Bienen auf der Wabe
Bienen auf der Wabe
Auch in der Stadt haben Bienen viel zu suchen.

Seit das Thema des Bienensterbens vor inzwischen fast zwei Jahrzehnten aufgekommen ist, interessieren sich immer mehr Menschen für das Überleben der Bienen. Da es wohl auch Bienen in der Stadt geben muss, bin ich der Frage nachgegangen, wo und wie sie denn zu finden sind. Diese Fragen und viele mehr habe ich dem Bio-Imker Marian Aschenbrenner vom Bienen Innovationszentrum Wien gestellt.

Marian betreut derzeit etwa 300 Bienenvölker sowohl in der Stadt Wien, als auch in umliegenden Gebieten des Marchfelds und des Weinviertels. Er ist aber nicht der einzige, der Bienen in der Stadt betreut. Auch der Verein Stadt-Imker und so viele andere erhalten die Imkerei auch in der Stadt aufrecht.

Bienen Innovationszentrum
Marian Aschenbrenner (li) bei der Arbeit – Fotocredit: Liliane-Sarah Kölbl

Wo gibt es Bienen in der Stadt?

Auch wenn wir früher davon nicht viel erfahren haben, gab es schon immer Bienen und auch schon sehr lange Imkerei in der Stadt Wien, aber auch in vielen anderen Großstädten. Die erste österreichische Imkerschule wurde bereits 1769 von Maria Theresia im Augarten in Wien gegründet.

Heute findet man an vielen Orten versteckt die unscheinbaren, meist in Reihen aufgestellten Boxen, die den Bienenvölkern als Heimat dienen. Ein besonderes spannendes Projekt, das der Verein Stadt-Imker mit dem Unternehmen Wien Energie gestartet hat, sind Bienenvölker im größten Bürger-Solarkraftwerk in der Rosiwalgasse in Liesing. Hier wird eine große, von Menschen unbenutzte Fläche mit viel Wiese und Pflanzendiversität für die Produktion von Honig verwendet.

Bienenwaben in einer Box
Bienenwaben in einer Box – Photocredit: Liliane-Sarah Kölbl

Aber auch in der Innenstadt kann man Bienen finden. Marian hat unter Anderem Bienenstöcke direkt am Karlsplatz! Hier muss man jedoch besonders gut aufpassen, dass die Passanten darüber informiert werden, und vor allem – etwa durch Einzäunungen – keine Möglichkeit haben, die Bienen bei ihrer Arbeit zu stören. Dafür erlaubt es dem Thema eine erhöhte Sichtbarkeit.

Unterstützen

Wenn man die Bienen in der Stadt unterstützen möchte, und über einen kleinen Garten, oder ähnliche Flächen verfügt, können diese für Imker zur Verfügung gestellt werden. Um eine Verknüpfung von Imkern, Landwirten, Unternehmern und Bienenliebhabern zu ermöglichen, bietet die Seite Hektar Nektar dafür eine Austauschplattform. Aber auch bei der Bienenlustwelt gibt es unter Anderem eine Stellplatz-Börse für Bienenvölker, wo Menschen mit geeigneten Orten mit Imkern zusammengeführt werden können.

Umzäunte Bienenvölker im Stadtgebiet
Umzäunte Bienenvölker am Stadtrand – Photocredit: Elisabeth Demeter

Zusätzlich hilft es natürlich, den regionalen Honig aus der eigenen Stadt oder der eigenen Umgebung zu kaufen, anstatt irgendeinen internationalen Mischhonig, wo möglicherweise niemand mehr so genau sagen kann, was tatsächlich alles drin steckt.

Fazit

Oft wird über das Thema Bienen nur sehr oberflächlich und über all die Probleme berichtet. Aus meiner Sicht ist es jedoch auch wichtig, generell den Vorhang zur oft mysteriös wirkenden Arbeit der Imker zu lichten, und sich auch ihren täglichen Aufgaben und Herausforderungen zu widmen. Auch wenn es ihr Beruf ist, so tragen vor allem die Bio-Imker durch die Pflege der Völker einen wesentlichen Beitrag zum Gemeinwohl bei.

1 Kommentar

  1. Hallo Elisabeth, ihre Beiträge sind sehr interessant und wecken Erinnerungen.
    Ich bin in einfachsten Verhältnissen aufgewachsen, ohne fließendes Wasser und Telefon.
    Besonders die Winter, im ungeheizten Schlafzimmer, waren nicht einfach.
    Brot backen, Gemüse ziehen, Kraut und Rüben einstampfen, Sirup und ein bisschen Ribislwein machen, Vorräte für den Winter anlegen, Brennholz sammeln und nebenbei Kräuter, Beeren und Pilze, ich erinnere mich noch gut.
    Fast alles wurde selbst gemacht.
    Bienen waren besonders wichtig!
    Der Honig wurde verkauft oder getauscht und das Wachs bekam der Apotheker für Salben.
    Hühner hielten wir wegen der Eier und Kaninchen, damit wir sonntags Fleisch hatten.
    Das war manchmal anstrengend, denn wir Kinder mussten ebenfalls unseren Beitrag leisten.
    Unsere Welt war klein und wir waren zufrieden.
    Inzwischen ist sie flach geworden.
    Wir wissen genau, was am anderen Ende passiert und sorgen uns, was noch kommen könnte.
    Vielleicht ist es gut.
    Was sie machen und wofür sie sich interessieren, ist mit Sicherheit gut !
    Weiterhin viel Erfolg!
    Beste Grüße aus dem Steinfeld, Friedrich. 🙂

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