Gemeinschaftlich Leben im Strohhaus: das klingt fast mittelalterlich. Aber eigentlich ist so ein Strohhaus eine fantastische Investition: die Dämmwirkung ist gleich voll eingebaut. Und die Entwicklung des Strohbaus ist nicht stehengeblieben.

Strohhäuser, das klingt für traditionelle Ohren wenig vertrauenerweckend. Die Zeiten, aus denen solche (Vor)Urteile stammen, sind aber vorbei: Stohhäuser vereinen eine ganze Reihe von spannenden Vorteilen auf sich.

So sind Strohhäuser deutlich billiger zu bauen als Wohngebäude in traditioneller Zusammensetzung. Sie sind bekannt für die ausgesprochen gute Dämmwirkung, die es im Winter warm und im Sommer kühl hält. Beides spart Geld und Energie. Und nicht zuletzt: Strohhäuser entstehen aus nachwachsenden Rohstoffen in der Region. Mehr Nachhaltigkeit kann man beim Hausbau kaum erreichen.

Leben für den kleinen ökologischen Fußabdruck

In Großbritannien gibt es jetzt ein Beispiel für ein Projekt für finanziell günstiges, gemeinschaftliches Wohnen mit ökologischen Prinzipien. 20 Wohneinheiten sind in einer Vorstadt von Leeds entstanden. Mit Privaträumen, aber auch einem Gemeinschaftsbereich für das gemeinsame Abendessen.

Das Projekt nennt sich LILAC – Low Impact Living Affordable Community. Ziel ist ein Heim für Familien mit wenig Geld bei geringen Wohn- und Lebenskosten und ein kleiner ökologischer Fußabdruck. Man verzichtet aufs Auto und teilt sich eine große Grünfläche. Mit anderen Worten: LILAC soll ein kleiner, geschützter Bereich werden. „Es soll aber nicht aussehen wie eine Hippie-Kommune!“ warnen die Organisatoren.

Co Housing Netowork

Bauen mit Stroh ist nämlich keineswegs solchen besonderen Projekten vorbehalten. Inspiriert von der LILAC-Idee haben Bauherren in ganz Großbritannien angefangen, ihre eigenen Entwürfe vom gemeinsamen Leben in Strohhäusern zu entwickeln.

So ist das Co-Housing Network entstanden, das verschiedene Ansätze zum gemeinschaftlichen, ökologisch nachhaltigen Wohnen verfolgt. Stroh dämmt, und Gemeinschaft sorgt noch einmal für verstärkte Effizienz beim Einsatz von natürlichen und finanziellen Ressourcen. Auch gefühlsmäßig ist die Nachfrage groß: viele Menschen haben genug davon, allein nebeneinander herzuleben und sehnen sich nach Wohnen in Gemeinschaft.

Je stärker das Trendpotenzial, umso wichtiger ist es denn aber auch, auf günstiges Baumaterial zu achten. Die Co-Housing Projekte müssen leistbar bleiben, sonst kommen sie gerade denen, für die sie entwickelt wurden, nicht mehr zugute.

Strohballenbau in Österreich

Nicht nur im Vereinten Königreich wird mit Strohballen gebaut – auch in Österreich wächst das Interesse, Dämm- und Baumaterial von Anfang an konstruktiv zu verbinden. Schließlich hat Stroh ausgezeichnete Wärmedämmungs-Eigenschaften – und widersteht sogar der manchmal ins Treffen geführten Feuergefahr: Verbautes Stroh hält Feuer 90 Minuten (!) stand, ehe es sich entzündet.

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