Wie sich Wetterphänomene auf die Nähte der Speicher auswirken, konnte in diesem Versuchsbehälter untersucht werden. Foto: © Rosemarie Wagner/KIT
Wie sich Wetterphänomene auf die Nähte der Speicher auswirken, konnte in diesem Versuchsbehälter untersucht werden. Foto: © Rosemarie Wagner/KIT
Biogasanlagen werden oft als „Nachhaltigkeit mit Nebenwirkungen“ bezeichnet. Eine davon sind die teilweise schlechten Zustände von Membranspeichern. Dafür wollen Forscher aus Deutschland nun eine Lösung gefunden haben.

Biogas gilt seit Jahrzehnten als Teil der nachhaltigen Energiewende. Es kann beispielsweise in Strom umgewandelt werden, um damit Schwankungen bei Wind- und Sonnenstrom auszugleichen. Aufbereitet kann Biogas auch direkt ins Erdgasnetz eingespeist werden, vorausgesetzt es hat einen Methan-Anteil von mindestens 98 Prozent. In Österreich kann derzeit unter anderem durch Abfälle aus der Lebensmittelindustrie und durch nachwachsende Rohstoffe im Zuge besonderer Gasaufbereitungsverfahren Biogas mit einem Methan-Anteil von 99,99 Prozent erreicht werden.

Biogasanlagen auch unter Kritik

Biogas entsteht durch die Vergärung von organischen Stoffen. Damit ist es prinzipiell CO2-neutral. Dennoch steht es hinsichtlich des Klimaschutzes immer wieder in der Kritik. Das liegt zum einen daran, dass in vielen Biogasanlagen heute – anstatt wie am Anfang der Technologie mit biologischen Abfällen wie Gülle oder Biomüll – aufgrund der größeren Effizienz das Biogas durch Mais gewonnen wird. Das ist zwar prinzipiell ein nachwachsender Rohstoff, allerdings könnte die Ausweitung des Maisanbaus wiederum zu ausgelaugten Böden auf immer größeren Flächen führen. Auch weiß noch niemand so genau, was die stickstoffhaltigen Gärreste der Anlagen, die als Dünger auf den Feldern verwendet werden, langfristig für die Bodenentwicklung bedeuten. Auch die mit den Biogasanlagen oft verbundenen, sehr langen Transportwege und die Überteuerung des Ackerlandes für rein landwirtschaftliche Nutzung, wenn immer mehr Fläche für Biogas-Anlagen verwendet wird, werden von Klimaschützern als Nebenwirkungen der Technologie gesehen. 

Und so sieht der Versuchsbehälter mit seiner Stützkonstruktio von innen aus. Foto: © Rosemarie Wagner/KIT
Und so sieht der Versuchsbehälter mit seiner Stützkonstruktio von innen aus. Foto: © Rosemarie Wagner/KIT

Neue Modelle für nachhaltige Speichersysteme

Biomethan wird in Österreich derzeit zum Beispiel in Wien, Wiener Neustadt oder Frastanz in Vorarlberg mittels Membrantechnologie produziert. Sie ist Teil eines weiteren Kritikpunktes: In Deutschland konnte festgestellt werden, dass dortige Membranspeicher, in denen das Methan unter einer Textilhülle gelagert wird, in einem teilweise schlechten Zustand sind. „Etwa fünf Prozent des produzierten Methans entweicht unkontrolliert in die Atmosphäre, wo es seine klimaschädliche Wirkung entfaltet“, heißt es vom Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Von dort kommen allerdings gleichzeitig auch gute Neuigkeiten: Sie haben neue Erkenntnisse darüber gewonnen, wie sich Wind, Wärme oder Kälte auf die – je nach Füllstand äußert sensiblen – textilen Biogasspeicher auswirken. Gewonnen wurden die Ergebnisse durch die Aufzeichnungen von Drucksensoren und Kameras in einer begehbaren und ohne Biogas betriebenen Versuchsanlage. Diese war mit einer textilen Abdeckung ausgestattet und darunter wurden unterschiedliche Füllstände mit Luftgebläsen nachgestellt. Die so gewonnenen Ergebnisse wurden nun ans deutsche Landwirtschaftsministerium übermittelt, wo damit wichtige Modelle für die Aufrechterhaltung nachhaltiger Speichersysteme entwickelt werden sollen.

Quellen: kompost-biogas.info, br.de, kit.edu / Foto: © Rosemarie Wagner/KIT


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