlauberstädte halbfertig oder einfach leer.

In Deutschland sind über 10% der Fläche „zubetoniert“. Trotzdem steht der Bürger stets im Stau, inmitten endloser Schlangen von LKW`s. Statt die Brummis einfach aus dem Verkehr zu ziehen, auf die Schiene zu verbannen, werden für jeden Kilometer neuer – oder sanierter – Autobahn 30.000 Tonnen Sand verschwendet. Gut für die Wirtschaft, schlecht für den Bürger – der dafür zahlen muss – und die Mitwelt.

 

Wachstum der Renditen bedeutet Schwund beim Bürger und der Mitwelt

 

Verantwortliche Stadtplaner behaupten schon seit Jahrzehnten, dass über die Hälfte aller Bauprojekte überflüssig sind. Eine sorgfältige Standortanalyse und eine Planung unter Einbeziehung des Bestandes würden Städte langsam wachsen lassen. Städte, die per Erlass den Erhalt ihrer historischen Substanz  erhalten, zeigen weltweit, wie auch alte Gebäude sinnvoll mit neuem Leben und modernen Inhalten gefüllt werden können. Radikale Verkehrsplaner und Politiker – zum Beispiel in der Schweiz und Österreich – zwingen auf vielen Strecken LKW auf die Schiene. Das alles spart Fläche und Geld für den Bürger.

Das bis 2050 bis zu 90% der Weltbevölkerung in Städten leben – und arbeiten – werden, ist eine Horrorvorstellung. Es bleibt zu hoffen, dass die Menschen selbst – ohne Bevormundung durch Politiker – bzw. ihrer ökonomischen Einredner – diese Entwicklung verändern. Es muss ihnen wieder klar werden, dass die wirklich nachhaltige Zukunft in der Region liegt, dass es sich lohnt dort zu leben und zu arbeiten.

 

Nachwachsende Baustoffe für eine nachhaltige Zukunft

 

Holz ist ein seit Jahrtausenden bewährter Baustoff, der auch modernste Anforderungen an Brandschutz erfüllen kann und Beton oder Stahl in Punkto Haltbarkeit gar oft übertrifft. Aktuelle Projekte für Hochhäuser, Hotels, ja sogar Windräder zeigen, wie vielseitig verwendbar dieser nachwachsende Rohstoff ist. Vorausgesetzt, es wird nur das gebaut, was wirklich benötigt wird, kann Holz ein Baustoff der Wahl für die Zukunft sein.

http://www.spiegel.de/reise/staedte/hotel-aus-holz-in-hamburg-eroeffnet-das-waelderhaus-a-864569.html

http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/timber-tower-holztuerme-fuer-grosse-windkraftanlagen-a-872484.html

Für kleinere Projekte und besondere Aufgaben sind weitere Stoffe der Natur, wie Stroh und Lehm bewährte Materialien. Sodann kann selbst Beton recycelt werden, wie auch Glas und natürlich Stahl. Es braucht einfach eine neue – alte – Kultur, ein Bewusstsein für eine nachhaltige Zukunftsplanung. Der Bausektor ist sonst nur ein weiterer Punkt, mit dem das aktuelle Wirtschafts- und Gesellschaftssystem gegen „die Wand fährt“. Die Gesellschaften sind regelrecht überfordert, nicht mehr in der Lage den Anforderungen der „Rendite-um-jeden-Preis-Kultur“ Herr zu werden.

 

Es hilft aber nicht, ein Detail zu verändern

 

Völlig falsch ist es aber, nur ein Detail des Problems zu verändern. Es wird nicht möglich sein, Beton einfach durch Holz zu ersetzen. Wie in allen anderen Bereichen des „modernen Lebens“, die alle vor dem Kollaps stehen, wird eine isolierte Veränderung zu keiner Lösung führen. Es ist grundsätzlich und umgehend eine transdisziplinäre – also von den Disziplinen losgelöste – Analyse der Entwicklungen erforderlich. Dabei wird endlich klar zu Tage treten, dass das gesamte Wirtschaftssystem grundlegend verändert werden muss. Politiker und Planer, die lediglich reagieren, Schäden versuchen zu beseitigen – oder gar zu vertuschen – müssen endlich nachhaltige Konzepte für die Zukunft entwickeln. Solange das nicht geschieht, werden weiterhin Inseln und Uferstreifen im Meer versinken, der Meeresspiegel steigen, alle 10 Sekunden Kinder Hungers sterben, die Mitwelt in Müll und Schutt ersticken, Menschen an Burnout leiden und an anderen  „Zivilisationskrankheiten“ sterben…. Eine schier endlose Liste der Folgen des Fortschritts, der nur fort schritt, fort von den wirklichen Erfordernissen und Bedürfnissen eines nachhaltigen Lebens. Viele „Naturkulturen“ verlangen noch, dass eine Entscheidung auch nach 7 Generationen noch Bestand hat. Zurzeit ist der Schaden schon in der ersten Generation immens.

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